Dividendenindizes

Dividendenindizes – die bessere Wahl? | 05.04.2016

Dividenden sind die neuen Zinsen. Weil sich mit dem Sparbuch oder Bundesanleihen praktisch keine Rendite mehr erzielen lässt, setzen Anleger immer häufiger auf Dividendentitel oder gleich auf ganze Dividendenindizes.

In Zeiten, in denen Bundesanleihen erst ab einer Laufzeit von 10 Jahren überhaupt noch eine Mini-Verzinsung abwerfen, sind Dividendenaktien beliebter denn je. Nicht nur für Pensionskassen oder Stiftungen, auch für Privatanleger sind die Ausschüttungen inzwischen zu einer wichtigen Einnahmequelle geworden. 2016 wird die Kasse besonders klingeln: Erstmals werden die 30 DAX-Unternehmen in diesem Jahr voraussichtlich mehr als 30 Mrd. Euro an ihre Aktionäre ausschütten. Blickt man auf den gesamten deutschen Aktienmarkt, dürfen Anleger gar mit Dividenden von insgesamt mehr als 38 Mrd. Euro rechnen.

Dividendenstrategien rechnen sich

Dass Dividenden langfristig entscheidend zum Anlageerfolg beitragen, lässt sich ausgezeichnet am Vergleich zwischen dem üblicherweise dargestellten DAX-Performance-Index und dem DAX-Kurs-Index, bei dem die Dividendenausschüttungen unberücksichtigt bleiben, ablesen. Beide Indizes wurden am 31.12.1987 bei 1.000 Punkten gestartet. Während der Performance-Index aktuell bei rund 10.000 Punkten notiert, liegt der Kursindex auf einem Niveau um 5.000 Punkte. Dividenden mit eingerechnet hat sich der DAX also exakt doppelt so stark entwickelt. Auch wenn vergangene Wertentwicklungen kein verlässlicher Indikator für die künftige Entwicklung sind, spricht der Unterschied zwischen beiden Indizes doch dafür, dass sich Dividendenstrategien langfristig auszahlen können.

Dividendenindizes: Bequem aber mit Tücken

Die Suche nach überzeugenden und dividendenstarken Aktien kann für Anleger mitunter jedoch sehr mühsam sein. Eine bequeme Investitionsmöglichkeit bieten deshalb Dividendenindizes, in denen die dividendenstärksten Werte zusammengefasst werden. So finden sich im DivDAX die 15 Dax-Unternehmen mit der höchsten Dividendenrendite, allerdings bringt die relativ simple Zusammensetzung auch einige Tücken mit sich. Nur einmal pro Jahr wird der Index überprüft und setzt dabei auf die Unternehmen, die im Rahmen der letzten Ausschüttung die höchste Dividendenrendite vorweisen können. Dividendenkürzungen, wie sie 2008 bei den Finanzwerten zu beobachten waren und derzeit vor allem bei den Energieunternehmen zu sehen sind, werden nur mit einer erheblichen zeitlichen Verzögerung berücksichtigt.

Zahlreiche Dividendenindizes zur Auswahl

Ein anderes Konzept liegt dem DAXplus Maximum Dividend zugrunde. Hier dienen nicht die bereits erfolgten Ausschüttungen als Auswahlkriterium, sondern die von Analysten und den Unternehmen selbst in Aussicht gestellten Dividenden. Mit insgesamt 20 Indexpositionen aus den insgesamt 110 Titeln des DAX, MDAX und TecDAX ist der DAXplus Maximum Dividend zudem breiter aufgestellt als der DivDAX. Eine Schwäche teilen aber beide Indizes: Bei der reinen Betrachtung der Dividendenrendite werden tendenziell eher Aktien mit einer schwächeren Kursentwicklung bevorzugt.

Einen größeren regionalen Fokus bieten Dividendenindizes aus der STOXX-Familie. So führt der STOXX Europe Select Dividend 30 die 30 dividendenstärksten Aktien Europas, während sich der STOXX Global Select Dividend 100 aus den 100 Aktien Nordamerikas, Europas und Asiens mit der höchsten Dividendenrendite zusammensetzt. Bedingung für eine Berücksichtigung im Index: die Unternehmen dürfen ihre Ausschüttungen in den zurückliegenden fünf Jahren nicht verringert haben.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass für Anleger, die auf der Suche nach dividendenstarken Papieren sind, Dividendenindizes mehr als einen Blick wert sein können. Vor einem Investment gilt es jedoch, sich über das Indexkonzept, die jeweiligen Auswahlkriterien für die Zusammensetzung sowie Chancen und Risiken genau zu informieren.


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