Deutsche Börse: Die Aufsteiger des Frühlings

Bewegung in den wichtigen Indizes – welche Unternehmen den Aufstieg geschafft haben.

Eine Analyse von BÖRSE ONLINE, Martin Hintze | Werbemitteilung

Viele Anleger*innen schauen mit Spannung auf die regelmäßigen Anpassungen der Indizes der Deutschen Börse. Jedes Jahr im September wird die Zusammensetzung der Mitglieder von Dax, MDax & Co. grundsätzlich auf den Prüfstand gestellt. Aber auch zwischendurch kann es zu Änderungen kommen – zuletzt am 22. März. Es kann sich lohnen, die Aufsteiger unter die Lupe zu nehmen. Das ist derzeit besonders interessant, weil Dax und MDax im September einer Renovierung unterzogen werden. Die erste Börsenliga wird statt wie bisher 30 dann 40 Unternehmen umfassen. Der MDax dagegen wird um zehn auf dann 50 Gesellschaften verkleinert. Wichtige Kriterien für eine Dax-Aufnahme: mindestens zwei Jahre lang ein positives Ergebnis auf Stufe Ebitda, also vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und sonstigen Finanzierungsaufwendungen. Außerdem wird die (handelbare) Marktkapitalisierung betrachtet.

Der Aufstieg in einen nächsthöheren Index kann die Kurse beeinflussen. Denn Indexfonds müssen die Aktien der Aufsteiger ins Portfolio aufnehmen. Damit werden zusätzliche Umsätze generiert, die steigende Nachfrage kann zu anziehenden Kursen führen. Allerdings ist eine solche Entwicklung kein Automatismus, zudem unterliegen Aktien stets einem allgemeinen Kursrisiko. Entscheidend sollte stets sein, dass Investorinnen und Investoren vom fundamentalen Geschäftsmodell und von soliden Zahlen des Unternehmens überzeugt sind.

Nachhaltige Energie

Die geringste Bewegung gab es zuletzt im Dax. Nivea-Hersteller Beiersdorf musste den Blue-Chip-Index verlassen und machte so Platz für die noch junge Siemens-Abspaltung Siemens Energy. Das Unternehmen wurde vor einem Jahr ausgegründet und bringt es auf einen Umsatz von fast 28 Milliarden Euro. Analysierende sehen die Vorteile des Münchner Konzerns vor allem in der hervorragenden Aufstellung entlang der gesamten Energiewertschöpfungskette. Einer der Schwerpunkte von Siemens Energy liegt im Bereich Wasserstoff. Der saubere Energieträger dürfte weltweit an Bedeutung gewinnen.

Den MDax haben drei Unternehmen verlassen, nämlich Aareal Bank, Metro und Osram. Aufgestiegen ist der Wind- und Sonnenergie-Spezialist Encavis. Das 2001 gegründete Hamburger Unternehmen investiert in Solarparks sowie in Onshore-Windparks. Die Zahlen fürs Gesamtjahr 2020, welche die Hanseaten kürzlich vorlegten, sehen erfreulich aus. So kletterte der Umsatz stärker als erwartet auf 292,3 Millionen Euro, der operative Gewinn vor Zins- und Steuerbelastung lag bei 132,2 Millionen Euro. Die Freude der Analysten und Analystinnen fiel dennoch verhalten aus, weil der Ausblick für 2021 keine allzu großen Sprünge erwarten lässt.

Ebenfalls aus dem Segment nachhaltige Energie kommt der MDax-Aufsteiger Nordex. Die Hamburger bauen Windkraftanlagen. Im Gegensatz zu Encavis fiel das Ergebnis 2020 trotz eines deutlich gestiegenen Umsatzes nicht allzu positiv aus. Beobachter*innen bewerten es trotzdem als positiv, dass Nordex 2020 trotz aller Belastungen Zukunftsinvestitionen umgesetzt und die Ziele erfüllt habe. Zudem seien die Ziele für 2022 bestätigt worden. Nordex dürfte in den nächsten Jahren vom globalen Ausbau der Windenergie profitieren, der zum Erreichen der Klimaziele notwendig ist.

Süße Phantasie

Der dritte Neuling im MDax ist Porsche SE. Das Unternehmen ist die Holding-Gesellschaft, die fast ein Drittel des Volkswagen-Aktienkapitals hält. Und im Zuge positiver Bewertungen für die VW-Vorzugsaktien haben die Investmenthäuser zuletzt reihenweise die Kursziele für Porsche erhöht.

Aus dem SDax sind Encavis und Nordex in den MDax geklettert, Osram, Metro und Aareal Bank müssen sich dagegen nach dem MDax-Abstieg eine Klasse niedriger einsortieren. Aus dem SDax ausgeschieden sind der Baumarktbetreiber Hornbach, die Software-Firma SNP, die Deutsche Beteiligungs-AG sowie Cropenergies. Als stolzes Neumitglied im SDax zeigt sich der Autozulieferer Leoni. Die Nürnberger, davon sind die Investmentbanken überzeugt, sind auf dem richtigen Weg, verbrennen derzeit allerdings Geld. Investierende sollten daher die Titel des Konzerns, dessen Umsatz 2020 um 14,6 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro eingebrochen war, mit Vorsicht betrachten.

