Schmierstoff fürs Portfolio

Warum Erdöl-Investments trotz des Preisverfalls interessant bleiben | 28.07.2017

BÖRSE ONLINE

Eine Analyse von BÖRSE ONLINE,
Martin Hintze | Werbemitteilung

Das waren noch Zeiten: Als die Ewing-Familie in „Dallas“ über die westdeutschen Bildschirme flimmerte, die Saga vom Reichtum einer texanischen Öl-Dynastie, da war die Welt für Anleger in Sachen „schwarzes Gold“ in Ordnung. Es lag auf der Hand, dass der weltweite Verbrauch immer weiter steigen würde, bei amerikanischen Straßenkreuzern kam es nicht darauf an, wieviel sie auf 100 Meilen schluckten, und der „Oil Peak“ lag noch in weiter Ferne. Die Preise kletterten, die Opec-Staaten legten fast nach Gutdünken die Fördermengen fest und bestimmten damit die Notierungen. Wer in Erdöl investiert hatte, für den schien es nur eine Richtung zu geben: mit raschen Schritten zum Reichtum.

Wer allerdings heute auf die Notierungen für Brent und Co. blickt, dem wird schnell klar: Gewinne waren in den vergangenen Jahren nur mit Short-Positionen zu machen, also etwa Zertifikaten, deren Wert stieg, je günstiger der Basiswert Öl wurde. Mittlerweile pendeln die Preise je Barrel um die 50-Dollar-Marke – während auch namhafte Analysten noch vor geraumer Zeit zwischen 100 und 120 Dollar als fair betrachteten.

Fracking wieder stark

Die tradierten Mechanismen greifen heute nicht mehr. Beispiel: Katar-Krise. Nachdem Saudi-Arabien und andere Länder des Nahen Ostens das Emirat weitgehend isolierten, weil es angeblich den Terror finanziert, erwarteten viele Beobachter einen deutlichen Anstieg der Rohöl-Preise. Von fünf bis zehn Prozent war die Rede. Weit gefehlt: Stattdessen sackten die Notierungen innerhalb kurzer Zeit auf neue Tiefstände.

Die Macht der Opec-Staaten ist inzwischen gering. Zwar haben sich die Erdöl-exportierenden Länder eben erst mit der großen Fördernation Russland darauf geeinigt, bis weit ins Jahr 2018 hinein die Fördermengen zu begrenzen. Aber: Andere Staaten wie Nigeria und Libyen führen immer mehr von dem Rohstoff aus, Venezuela produziert Öl und Raffinate in großem Stil, um die Krise in der Heimat in den Griff zu bekommen, und in den USA ist das Fracking genannte Verfahren, bei dem Öl mithilfe von Gas und Flüssigkeiten aus losem Gestein gepresst wird, so verfeinert worden, dass es sich auch bei niedrigen Weltmarktpreisen lohnt. Und schließlich drücken die teils unerwartet hohen Lagerbestände auf die Notierungen.

Konjunkturhilfe durch billiges Öl

Eigentlich ist somit für die Unternehmen praktisch aller Branchen die Welt in Ordnung. Schließlich sorgen die niedrigen Ölpreise dafür, dass Energie billig wird. Das wirkt wie ein kleines Konjunkturprogramm – Experten rechnen mit einem zusätzlichen Wachstum des globalen Bruttoinlandsproduktes um 0,2 Prozentpunkte. Aber: Zugleich wächst die Unsicherheit an den Aktienmärkten, denn in der Vergangenheit deuteten niedrige Ölpreise auf eine abkühlende wirtschaftliche Entwicklung hin. Wer dieser Logik auch heute folgt, schichtet am besten bei Rohstoff-Werten von Öl in Richtung Edelmetalle – allen voran Gold – um.

