Wasser: saubere Sache für's Depot

Bei Filtern und Pumpen konkurrieren Xylem und Veolia miteinander. Lohnen sich die Aktien? | 27.04.2018

BÖRSE ONLINE

Eine Analyse von BÖRSE ONLINE,
Martin Hintze | Werbemitteilung

Die Chinesen wissen es seit Generationen: Selbst wer am Wasser lebt, verschwende nicht das Wasser, lautet ein altes Sprichwort aus dem Reich der Mitte. Allerdings genügt in vielen Ländern der Erde heute auch der sparsame Umgang mit dem „blauen Gold“ nicht mehr. Und so will Peking in den nächsten Jahren umgerechnet 125 Milliarden Dollar in seine Wasser-Infrastruktur stecken. Damit liegt das asiatische Riesenreich aber längst nicht an der Spitze. In Europa sollen bis 2028 rund 360 Milliarden Dollar in Pumpen, Rohre und Filter fließen. Und in den USA soll es gar eine Billion Dollar sein, bis 2038 allerdings.
Kein Wunder also, dass die amerikanische Investmentbank Goldman Sachs den globalen Markt für Abwasserreinigung und Wasseraufbereitung auf zwei Billionen Dollar schätzt – pro Jahr. Zum Vergleich: Derzeit beträgt das Marktvolumen gerade ein Viertel dieser Summe. Wo viel Geld fließt, können auch Anleger profitieren. Daher kann es sich lohnen, die Unternehmen der Branche genauer unter die Lupe zu nehmen. So etwa die Konzerne Veolia und Xylem sowie drei Wasser-Fonds, in denen beide Unternehmen zu den Top-Positionen zählen.

Immer knapperes Gut

Mehr als eine Milliarde Menschen haben derzeit keinen Zugang zu einer ausreichenden Menge an sauberem Wasser. 2,5 Milliarden verfügen nicht über ordentliche Sanitäranlagen. Und wenn die Weltbevölkerung bis zum Jahr 2050 wie prognostiziert auf neun Milliarden Menschen steigt, könnten, so die Unesco, bis zu sieben Milliarden Menschen vom Wassermangel betroffen sein.
Dabei ist Wasser nicht knapp: Etwa zwei Drittel der Erdoberfläche sind von Wasser bedeckt – davon allerdings 97,4 Prozent Salzwasser, nur 0,7 Prozent können als Trinkwasser genutzt werden. Gleichzeitig steigt der Bedarf enorm – nicht nur durch den Konsum der durstigen Bevölkerung. Tatsächlich sind drei Gründe ursächlich für den Wassermangel. Da ist einerseits die marode Infrastruktur. Beim Anlegen der Kanalisationen war den Städteplanern meist nicht klar, dass die Rohre eine halbe Ewigkeit halten müssen. Nun versickern in vielen Regionen 20 Prozent und mehr des Trinkwassers und kommen deshalb bei den Verbrauchern nicht an; in London sollen es gar 60 Prozent sein. Aber auch die Industrie benötigt immer mehr Wasser. 16 Prozent des globalen Verbrauchs gehen auf Fabriken und Kraftwerke zurück – bis zum Jahr 2030 soll dieser Anteil bereits bei 22 Prozent liegen. Und schließlich brauchen die Landwirte immer mehr Wasser für ihre Felder. Denn die bestehenden Ackerflächen und Weiden müssen immer höhere Erträge bringen, um die wachsende Weltbevölkerung zu ernähren. 71 Prozent des Trinkwassers landen – vor allem in den Schwellenländern – in der Viehzucht und im Anbau von Nutzpflanzen.

Fokussierter Ansatz

Zwei Unternehmen, die sich dem Kampf gegen den Wassermangel verschrieben haben, sind der französische Konzern Veolia Environnement sowie die US-amerikanische Xylem.
Xylem, 2011 als Spin-off der ITT Corporation gegründet, hat sich das Motto „Let’s Solve Water“ verpasst und widmet seine Technologie, seine Zeit und sein Know-how dem intelligenteren Umgang mit Wasser. „Wir bemühen uns um eine Zukunft, die keine Wasserprobleme kennt“, heißt es bei dem Unternehmen. Und das macht Xylem durchaus erfolgreich. Beispiel: Eine Rückgewinnungsanlage, die Xylem am Flughafen in Sydney installiert hat, spart jährlich rund 350 Millionen Liter Süßwasser ein. Der Erfolg schlägt sich auch in den Zahlen nieder. Nachdem das Unternehmen nach der Abspaltung zunächst im Umsatztief dümpelte, erwirtschafteten die Amerikaner 2017 bereits 4,7 Milliarden Dollar und erzielten damit ein organisches Wachstum von vier Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Gewinn schoss sogar um 18 Prozent nach oben. Und: 2018 soll noch besser werden. Xylem-Chef Patrick Decker rechnet – inklusive Akquisitionen – mit einem Umsatzplus von acht bis zehn Prozent auf 5,1 bis 5,2 Milliarden Dollar sowie mit einem um 18 bis 24 Prozent höheren Gewinn.