Hightech aus Garching bei München hat es in den SDax geschafft: Süss Microtec bietet Geräte und Prozesslösungen für Halbleiterhersteller sowie für Nano- und Mikrosystemtechnik an. Dabei haben die Bayern die Trendwende im schwierigen Geschäftsjahr 2020 gemeistert und die Prognosen deutlich übertroffen. Nachdem das Ergebnis vor Zins- und Steuerbelastung im Vorjahr noch bei minus 13,8 Millionen Euro gelegen hatte, erwirtschaftete Süss nach vorläufigen Zahlen 2020 ein Plus von 20,9 Millionen Euro. Zudem hat das Management die erwarteten Zahlen beim Auftragseingang deutlich nach oben korrigiert. Anlegende können auf einen Kauf durch andere Unternehmen wetten – Süss wird als interessanter Übernahmekandidat gehandelt.

Grüner Wasserstoff

Ebenfalls den Aufstieg gemeistert hat SGL Carbon. Der Hersteller von Kohlenstoff-Erzeugnissen wird der Spezialchemie-Branche zugerechnet. Bei den Wiesbadenern soll es in diesem Jahr wieder bergauf gehen. Nachdem der Umsatz 2020 um rund 15 Prozent auf 919,4 Millionen Euro zurückging, sollen in diesem Jahr wieder 920 bis 970 Millionen Euro erzielt werden. Ein Restrukturierungs- und Transformationsprogramm, das bis 2023 läuft, soll beim Sparen helfen. Die meisten Beobachter*innen bleiben skeptisch.

Ihren Platz im TecDax musste die New Work SE räumen, die das Netzwerk Xing betreibt. Ihren Platz nimmt die SMA Solar Technology ein. Die Nordhessen bauen unter anderem Wechselrichter für Photovoltaikanlagen. Das vergangene Jahr ist mit einem Umsatzplus von 12,2 Prozent auf gut eine Milliarde Euro recht gut durchs erste Krisenjahr gekommen. Auch die Ergebnisseite hat sich mit einer Marge von sieben Prozent auf der Basis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und sonstigen Finanzierungsaufwendungen recht gut entwickelt. Der Vorstand prognostiziert für 2021 zudem ein um etwa 100 Millionen Euro wachsendes Geschäft, auch die Marge soll demnach noch zulegen. Nach eigenen Angaben sind die Aussichten vor allem im „Power-to-Gas-Markt“ erfreulich, einem Markt, in den SMA gerade erst expandiert ist. Dabei geht es um das Erzeugen von „grünem Wasserstoff“ aus erneuerbaren Energien – womit sich auch der Kreis zum Dax-Aufsteiger Siemens Energy schließt.

Investmentbeispiele:

Encavis

  • ISIN: DE0006095003
  • Neuer Index: MDax
  • Aktueller Kurs: 16,69 €
  • KGV* (2021): 34,6
  • Gewinn/Aktie (2021**): 0,48 €
  • Dividende (2021**): 0,29 €
  • Dividendenrendite (2021**): 1,8 %

Leoni

  • ISIN: DE0005408884
  • Neuer Index: SDax
  • Aktueller Kurs: 10,62 €
  • KGV* (2021): V****
  • Gewinn/Aktie (2021**): -2,16 €
  • Dividende (2021**): 0,00 €
  • Dividendenrendite (2021**): 0,0 %

Nordex

  • ISIN: DE000A0D6554
  • Neuer Index: MDax
  • Aktueller Kurs: 28,28 €
  • KGV* (2021): 494,0
  • Gewinn/Aktie (2021**): 0,05 €
  • Dividende (2021**): 0,00 €
  • Dividendenrendite (2021**): 0,0 %

Porsche SE

  • ISIN: DE000PAH0038
  • Neuer Index: MDax
  • Aktueller Kurs: 93,64 €
  • KGV* (2021): 7,8
  • Gewinn/Aktie (2021**): 11,96 €
  • Dividende (2021**): 3,05 €
  • Dividendenrendite (2021**): 3,3 %

SGL Carbon

  • ISIN: DE0007235301
  • Neuer Index: SDax
  • Aktueller Kurs: 6,42 €
  • KGV* (2021): 96,7
  • Gewinn/Aktie (2021**): 0,06 €
  • Dividende (2021**): 0,00 €
  • Dividendenrendite (2021**): 0,0 %

Siemens Energy***

  • ISIN: DE000ENER6Y0
  • Neuer Index: Dax
  • Aktueller Kurs: 31,15 €
  • KGV* (2021): 53,5
  • Gewinn/Aktie (2021**): 0,56 €
  • Dividende (2021**): 0,14 €
  • Dividendenrendite (2021**): 0,4 %

SMA Solar Technology

  • ISIN: DE000A0DJ6J9
  • Neuer Index: TecDax
  • Aktueller Kurs: 52,70 €
  • KGV* (2021): 60,1
  • Gewinn/Aktie (2021**): 0,88 €
  • Dividende (2021**): 0,22 €
  • Dividendenrendite (2021**): 0,4 %

Süss Microtec

  • ISIN: DE000A1K0235
  • Neuer Index: SDax
  • Aktueller Kurs: 22,75 €
  • KGV* (2021): 25,3
  • Gewinn/Aktie (2021**): 1,09 €
  • Dividende (2021**): 0,00 €
  • Dividendenrendite (2021**): 0,0 %

*KGV: Kurs-Gewinn-Verhältnis, Berechnung anhand des prognostizierten Gewinns; ** Prognose; Fremdwährungen umgerechnet in Euro; Hinweis: Zukunftsbezogene Wertentwicklungs- oder Ergebnisangaben stellen keinen verlässlichen Indikator für zukünftige Wertentwicklungen dar; *** Geschäftsjahresende 30.9.; **** V: Verlust; Stand: 6.4.2021

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Autor: Martin Hintze