Euro Stoxx 50: Fundgrube für Anlegende

Der Index der Top-Werte aus dem Euroraum bietet für jedes Depot interessante Aktien.

Eine Analyse von BÖRSE ONLINE, Martin Hintze | Werbemitteilung

Seit Mitte November klettern die Kurse der wichtigsten Indizes. Und viele Volkswirtinnen und Volkswirte meinen: Angesichts der konjunkturellen Erholung nach dem ersten Corona-Schock im März vergangenen Jahres wird sich die Wachstumsphase noch lange fortsetzen – wenn auch mit abnehmender Dynamik. Aber: Echte Rezessionsrisiken dürften – trotz steigender Inflation – wohl erst in vier oder fünf Jahren auftreten. Anlegende können demnach auf eine solide Börsenentwicklung hoffen.

Allerdings: Manche Probleme könnten in den nächsten Monaten für zeitweise sinkende Notierungen sorgen, etwa die anhaltenden Lieferengpässe insbesondere bei chinesischen (Vor-)Produkten. Und natürlich neue Corona-Varianten. In den vergangenen Quartalen hat sich jedoch immer wieder gezeigt, dass sich solche Sorgen nicht in den Gewinnen der Unternehmen niederschlagen. Im Gegenteil: Viele Konzerne gerade aus den Blue-Chip-Indizes überraschten die Anlegerinnen und Anleger positiv.

Starkes Wachstum

Ein Blick auf die Konsensprognosen aus den Banken und Investmenthäusern zeigt zudem, dass die Aussichten gut sind. So liegen die Schätzungen für das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts 2021 im Euroraum bei 4,6 Prozent, 2022 sollen es 4,4 Prozent werden. Dabei fällt auf: Gerade einstige europäische Sorgenkinder wie Italien weisen besonders hohe Quoten auf. Grund genug, sich einige Aktien aus dem Euro Stoxx 50 genauer anzuschauen. Denn bei einigen Titeln überzeugt das Geschäftsmodell besonders, erscheinen die Dividendenrenditen sehr attraktiv oder liegt die Bewertung aktuell auf niedrigem Niveau.

Eine Kombination aus hoher Dividendenrendite und niedrigem Kurs-Gewinn-Verhältnis zeigen der deutsche Autobauer Daimler und die spanische Großbank Santander. Bei Daimler hat der Aktienkurs zuletzt etwas geschwächelt. Analysierende wie Kai Mueller von Barclays setzen jedoch nicht zuletzt auf den Dezember: Dann nämlich soll die Lkw-Sparte abgespalten werden. Vor diesem Hintergrund sei das Papier derzeit zu niedrig bewertet. Santander profitiert von der scharfen Kostenkontrolle und von gezielten Zukäufen im Ausland. Bremsend wirken sich dagegen die anhaltend niedrigen Zinsen und der harte Wettbewerb aus.

Luxus zieht

Im zukunftsträchtigen Feld der elektronischen Zahlungsabwicklung ist der niederländische Finanzdienstleister Adyen aktiv. Das Unternehmen hat angesichts steigender Nutzerzahlen gute Aussichten. Aber: Die Bewertung ist bereits sehr hoch. Hier sollten Anlegende Zurückhaltung üben und auf Kursrücksetzer warten, bevor sie einen Kauf in Betracht ziehen. Auf einem soliden Steigflug befindet sich auch die Airbus Group. Trotz des Zwangs-Groundings der Fluggesellschaften sei, so Analyst Wolfgang Donie von der NordLB, der Konzern bislang gut durch die Krise gekommen. Tatsächlich war die Zahl der Auslieferungen vor allem im zweiten Quartal deutlich gestiegen, zuletzt gab es einen – erwarteten – Rückgang.

Was den Luxusgüterkonzern LVMH angeht, ist das Votum der Analystinnen und Analysten fast einhellig: Die Franzosen haben ein erstaunlich starkes erstes Halbjahr 2021 hingelegt. Erfreulich ist zudem, dass das Management die Nachhaltigkeit der Gewinnmargenentwicklung unterstrichen hat. Und was für LVMH gilt, kann der ebenfalls französische Wettbewerber Kering nicht minder für sich in Anspruch nehmen. Mehrere Beobachtende haben in den vergangenen Wochen ihre Kursziele angehoben. „Der Luxusgüterkonzern hat besser als erwartet abgeschnitten“, begründete etwa Analystin Aurelie Husson-Dumoutier von der Investmentbank Kepler Cheuvreux.

Engpass Kapazitäten

Der deutsche Chip-Spezialist Infineon befindet sich in einer etwas schwierigen Situation. Alles dreht sich darum, wie sich die Nachfrage der Endabnehmer im nächsten Jahr entwickelt. Das ist insofern entscheidend für die Münchner, da zu viele neue Orders kaum noch zu bewältigen sind. Der Auftragsbestand des Unternehmens befinde sich auf einem Rekordhoch und decke mittlerweile mehr als zwei Jahre ab, meint Analyst Dirk Schlamp von der DZ Bank. Doch werden die Kapazitäten 2022 reichen?

Ein Blick auf die Charttechnik zeigt für den Euro Stoxx 50 einen bearishen Aufwärtskeil (siehe Grafik unten). Das ist die Nachricht, die zunächst aufhorchen lassen sollte. Denn dort, wo sich Unterstützung und Widerstand treffen, droht der Kurs nach unten zu kippen. Viel wichtiger sind die beiden kurzfristigen Unterstützungslinien bei 3925 und bei 4060 Punkten. Werden diese beiden nach unten durchbrochen, dürfte erheblicher Verkaufsdruck einsetzen. Anlegende können gezielt auf interessante Einzelaktien setzen. Alternativ gibt es eine Reihe von Investmentfonds und ETFs, die den Euro Stoxx 50 abbilden.

Investment-Beispiele Aktien:

Name ISIN Aktueller Kurs KGV* (2021) Gewinn/Aktie (2021**) Dividende (2021**) Dividendenrendite (2021**)
Adyen NL0012969182 2.689,50 € 189,5 14,42 € 0,00 € 0,0 %

Airbus Group

NL0000235190 116,60 € 34,0 3,40 € 0,84 € 0,7 %
Daimler DE0007100000 70,65 € 6,1 11,65 € 3,86 € 5,4 %

Infineon****

DE0006231004 36,95 € 45,5 0,79 € 0,26 € 0,7 %
Kering FR0000121485 697,40 € 27,0 24,91 € 10,44 € 1,5 %
LVMH FR0000121014 651,00 € 30,9 20,27 € 7,87 € 1,3 %
Santander ES0113900J37 3,13 € 8,2 0,38 € 0,16 € 5,4 %

*KGV: Kurs-Gewinn-Verhältnis; ** Prognose; Fremdwährungen umgerechnet in Euro; *** V: Verlust; ****: Geschäftsjahresende 30.9.; Stand: 03.09.2021

Autor: Martin Hintze