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Immobilien-Investments: Felsen im Sturm?

Trotz Coronakrise zeigt sich der Markt relativ robust.

Eine Analyse von BÖRSE ONLINE , Kai Makus | Werbemitteilung

Drei wesentliche Möglichkeiten gibt es für Anleger, in Immobilien zu investieren: durch den direkten Kauf einer Wohnung oder eines Gebäudes, durch den Erwerb von Anteilen an einem Finanzprodukt, etwa an offenen Immobilienfonds, oder über die Aktien börsennotierter Immobiliengesellschaften. Kann sich das als gewinnbringend erweisen – trotz Corona? In einer Studie der BNP Paribas heißt es: „Aufgrund der bereits wieder spürbaren Konjunkturerholung, der massiven staatlichen Stützungsmaßnahmen und der stabilisierenden Wirkung der Kurzarbeit gehen die Anleger davon aus, dass sich Deutschland relativ schnell erholen wird und sich die übergeordneten Trends der letzten Jahre anschließend fortsetzen werden.“ Zwar gab es im zweiten Quartal eine Delle, die aber im dritten Quartal wieder ausgeglichen wurde. Nun stellt sich die spannende Frage, wie es im letzten Drei-Monats-Zeitraum des Jahres weitergeht.

Gefragt sind nicht zuletzt – zunehmend etwas größere – Wohnimmobilien. Schließlich soll auch Platz fürs Homeoffice vorhanden sein. Christian Balletshofer, Immobilienchef der Bayerischen Hausbau: „Aktuell sind wir bei der Nachfrage nach Wohnungen auf dem Stand vor Corona." Beobachter sehen dabei einen Trend zu preislich stagnierenden Innenstadtlagen und einer Bewegung in Richtung Speckgürtel. Trotzdem: Auch Büroimmobilien sind gesucht – sie machen laut BNP Paribas immerhin 37 Prozent des Transaktionsvolumens in Deutschland aus.

Was wird aus dem Mietdeckel?

Nicht alle Analysten allerdings sehen die Entwicklung im Bürosektor besonders positiv. So notiert Marc Mozzi von der Bank of America Merrill Lynch über den Dax-Titel Deutsche Wohnen, das Unternehmen leide unter dem „perfekten Sturm einer beispiellosen Rezession“. Dennoch sieht er in den Aktien des Berliner Konzerns aufgrund des hohen Portfolio-Anteils an Wohnraum Potenzial, da die Zinsen noch längere Zeit niedrig bleiben dürften. Zudem rechnen Experten damit, dass der Berliner Mietdeckel als verfassungswidrig eingestuft werden dürfte. Das würde die Erträge in Schwung bringen.

Für Schlagzeilen sorgte im Frühjahr LEG Immobilien. Die Düsseldorfer streckten die Fühler nach dem etwas kleineren Konkurrenten TAG Immobilien aus. Allerdings gaben die Firmenchefs das Vorhaben bereits nach wenigen Tagen wieder auf – offenbar konnte keine Einigung über das mögliche Volumen im Rahmen des geplanten Aktientauschs erzielt werden. Investoren bewerten das Unternehmen dennoch positiv: LEG wachse aus eigener Kraft und sei sowohl mit Modernisierungen – und daraus resultierenden höheren Mieterträgen – als auch im Servicegeschäft erfolgreich, schrieben etwa die Analysten der Privatbank Hauck & Aufhäuser.

Konzentration auf Wohnimmobilien

Bereits seit 1882 am Markt ist TAG Immobilien, das Unternehmen wurde einst als Eisenbahngesellschaft gegründet. Die Hamburger sind auf Wohnimmobilien spezialisiert – und mussten im zweiten Quartal Federn lassen. Allerdings haben sich die Vermietungsaktivitäten des Immobilienkonzerns nach dem Shutdown wieder beschleunigt. TAG sollte nach Einschätzung von Analysten künftig gut durch das allgemein schwierige Wirtschaftsumfeld kommen. Stabile Mieterträge sowie der Fokus auf den attraktiven Berliner Markt machen die Aktien der Gesellschaft langfristig interessant. Immobilien-Titel unterliegen wie alle Aktien dem allgemeinen Markt- und damit Kursrisiko.

