Unternehmen in Familienhand

Den nachhaltigen Erfolg im Blick | 08.11.2017

Familienunternehmen gelten dank ihrer nachhaltigen Unternehmensführung als wichtige Stütze der deutschen Wirtschaft. Die größten börsennotierten Familienunternehmen finden sich in eigenen Indizes.

Ist von „der deutschen Wirtschaft“ die Rede, dann sind in diesem Begriff insbesondere auch die Familienunternehmen enthalten. Neun von zehn Firmen in Deutschland werden diesem Gesellschaftstyp zugerechnet, vor allem der Mittelstand zeigt sich fest in der Hand dieser traditionellen Unternehmensform. Mit Familienunternehmen werden Begriffe wie Tradition oder ein über Generationen hinweg weitergereichtes Know-how verbunden. Wichtigstes Merkmal ist jedoch eine nachhaltige Führung durch die Eigentümerfamilie, die nicht unbedingt den kurzfristigen Erfolg auf Quartalsebene oder im Gesamtjahr in den Vordergrund stellt. Vielmehr arbeiten Familienunternehmen konsequent darauf hin, ihr Erbe bestmöglich aufgestellt an die nächste Generation weiterreichen zu können. Dazu gehören klare Eigentumsverhältnisse und dank einer langfristigen Orientierung meist auch solide Kapitalstrukturen.

Geringe Gefahr feindlicher Übernahmen

Auch an der Börse sind viele Familienunternehmen anzutreffen. Die Deutsche Börse definiert diesen speziellen Typus durch zwei wesentliche Merkmale: Zum einen durch den Stimmrechtsanteil der Gründer- bzw. Eigentümerfamilie von mindestens 25 Prozent. Zum anderen aufgrund des Managements durch ein Familienmitglied im Vorstand oder Aufsichtsrat eines Unternehmens, an dem die Familie mindestens fünf Prozent der stimmrechtsberechtigten Aktien hält. Je höher der Anteil der im Familienbesitz befindlichen Aktien ist, desto geringer ist auch die Gefahr einer feindlichen Übernahme. Die enge Verbundenheit eines Unternehmens mit der Eigentümerfamilie bringt allerdings nicht nur Vorteile: Emotionale Auseinandersetzungen und Streitigkeiten innerhalb der Familie können eine Gesellschaft ebenso vom eigentlichen Kurs abkommen lassen wie eine ungeklärte Nachfolgeregelung, bei der sich bei einem plötzlichen Ausscheiden des Firmenlenkers kein geeigneter Nachfolger finden lässt.

Börsennotierte Familienunternehmen finden

Über die Funktion „Aktien-Suche“ auf der Website der ING DiBa lassen sich an der Börse gelistete Familienunternehmen herausfiltern. Wählen Sie hierfür einfach beim Kriterium Megatrend „Aktiensegmente“ und beim Untertrend „Familienunternehmen“ aus. Mit dem DAXplus Family Index und dem German Entrepreneurial Index (GEX) hat die Deutsche Börse in den vergangenen Jahren zudem zwei Indizes geschaffen, in denen ausschließlich Unternehmen enthalten sind, bei denen Eigentümer oder Gründer die Entscheidungsträger sind. So umfasst der DAXplus Family Index deutsche und internationale Unternehmen im Prime Standard der Deutschen Börse, bei denen die Gründerfamilie mindestens 25 Prozent der Stimmrechte hält oder aber bei einem Stimmrechtsanteil von mindestens fünf Prozent zusätzlich im Vorstand oder Aufsichtsrat sitzt. Die 30 größten und liquidesten Werte des Index bilden darüber hinaus den DAXplus Family 30 Index.

Im GEX sind derweil alle eigentümergeführten Unternehmen zusammengefasst, die im Prime Standard gelistet sind und deren Börsengang nicht länger als zehn Jahre zurückliegt. Zwischen 25 und 75 Prozent aller Stimmrechte befinden sich bei diesen Gesellschaften in den Depots der Vorstände, Aufsichtsratsmitgliedern oder deren Familien – ein Merkmal, das besonders bei mittelständischen Unternehmen zu finden ist.

Fazit: Die hohe Übereinstimmung der Interessen der Eigentümer mit denen des Unternehmens ist ein großer Pluspunkt und macht Familienunternehmen gerade für längerfristig orientierte Investoren interessant.
 


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