Rückblick – Das war 2017

Internationale Aktienmärkte auf Rekordjagd | 06.12.2017

Unterstützt von einem starken Wirtschaftswachstum rund um den Globus und einem guten Gewinnwachstum der Unternehmen, haben zahlreiche Aktienmärkte 2017 neue Höchststände erreicht.

Mit einer guten Portion Skepsis waren die Finanzmärkte angesichts der vielen politischen Unwägbarkeiten in das Börsenjahr 2017 gestartet. Ungläubig blickten viele Marktteilnehmer noch auf den überraschenden Ausgang der Präsidentschaftswahlen in den USA zurück, in verschiedenen europäischen Ländern standen richtungsweisende Parlamentswahlen an. Mit der Unabhängigkeitsbestrebung Kataloniens ist im Jahresverlauf noch ein weiterer politischer Brandherd hinzugekommen. Politische Börsen haben gemäß der viel zitierten Börsenweisheit aber tatsächlich meist kurze Beine, am Ende setzen sich dann eben doch die fundamentalen Faktoren durch.

Europäische Wirtschaft dreht auf

Gerade Europa überraschte im Jahresverlauf mit einer bemerkenswerten Konjunkturdynamik, die Wachstumsprognosen liefen den tatsächlichen Zahlen meist hinterher. Lagen die Wachstumserwartungen der EU-Kommission für die Eurozone im Frühjahr noch bei 1,7%, erwartet man inzwischen mit einem Wert von 2,2% das kräftigste Wirtschaftswachstum seit rund zehn Jahren. Für Deutschland haben die fünf führenden Wirtschaftsinstitute im Rahmen ihres Herbstgutachtens die Jahresprognosen 2017 von 1,5% auf 1,9% angehoben.

Das Comeback der europäischen Wirtschaft hat nicht nur zu deutlichen Kursgewinnen des Euros – in den letzten Jahren das große Sorgenkind – gegenüber dem US-Dollar geführt, mit einer starken Konjunkturdynamik ging auch eine festere Entwicklung an den Aktienmärkten einher. So kletterte der Deutsche Aktienindex am 12. Oktober und damit ziemlich exakt 30 Jahre nach dem schwarzen Montag von 1987 erstmals in seiner Geschichte über die Marke von 13.000 Punkten.

US-Notenbank dreht vorsichtig am Geldhahn

Neue Allzeit-Hochs bereits gleich zu Jahresbeginn erreichten die US-Indizes, die sich im Anschluss an die Vereidigung Donald Trumps zum US-Präsidenten wie aufgedreht präsentierten. Übersprang der Dow Jones Ende Januar erstmals die Marke von 20.000 Punkten, zog er im weiteren Jahresverlauf auf neue Bestmarken oberhalb von 23.000 Zählern auf und davon. Die Gewinnentwicklung der US-Unternehmen hat sich in den vergangenen Quartalen deutlich beschleunigt, trotz der Hurrikan-Katastrophen lagen die Profite im dritten Quartal um rund 6% über dem Vorjahreswert. Die amerikanische Wirtschaft befindet sich inzwischen auf einem derart robusten Kurs, dass die Arbeitslosenquote auf den niedrigsten Stand seit 16 Jahren gesunken ist und die Notenbank sich mit Leitzinserhöhungen und einer Reduzierung der monatlichen Anleihekäufe zu einer schrittweisen Drosselung der ultralockeren Geldpolitik entschieden hat.

Rohstoffmärkte haussieren

Beflügelt von der brummenden Weltwirtschaft konnten insbesondere Industrie- und Basismetalle das eingeläutete Comeback in 2017 weiter fortsetzen. Der erwartete Siegeszug der Elektromobilität, eine hohe Nachfrage aus China und der bevorstehende Investitionsboom in den USA schickten Kupfer im Jahresverlauf auf den höchsten Stand seit drei Jahren. Aber auch Rohöl erreichte das höchste Niveau seit 2015 und signalisiert: Der weltweite Aufschwung hat 2017 an Breite und Stärke gewonnen.
 


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