Während LEG und TAG ganz überwiegend in Deutschland investieren, ist Patrizia Immobilien international aufgestellt. Allein im vergangenen Jahr haben die Augsburger mehr als neun Milliarden Euro in neue Objekte investiert, darunter in Spanien und den Niederlanden. Insgesamt liegt der Wert der Immobilien des Unternehmens bei mehr als 45 Milliarden Euro. Kleiner Haken: Die unterschiedliche Entwicklung der Corona-Pandemie in den einzelnen Ländern macht die Erfolgsaussichten schwierig einschätzbar.

Fonds als Alternative

Anleger streuen mit den Aktien von Immobilienunternehmen ihr Risiko über verschiedene Regionen und Bereiche. Traditionell gelten Immobilien als eher konservative Investments, wobei die Folgen der Corona-Krise auch auf den Immobilien-Markt durchschlagen. Dennoch bieten die Titel der Branche für Anleger mit mittel- bis langfristigem Horizont eine interessante Option. Wer direktere Investments eingehen, dabei aber nicht das Risiko des Erwerbs einzelner Objekte eingehen möchte, kann sich bei offenen Immobilienfonds umschauen, bei denen die enthaltenen Gebäude als Sondervermögen einen gewissen zusätzlichen Schutz versprechen (siehe Tabelle unten).

Investment-Beispiele Aktien:

Deutsche Wohnen

  • ISIN DE000A0HN5C6
  • Aktueller Kurs: 43,96 €
  • KGV* (2021): 23,4
  • Gewinn/Aktie (2021**): 1,85 €
  • Dividende (2021**): 0,97 €
  • Dividendenrendite (2021**): 2,3 %

LEG Immobilien

  • ISIN DE000LEG1110
  • Aktueller Kurs: 118,90 €
  • KGV* (2021): 10,4
  • Gewinn/Aktie (2021**): 11,16 €
  • Dividende (2021**): 4,05 €
  • Dividendenrendite (2021**): 3,5 %

Patrizia

  • ISIN DE000PAT1AG3
  • Aktueller Kurs: 19,70 €
  • KGV* (2021): 23,8
  • Gewinn/Aktie (2021**): 0,82 €
  • Dividende (2021**): 0,33 €
  • Dividendenrendite (2021**): 1,7 %

TAG Immobilien

  • ISIN DE0008303504
  • Aktueller Kurs: 26,04 €
  • KGV* (2021): 10,7
  • Gewinn/Aktie (2021**): 2,35 €
  • Dividende (2021**): 0,93 €
  • Dividendenrendite (2021**): 3,7 %

*KGV: Kurs-Gewinn-Verhältnis; ** Prognose; Fremdwährungen umgerechnet in Euro; Stand: 3.11.2020

Investment-Beispiele Offene Immobilienfonds:

Fokus Wohnen Deutschland - EUR DIS

  • ISIN DE000A12BSB8
  • KAG*: IntReal
  • Anlageschwerpunkt: deutsche Wohnimmobilien
  • Aktueller Preis: 55,72 €
  • TER**: 1,55 %

Grundbesitz Europa

  • ISIN DE0009807008
  • KAG*: DWS
  • Anlageschwerpunkt: Immobilien aus den Mitgliedsländern der Europäischen Union und des Europäischen Wirtschaftsraumes sowie zu einem geringen Anteil in Ländern außerhalb der EU/des EWR. Im Fokus: Gewerbeimmobilien mit den Nutzungsarten Büro, Einzelhandel, Logistik und Hotel sowie in Einzelfällen Wohnimmobilien
  • Aktueller Preis: 35,53 €
  • TER**: 1,05 %

Hausinvest

  • ISIN DE0009807016
  • KAG*: Commerz Real
  • Anlageschwerpunkt: Immobilien überwiegend aus den Staaten der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion
  • Aktueller Preis: 39,20 €
  • TER**: 0,84 %

Swiss Life REF (DE) European Real Estate Living and Working - EUR DIS

  • ISIN DE000A2ATC31
  • KAG*: Swiss Life
  • Anlageschwerpunkt: Büro, Einzelhandel, Wohnen und Healthcare, überwiegend außerhalb Deutschlands
  • Aktueller Preis: 10,41 €
  • TER**: 1,24 %

UBS (D) EuroInvest Immobilien - I EUR DIS

  • ISIN DE0009772616
  • KAG*: UBS
  • Anlageschwerpunkt: hochwertige Büroimmobilien in europäischen Metropolen
  • Aktueller Preis: 10,24 €
  • TER**: 0,93 %

*KAG: Kapitalanlagegesellschaft; **TER: Total Expense Ratio / Gesamtkosten; Stand: 3.11.2020

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Autor: Kai Makus