Social Investing

Investieren in der Community | 07.02.2018

In Zeiten der zunehmenden Digitalisierung stehen Soziale Netzwerke hoch im Kurs. Auf Social Investing-Plattformen vertrauen Anleger ihr Geld anderen Privatpersonen an.

Die Idee von Netzgemeinschaften beim Thema Geldanlage ist nicht neu. Aber wo früher primär kommuniziert wurde, wird mittlerweile auch gemeinsam angelegt. Das Prinzip dieser Sozialen Netzwerke für Anleger ist einfach: Trader führen ein Depot über diese Plattformen öffentlich, sodass nicht nur die jeweiligen Transaktionen, sondern auch der individuelle Erfolgsausweis für alle übrigen Nutzer der Plattform rund um die Uhr und in Echtzeit einsehbar sind.

Per Zertifikat investierbar

Zu den Anfängen des Social Tradings vor rund 10 Jahren noch kritisch beäugt, ist das Anlegen im Web 2.0 in den zurückliegenden Jahren immer beliebter geworden. Der momentan wahrscheinlich bekannteste Anbieter ist die 2012 gestartete Plattform wikifolio. Rund 20.000 wikifolios, wie die auf der Plattform öffentlich geführten Depots genannt werden, waren Ende 2017 einsehbar und damit kopierbar. In rund 7.000 dieser Depots können Anleger darüber hinaus auch direkt investieren. Denn bei Erfüllung bestimmter Voraussetzungen gibt Partner Lang & Schwarz ein Zertifikat heraus, das die Entwicklung des wikifolios eins zu eins abbildet und an der Börse handelbar ist.

Vergleichsweise geringe Kosten

Das bringt zahlreiche Vorteile mit sich. So muss der Anleger nicht sämtliche im wikifolio enthaltene Aktien einzeln kaufen, sondern nur das entsprechende Zertifikat und spart sich damit einiges an Ordergebühren. Schichtet der Trader sein Portfolio um, werden die Änderungen im Zertifikat ohne Kosten für den Anleger übernommen. Allerdings gibt es auch ein wikifolio nicht umsonst. Neben den üblichen Orderspesen für das Zertifikat fällt eine jährliche Zertifikate-Gebühr an. Dazu kommt eine Performancegebühr, die von den jeweiligen wikifolio-Tradern selbst festgelegt und nach dem High-Watermark-Prinzip täglich in das Zertifikat eingerechnet wird. Das Prinzip der High-Watermark bedeutet, dass eine Performancegebühr nur dann fällig wird, wenn das wikifolio einen neuen Höchstwert erreicht.

Transparenz bei der Auswahl nutzen

Bei allen Vorteilen des Social Tradings sollten sich Nutzer der Plattformen auch den Risiken bewusst sein. So unterliegen die Zertifikate beispielsweise dem Emittentenrisiko. Zudem dürften gerade die Depots mit der besten Performance ganz vorne im Ranking zu finden sein, die mit einem überdurchschnittlich hohen Risiko und oftmals unter Hinzunahme von Derivaten oder hochriskanten Kursspekulationen geführt werden. Vergleichsweise defensive und langfristig ausgerichtete Anlagestrategien wird man vergeblich auf den vordersten Plätzen suchen. Wer sein Depot mit einem wikifolio ergänzen möchte, sollte bei der Auswahl deshalb die maximale Schwankung sowie die mittel- bis langfristige Entwicklung des wikifolios berücksichtigen.


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