Small & Mid Caps

Mehr als einen Blick wert | 07.02.2018

Für den DAX war 2017 ein gutes Jahr. Verglichen mit Schlusstand von 2016 gewann der Leitindex für den deutschen Aktienmarkt 12,5 % an Wert. Damit lag er international gesehen im Mittelfeld. In den USA, Hongkong oder Österreich legten die Aktienbarometer noch deutlich stärker zu. Doch man muss gar nicht in die Ferne schweifen, um interessante Alternativen zum DAX zu finden. Es reicht schon der Blick auf die im MDAX und SDAX versammelten Werte der zweiten und dritten Reihe. Diese brauchen den Vergleich mit den Blue Chips im DAX keinesfalls zu scheuen.

MDAX und SDAX, die kleinen Brüder des DAX

Der MDAX setzt sich aus 50 mittelgroßen deutschen Aktiengesellschaften sowie überwiegend in Deutschland tätigen ausländischen Unternehmen zusammen. Diese Mid Caps stammen aus klassischen Industriebranchen (Maschinen- und Anlagenbau, Zulieferbetriebe für Automobilindustrie, chemische Industrie) und folgen bei Marktkapitalisierung und Börsenumsatz auf die 30 im DAX versammelten Large Caps. Der SDAX wiederum bildet die Wertentwicklung von 50 Small Caps ab, die bei Marktkapitalisierung und Börsenumsatz auf die 50 im MDAX gelisteten Titel folgen. Auch hierbei handelt es sich um Unternehmen aus klassischen Industriebranchen wie Industrie, Chemie, Transport, Medien und Finanzdienstleistungen.

Blue Chips hinken hinterher

Wirft man einen Blick auf die Wertentwicklung von DAX, MDAX und SDAX in den vergangenen fünf Jahren (28.12.2012 bis 29.12.2017, jeweils Schlusskurs), so hatte der SDAX mit einem Zugewinn von insgesamt 126,44 % die Nase vorn, der MDAX folgt mit einem Plus von 119,91 %. Deutlich abgeschlagen aber immerhin noch mit einem Wertzuwachs von 69,69 % folgt der DAX. Die Zahlen beeindrucken auf den ersten Blick, allerdings befanden sich die Aktienmärkte in den vergangenen fünf Jahren auch in einem ausgeprägten Bullenmarkt, also einer Phase mit überwiegend steigenden Kursnotierungen. Daher soll an dieser Stelle auch der 10-Jahres-Vergleich nicht fehlen. Hier sind mit der Finanz- und der Eurokrise auch Perioden umfasst, in denen es an den Aktienmärkten teils deutlich bergab ging. In diesem Zeitraum (28.12.2007 bis 29.12.2017, jeweils Schlusskurs) hat der MDAX mit einem Wertzuwachs von 165,60 % die Nase vorn, gefolgt vom SDAX mit einem Plus von 128,97 %. Für den DAX bleibt auch hier nur der dritte Platz, wobei der Wertzuwachs mit 60,12 % auf Sicht von 10 Jahren sogar noch geringer ausfällt, als in den letzten 5 Jahren.

Jahresperformance DAX, MDAX und SDAX in den vergangenen 10 Jahren

Quelle: tradesignalonline, Stand: 15.01.2018

Was macht Small- und Mid Caps interessant?

Nun sind historische Wertentwicklungen kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen. Gleichwohl gibt es Gründe, mit denen sich die gute Entwicklung der Small und Mid Caps erklären lässt. Dazu zählen starken Marken, die auch mittleren und kleinen Unternehmen im internationalen Wettbewerb um die Gunst der Käufer einen nicht zu unterschätzenden Vorteil bieten. Ein weiterer Grund ist das Know-how bzw. die Innovationskraft. So finden sich im MDAX oder SDAX zahlreiche Unternehmen, die zu den führenden in ihrer jeweiligen Branche zählen. Andere Unternehmen haben sich auf bestimmte Produkte oder Dienstleistungen spezialisiert und sich durch einen hohen Grad an Spezialisierung als erfolgreiche Nischenanbieter etabliert. Kleinere Unternehmen haben zusätzlich den Vorteil, aufgrund flacherer Hierarchien und kürzerer Entscheidungsprozesse flexibler auf Veränderungen ihres Umfeldes reagieren zu können. Zudem finden sich Small Caps oft noch in einem frühen Stadium ihres Lebenszyklus und besitzen daher ein höheres Wachstumspotenzial, das eine größere Steigerung der Umsätze und/oder des Gewinns ermöglicht als bei vielen großen Konzernen, die bereits global aufgestellt sind.

Natürlich sind auch Mid und Small Caps nicht immun gegen eine Abschwächung des Wirtschaftswachstums oder politische Krisen. So haben beispielsweise exportorientierte deutsche Firmen aus dem Maschinenbau im Russlandgeschäft sehr wohl die Auswirkungen der EU-Sanktionen in Form gesunkener Aufträge zu spüren bekommen. Zudem besteht bei Small Caps aufgrund der geringeren Liquidität das Risiko stärkerer Kursschwankungen als bei Large Caps.

Vielfältige Investitionsmöglichkeiten in Small und Mid Caps

Anlegern, die Small oder Mid Caps als Depotbeimischung in ihre Anlageentscheidungen einbeziehen wollen, bieten sich verschiedene Möglichkeiten. Neben einem Direktinvestment in einzelne Werte sind dabei vor allem Indexinvestments interessant. Hier wird das Risiko auf eine Vielzahl von Titeln aus unterschiedlichen Branchen verteilt.
 
Eine weitere Diversifizierung lässt durch die Berücksichtigung von Mid bzw. Small Caps aus unterschiedlichen Ländern oder Regionen erreichen. Auf viele Indizes wie z.B. MDAX, SDAX, MSCI Europe Mid Cap Index oder MSCI USA Small Cap Index werden ETFs angeboten, mit denen sich entsprechende Anlageentscheidungen kostengünstig umsetzen lassen.


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