Xylem hat die Nase vorn

Deutlich breiter aufgestellt ist Veolia. Die Franzosen beseitigen Müll, bereiten Abwasser auf und versorgen Verbraucher mit Frischwasser. Dabei macht die Wassersparte rund die Hälfte des Umsatzes aus. Besonders erfreulich: Die drückende Schuldenlast wurde in den vergangenen Jahren deutlich reduziert. Und auch bei Veolia brummt das Geschäft. So stieg der Umsatz 2017 währungsbereinigt um 4,9 Prozent auf mehr als 25 Milliarden Euro, der Gewinn kletterte um 7,3 Prozent auf 623 Millionen Euro. In Sachen Erlöse will Veolia 2018 und 2019 noch einmal zulegen, wie CEO Antoine Frérot bei der Bilanzpressekonferenz bekannt gab. Und allein durch geringere Kapitalkosten im Niedrigzinsumfeld spart Veolia in diesem Jahr ungefähr 300 Millionen Euro. Zudem schütten die Franzosen einen verhältnismäßig großen Gewinnanteil an ihre Aktionäre aus – das sorgt für eine attraktive Dividendenrendite.
Anlegern bleibt also wie so oft die Qual der Wahl. Beide Titel bergen ein Kursrisiko, der US-Konzern zudem ein Wechselkursrisiko. Beide Unternehmen mischen im Zukunftsmarkt Wasser mit, Veolia breiter aufgestellt und auch in anderen Umweltbereichen, Xylem sehr fokussiert und international gut positioniert. Dafür ist die Aktie der Amerikaner etwas teurer. Dennoch: Aktuell hat Xylem leicht die Nase vorn. Wer allerdings Veolia im Depot hat, kann mit seinen Titeln ruhigen Gewissens in die nächsten Jahre gehen.

Investment-Beispiele Aktien:

Veolia

ISIN

FR0000124141

Aktueller Kurs

19,64 €

KGV* (2018)

16,4

Gewinn/Aktie (2018**)

1,17 €

Dividende (2018**)

0,88 €

Dividendenrendite (2018**)

4,6 %

Xylem

ISIN

US98419M1009

Aktueller Kurs

61,74 €

KGV* (2018)

26,0

Gewinn/Aktie (2018**)

2,37 €

Dividende (2018**)

0,64 €

Dividendenrendite (2018**)

1,0 %

*KGV: Kurs-Gewinn-Verhältnis; ** Prognose; Währungen umgerechnet in Euro; Stand: 27.4.2018

Investment-Beispiele Produkt:

iShares Global Water UCITS ETF

ISIN

IE00B1TXK627

KAG*

Black Rock Asset Management

Anlageschwerpunkt

breit gefächertes Spektrum an Aktien der größten Wasserunternehmen weltweit

Aktueller Preis

33,44 €

Art

vollständiger ETF, ausschüttend

TER**

0,65 %

Wertentwicklung (5 Jahre)***

51,5 %

MULTIPARTNER SICAV - RobecoSAM Sustainable Water Fund B

ISIN

LU0133061175

KAG*

GAM

Anlageschwerpunkt

Unternehmen aus allen Bereichen der Wasserversorgung und -entsorgung im weitesten Sinne

Aktueller Preis

288,77 €

Art

Aktienfonds, thesaurierend

TER**

1,95 %

Wertentwicklung (5 Jahre)***

69,3 %

Pictet - Water-P dy EUR

ISIN

LU0208610294

KAG*

Pictet Asset Management

Anlageschwerpunkt

Aktien von Gesellschaften weltweit, die im Bereich Wasser tätig sind, Schwerpunkt Wasserversorgung und Wassertechnologie

Aktueller Preis

276,89 €

Art

Aktienfonds, ausschüttend

TER**

2,00 %

Wertentwicklung (5 Jahre)***

54,3 %

*KAG: Kapitalanlagegesellschaft; **TER: Total Expense Ratio / Gesamtkosten; *** Wertentwicklungen der Vergangenheit sind kein Indikator für künftige Kurssteigerungen; Stand: 27.4.2018


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