Produktkennzahlen – Worauf sollten Sie achten?

Eine breite Auswahl an Produkten ist grundsätzlich eine gute Sache. Doch wer die Wahl hat, hat oftmals auch die Qual, das richtige Produkt zu finden. Vergleichen lautet daher die Devise. Produktkennzahlen geben dabei wertvolle Hilfestellung.

Aktien: Gewinn und Dividenden

Zu den am häufigsten verwendeten Bewertungskriterien von Aktien zählen der Gewinn und die Dividende. Um mehrere Unternehmen unterschiedlicher Größe besser miteinander vergleichen zu können, werden diese Größen in Relation zum Aktienkurs des jeweiligen Unternehmens betrachtet. So gibt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) Auskunft darüber, wie viele Jahre der für das laufende oder folgende Geschäftsjahr erwartete Gewinn von einem Unternehmen erwirtschaftet werden muss, um den aktuellen Aktienkurs zu rechtfertigen. Dabei gilt: Je niedriger das KGV, desto günstiger ist die Aktie.
 
Erzielt ein Unternehmen Gewinne, schüttet es in der Regel einen Teil davon als Dividende an die Aktionäre aus. Dividenden sind neben möglichen Kursanstiegen ein wichtiger Ertragsfaktor bei der Aktienanlage. Anhand der Dividendenrendite lässt sich erkennen, welche Unternehmen eine besonders aktionärsfreundliche Dividendenpolitik betreiben. Grundsätzlich gilt: je höher die Dividendenrendite, desto besser. Allerdings kann eine hohe Dividendenrendite auch das Ergebnis eines starken Kursverfalls sein, der auf Probleme im Unternehmen schließen lässt. Daher sollte darauf geachtet werden, dass Unternehmen mit einer vergleichsweise hohen Dividendenrendite diese in der Vergangenheit durch nachhaltig hohe Gewinne erzielen konnten.

Investmentfonds und ETFs: Qualität günstig kaufen

Wer statt in Einzelaktien lieber breit gestreut investiert und daher z.B. Investmentfonds den Vorzug gibt, für den kommen andere Kennzahlen in Betracht. An erster Stelle ist hier der Ausgabeaufschlag zu nennen, eine einmalige Gebühr, die beim Erwerb von Fondsanteilen fällig wird. Die Höhe des Ausgabeaufschlags ergibt sich aus der Differenz zwischen dem Wert eines Fondsanteils und dem Ausgabekurs. Da der Ausgabeaufschlag die Wertentwicklung des Investments mindert, sollte er möglichst gering ausfallen. Nicht umsonst besagt eine alte Kaufmannsregel: Der Gewinn liegt im (günstigen) Einkauf.
 
Der Ausgabeaufschlag ist jedoch nicht der einzige Kostenfaktor, der bei Investmentfonds anfällt. Schließlich will das Management für seine Dienste auch bezahlt werden (Managementgebühr). Zudem müssen Depotgebühren und Kosten für Käufe und Verkäufe berücksichtigen werden. Die Kennzahl Gesamtkosten (TER = Total Expense Ratio) p.a. weist daher die Summe aller Kosten in % aus, die bei einem Investmentfonds in einem Jahr angefallen sind.
 
Günstig im Hinblick auf die Kosten sind ETFs. Da diese in der Regel einen Index passiv nachbilden, wird kein aktives Management benötigt, wodurch die Verwaltungsgebühr sehr niedrig ausfällt. Ein weiterer Kostenvorteil, mit dem ETFs punkten können, ist der fehlende Ausgabeaufschlag. Denn beim Handel über die Börse werden nur die üblichen Transaktionsgebühren fällig.

Ertrag ist gut, aber das Risiko?

Die Wertentwicklung innerhalb eines bestimmten Zeitraums ist ein weiteres Kriterium, mit dem sich Fonds vergleichen lassen. Sie wird in der Regel in Prozent angegeben und stellt den Quotienten aus dem aktuellen Kurs und dem Kurs zu Beginn des betrachteten Zeitraums dar. Auch wenn die Kursentwicklung in der Vergangenheit kein verlässlicher Indikator für die künftige Entwicklung ist, so kann man aus der längerfristigen Wertentwicklung (3 oder 5 Jahre) doch erkennen, ob die Strategie, die ein Fondsmanager verfolgt, Erfolg versprechend ist und ob es nicht vielleicht noch bessere Alternativen gibt.
 
Wie Aktien, so unterliegt auch der Wert der von Fondsanteilen Schwankungen. Die Kennzahl Volatilität gibt an, in welcher Bandbreite sich der Preis der Anteile in der Vergangenheit um seinen Mittelwert bewegt hat. Je höher die Volatilität, umso stärker waren die Kursschwankungen und damit das Risiko des Investmentfonds. Schwankungsbreite und mögliche Kursrückgänge führen zu einer weiteren Kennzahl, der Sharpe Ratio. Sie setzt die Wertentwicklung des Fonds (Ertrag) ins Verhältnis zu dessen Volatilität (Risiko) und gibt Aufschluss darüber, welches Risiko ein Anleger in Kauf nehmen musste, um an der Wertentwicklung des Investmentfonds teilzuhaben. Hier gilt: Je höher der Wert der Sharpe Ratio, desto mehr hat sich rückblickend das eingegangene Risiko im Vergleich zu einer risikolosen Geldmarktanlage gelohnt.


Ihre Bewertung

War dieser Artikel hilfreich für Sie? Vielen Dank! Vielen Dank! Vielen Dank!