Doch überhastetes Traden tut auch in diesem Fall nicht gut. Denn auf mittlere bis lange Sicht wird es mit dem Ölpreis wieder deutlich bergauf gehen. Zu langsam schreitet die Entwicklung der Alternativen voran. Zu stark wächst der Verbrauch, der pro Jahr um rund zwei Prozent zulegt. Zu sehr verknappt sich die Ressource im Zeitablauf – auch wenn Auguren gern darauf verweisen, dass problemlos förderbares Öl noch etwa 50 Jahre lang verfügbar sein wird, und dass weitere Quellen noch einmal für weitere 100 Jahre reichen werden, wenngleich sie mit heutigen Methoden nicht sinnvoll ans Tageslicht gebracht werden können. Und zu gering waren die Investitionen der Ölförderländer in neue Anlagen und neue Quellen.

Verschiedene Anlage-Vehikel

Daher bietet der Öl-Sektor Anlegern mit Geduld weiter gute Aussichten. Das Hauptaugenmerk sollte dabei auf etablierten Konzernen einerseits sowie andererseits auf solchen Unternehmen liegen, die im Bereich Exploration, also dem Erschließen neuer Ölfelder tätig sind (siehe Tabelle unten). Rohstofffonds mit hohem Ölanteil – etwa der MFS Global Energy (ISIN LU0406711613) oder der Amundi World Energy (FR0010791145) – bieten interessante Alternativen. Und wer mit einer Long-Position an steigenden Ölpreisen teilhaben möchte, ohne sich um die Bilanzen einzelner Gesellschaften kümmern zu müssen, der kann auf Zertifikate setzen, etwa auf das Open-end-Zertifikat der BNP Paribas (ISIN DE000AA1HXU0) oder das Endlos-Partizipations-Zertifikat der HSBC (DE000TD5WT13).

Denn die Chance, dass der Ölpreis sich erholt, stehen ausgezeichnet. Auch von der Fernsehserie „Dallas“ gab es ja etliche Jahre später weitere Folgen.

[Chart] 2017-07 | Ölpreis vs. Goldpreis

Investment-Beispiele:

British Petrol

ISIN

GB0007980591

Geschäftsfelder

klassischer Ölkonzern

Aktueller Kurs

5,02 €

KGV* (2017)

20,7

Gewinn/Aktie (2017**)

0,24 €

Dividende (2017**)

0,34 €

Dividendenrendite (2017**)

6,8%

ExxonMobil

ISIN

US30231G1022

Geschäftsfeld

klassischer Ölkonzern

Aktueller Kurs

68,92  €

KGV* (2017)

22,7

Gewinn/Aktie (2017**)

3,24 €

Dividende (2017**)

2,81 €

Dividendenrendite (2017**)

3,8%

OMV

ISIN

AT0000743059

Geschäftsfeld

internationales, integriertes, Öl- und Gasunternehmen

Aktueller Kurs

48,82 €

KGV* (2017)

12,0

Gewinn/Aktie (2017**)

4,00 €

Dividende (2017**)

1,23 €

Dividendenrendite (2017**)

2,6%

Reliance Industries***

ISIN

US7594701077

Geschäftsfeld

Erdölförderung, -raffinerie und -verarbeitung

Aktueller Kurs

42,87 €

KGV  (2017*)

31,3

Gewinn/Aktie (2017**)

1,44 €

Dividende (2017**)

0,19 €

Dividendenrendite (2017**)

0,4%

Repsol

ISIN

ES0173516115

Geschäftsfeld

Integrierter Erdölkonzern

Aktueller Kurs

14,15 €

KGV (2017*)

10,3

Gewinn/Aktie (2017**)

1,34 €

Dividende (2017**)

0,79 €

Dividendenrendite (2017**)

5,7%

Royal Dutch Shell

ISIN

GB00B03MLX29

Geschäftsfeld

klassischer Ölkonzern

Aktueller Kurs

23,67 €

KGV (2017*)

16,6

Gewinn/Aktie (2017**)

1,40 €

Dividende (2017**)

1,67 €

Dividendenrendite (2017**)

7,2%

*KGV: Kurs-Gewinn-Verhältnis; ** Prognose; *** Geschäftsjahresende 31.3.; Währungen umgerechnet in Euro; Stand: 28.07.2017


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