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Eisenbahn-Aktien: Erträge wie auf Schienen

Warum Siemens, Alstom und Co. interessant für Anleger sind.

Eine Analyse von BÖRSE ONLINE, Kai Makus | Werbemitteilung

Das waren noch Zeiten: Die Aktien der Taunusbahn etwa waren bei der Emission um das 40-Fache überzeichnet. Viele andere Gesellschaften der Branche brachten den Anlegern für damalige Verhältnisse üppige Gewinne in nur wenigen Monaten. Innerhalb von gerade mal zwei Jahren stieg die Zahl der börsennotierten Eisenbahn-Gesellschaften von vier auf 17. Lange ist es her: Das war die Hausse des Schienenverkehrs in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Doch dann brachen die Kurse ein, und nach 1848 hatten die Deutschen keine Lust mehr, auf Eisenbahnunternehmen zu setzen. Wie viele Jahre später bei der Telekom hatten damals vor allem Kleinaktionäre das Nachsehen.

Mittlerweile hat sich die Zahl der Branchenunternehmen an der Börse deutlich verkleinert. Doch noch immer finden sich die Namen von Schienennetz-Betreibern sowie Herstellern von Lokomotiven, Waggons und Firmen entlang der weiteren Wertschöpfungskette auf den Kurszetteln. Darunter sind durchaus spannende Aktien. Das bekannteste Investment war wohl die Übernahme von Burlington Northern Santa Fe (BNSF) im Jahr 2009 durch Warren Buffetts Anlagevehikel Berkshire Hathaway. Rund 40 Milliarden Euro ließ sich das „Orakel aus Omaha“ den Kauf damals kosten.

Lokomotiven und Waggons

Wer heute auf die nachhaltige Alternative zum Straßenverkehr setzen möchte, kommt an den großen Lok-Bauern nicht vorbei. In Deutschland ist das Siemens. Die Münchner produzieren unter anderem Straßenbahnen, Regionalzügen, Lokomotiven und Anlagen für die Betriebsführung, etwa Signalanlagen. In Vorbereitung einer geplanten Fusion mit dem französischen Wettbewerber Alstom löste Siemens die Bahnaktivitäten aus dem Konzern heraus. Seit die zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager den Zusammenschluss untersagte, agiert die Siemens Mobility GmbH als eigenständige Konzerntochter. Anleger können einen mittelfristigen Börsengang der Bahn-Sparte erwarten. Aber auch für Technologie-Aktionäre insgesamt ist Siemens ein attraktiver Wert.

Die französische Alstom stellt Straßenbahnen, U-Bahnen, Regionalzüge, Güterzüge und Signalsysteme her. Der Konzern konzentriert sich seit 2015 auf den Schienenverkehr – damals gab das Unternehmen aus Saint-Ouen-sur-Seine die Energiebereiche an General Electric ab. Zuletzt machte der Kauf der Bahnsparte des angeschlagenen kanadischen Rivalen Bombardier Schlagzeilen. Dabei hatte Alstom im September aufgrund der prekären Situation Bombardiers nachverhandelt und noch einmal 300 Millionen Euro gespart. Analysten wie Akash Gupta von JPMorgan lobten das „mittelfristig enorme Wertschöpfungspotenzial“. Investoren sollten die Alstom-Papiere genauer unter die Lupe nehmen, zumal sie diese Aktie zwar mit dem allgemeinen Kursrisiko, aber ohne Währungsrisiko ins Depot nehmen könnten.

Elektromotoren und Steuertechnik

Das sieht bei den Titeln der japanischen Nidec anders aus, die in Yen notiert. Der Konzern aus Kyoto, der offiziell unter Nihon Densan firmiert, ist in einem zukunftsträchtigen Markt unterwegs: Er stellt Elektromotoren – unter anderem für Lokomotiven – her. Das ist zwar nur ein Teilbereich, aber zusammen mit dem Geschäftsfeld E-Motoren für Autos insbesondere angesichts aktueller Energiespar-Diskussionen ein besonders interessanter. Nidec will bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres den Umsatz um 14 Prozent, den Gewinn um 44 Prozent steigern. Allerdings sind die Aktien bereits relativ hoch bewertet.

