Gold, ein sinnvolles Investment?

„Nach Gold drängt, am Gold hängt doch alles.“ – das wusste schon Johann Wolfgang von Goethe. Bis heute das Edelmetall nichts von seiner Faszination verloren. Vielen Investoren gilt es als sicherer Hafen in Krisenzeiten. Die Kursentwicklung der letzten Jahre zeigt jedoch, dass dem nur bedingt so ist.

Motive, sich einen eigenen Goldschatz anzulegen, gibt es viele. Sei es in Form von Schmuck, um das Herz der Angebeteten zu öffnen, als Zahnersatz für ein glänzendes Lächeln oder in Form von Münzen und Barren, als Vorsorge für schwierige Zeiten. Glücklicherweise muss heutzutage niemand mehr auf Kaperfahrt gehen, denn es gibt einfachere Wege, um an das edle Metall zu gelangen, ganz friedlich versteht sich.

Der einfachste Weg Gold zu erwerben, führt über eine Bank oder einen Goldhändler. Diese bieten Barren und Münzen an, die Anleger direkt vor Ort kaufen können. Die Preise orientieren sich dabei am Preis für eine Feinunze Gold (31,103 Gramm), der zweimal täglich am London Bullion Market festgestellt wird und als offizielle Referenz dient. Hierbei gilt es zu beachten, dass die Preisfeststellung – wie für fast alle Rohstoffe – in US-Dollar erfolgt. Anleger aus dem Euroraum, die ihr Gold in Euro bezahlen, unterliegen somit dem Einfluss des Währungspaares Euro/US-Dollar. Dies birgt Chancen aber auch Risiken. Verliert der Euro gegenüber dem US-Dollar an Wert, würden sich Währungsgewinne ergeben, umgekehrt drohen bei einem Anstieg des Euro gegenüber dem US-Dollar Währungsverluste, die die Wertentwicklung des Goldinvestments schmälern.

Besser am Stück, statt scheibchenweise

Je nachdem, wie groß der private Goldschatz ausfallen soll, bietet es sich an, Münzen oder Barren in einer größeren Stückelung (z. B. 1 Unze bzw. 50 g) zu kaufen. Diese sind etwas günstiger als kleinere Münzen oder Barren (z. B. ¼ Unze bzw. 10 g). Der Grund dafür liegt in dem größeren Aufwand, der bei der Prägung kleinerer Einheiten entsteht und in Form eines Preisaufschlags weitergegeben wird. Darüber hinaus entstehen dem Verkäufer Kosten für den Transport, die Versicherung und die Lagerung des Goldes. Diese werden ebenfalls an den Käufer weitergegeben. Daher liegt der Preis für Goldmünzen oder Barren immer etwas über den in London ermittelten Goldpreis.

Ist das Gold gekauft, stellt sich die Frage der Lagerung auch für den Anleger. Wer nachts ruhig schlafen will, kann Münzen und Barren in einem Bankschließfach deponieren, gegen Gebühr, versteht sich. Die Lagerung in den eigenen vier Wänden – dies kann ruhig wörtlich genommen werden, Stichwort Wandtresor – ist ebenfalls eine Option. Allerdings ist es hierbei sinnvoll, die Versicherungssumme der Hausratversicherung so anzuheben, dass der Wert des daheim gelagerten Goldes bei einem möglichen Einbruchdiebstahl auch vollständig abgedeckt ist. Die meisten Versicherungen setzen für Wertsachen (Schmuck, Bargeld, Goldmünzen) nur eine Entschädigungsgrenze von 20 % der Versicherungssumme an.

Nichts ist sicher, so viel ist sicher

Wer einen Teil seines Geldes in Gold umwandelt, sollte sich zudem bewusst sein, dass ein solches Investment keine laufenden Erträge in Form von Zinsen abwirft. Wertsteigerungen resultieren allein aus einer positiven Entwicklung des Goldpreises. Im derzeitigen Niedrigzinsumfeld verliert dieses Argument zwar an Gewicht. Allerdings ist auch die dem Gold als sicherem Hafen nachgesagte Wertstabilität keineswegs Gesetz. Diese Erfahrung machte, wer im September 2011 investierte, als der Preis für eine Feinunze kurzzeitig über 1.900 US-Dollar kletterte. In den folgenden Jahren verlor das Edelmetall deutlich an Wert und notierte im Dezember 2015 nur noch knapp über der Marke von 1.000 US-Dollar. Ob der Wert des in Gold investierten Kapitals stabil bleibt, hängt vom jeweiligen Einstandskurs, dem Anlagezeitraum und der Entwicklung des Goldpreises innerhalb dieses Zeitraums ab.

Das Wertpapierdepot vergolden

Als Alternative zum Erwerb von Münzen oder Barren haben Anleger auch die Möglichkeit, über Wertpapiere wie Fonds, ETFs oder Zertifikate in Gold zu investieren. Dabei kann die Preisentwicklung des Wertpapiers an die Preisentwicklung einer Feinunze oder z. B. eines 100-Gramm-Barrens gekoppelt sein. Anleger partizipieren mit den Papieren sowohl an steigenden als auch an fallenden Preisen. Beim Kauf entstehen die üblichen Kosten für den Kauf von Wertpapieren (Orderentgelt). Im Gegensatz zum Direktinvestment fallen jedoch keine zusätzlichen Kosten für Verwahrung oder Versicherung an.

Bei einigen Zertifikaten und ETFs, die mit physischem Gold hinterlegt sind, haben Anleger zusätzlich zur Partizipation an der Kursentwicklung die Möglichkeit, sich das Gold entsprechend der jeweiligen Vertragsbedingungen ausliefern zu lassen. Dafür fallen wiederum Kosten an, die je nach Anbieter unterschiedlich hoch sind. Darüber hinaus gilt es insbesondere bei Zertifikaten das Emittentenrisiko zu beachten, das bei Investmentfonds bzw. ETFs nicht besteht.

Für welche Form des Goldkaufs man sich am Ende auch entscheidet: Eine Erfolgsgarantie gibt es nicht. Weder für den Werterhalt noch für die Zuneigung der Herzensdame.


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