Das sieht bei der kleinen init – Innovation in Traffic Systems – besser aus. Die Karlsruher, die im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 156,5 Millionen Euro erwirtschaftet haben, beschäftigen sich mit IT-Lösungen für den öffentlichen Personenverkehr. Dabei geht es zum Beispiel um Fahrpläne, Einsatzpläne für Fahrer und Fahrzeuge, den Fahrscheinverkauf bis hin zu Informationen für Fahrgäste. Attraktiv ist das Geschäft durch eine breite internationale Ausrichtung und den modularen Aufbau der Komponenten, so dass bestehende Produkte leicht zu erweitern sind. Marktbeobachter rechnen bei init mit stetigem Wachstum beim Umsatz, spannenden Gewinnaussichten sowie einem sehr soliden Cashflow.

Klassischer Güterverkehr

Wer sich für klassische Eisenbahn-Titel interessiert, muss sich außerhalb des Euroraums umschauen. In Kansas City in den USA hat die Schienenverkehr-Holding Kansas City Southern ihren Sitz. Das Unternehmen ist im Güterfernverkehr in den Vereinigten Staaten und in Mexiko tätig, der Umsatz lag im vergangenen Jahr bei 2,9 Milliarden Dollar (knapp 2,5 Milliarden Euro); allerdings dürfte das Wachstum aufgrund der Corona-Krise erst einmal gebremst werden. Das gilt auch für die Canadian Pacific Railway aus Calgary, die 2019 rund 7,8 Milliarden Kanadische Dollar (5,0 Milliarden Euro) Umsatz erwirtschaftete. Dennoch: Insbesondere für nachhaltig orientierte Investoren mit einem mittleren bis langen Anlagehorizont können die Eisenbahn-Aktien als eine interessante Ergänzung für bestehende Depots dienen.

Buffett jedenfalls hat sich bisher nicht von seiner Bahngesellschaft getrennt. Mittlerweile ist Burlington Northern Santa Fe die Nummer zwei in den Vereinigten Staaten mit einem Streckennetz von etwa 51.000 Kilometern Länge, rund 37.000 davon im eigenen Besitz, 41.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von 23,5 Milliarden Dollar. Dass die Firma, die der Star-Investor von der Börse nahm, Gewinne einfährt, versteht sich bei Buffett fast von selbst.

Investment-Beispiele Aktien:

Alstom***

  • ISIN FR0010220475
  • Aktueller Kurs: 45,29 €
  • KGV* (2021): 19,9
  • Gewinn/Aktie (2021**): 2,25 €
  • Dividende (2021**): 0,71 €
  • Dividendenrendite (2021**): 1,6 %

Canadian Pacific Railway

  • ISIN CA13645T1003
  • Aktueller Kurs: 250,90 €
  • KGV* (2021): 20,2
  • Gewinn/Aktie (2021**): 12,53 €
  • Dividende (2021**): 2,22 €
  • Dividendenrendite (2021**): 0,9 %

Init – innovation in traffic systems

  • ISIN DE0005759807
  • Aktueller Kurs: 31,60 €
  • KGV* (2021): 19,7
  • Gewinn/Aktie (2021**): 1,61 €
  • Dividende (2021**): 0,52 €
  • Dividendenrendite (2021**): 1,7 %

Kansas City Southern

  • ISIN US4851703029
  • Aktueller Kurs: 153,00 €
  • KGV* (2021): 22,2
  • Gewinn/Aktie (2021**): 6,96 €
  • Dividende (2021**): 1,36 €
  • Dividendenrendite (2021**): 0,9 %

Nidec***

  • ISIN JP3734800000
  • Aktueller Kurs: 74,12 €
  • KGV* (2021): 39,2
  • Gewinn/Aktie (2021**): 1,92 €
  • Dividende (2021**): 0,56 €
  • Dividendenrendite (2021**): 0,7 %

Siemens****

  • ISIN DE0007236101
  • Aktueller Kurs: 115,16 €
  • KGV* (2021): 18,7
  • Gewinn/Aktie (2021**): 6,29 €
  • Dividende (2021**): 3,85 €
  • Dividendenrendite (2021**): 3,3 %

*KGV: Kurs-Gewinn-Verhältnis; ** Prognose; *** Geschäftsjahresende 31.3.; **** Geschäftsjahresende 30.9.; Fremdwährungen umgerechnet in Euro; Stand: 30.09.2020

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Autor: Kai Makus