Corona-Impfstoff: Welche Aktien profitieren

Pharma-Konzerne und Vakzin-Entwickler steigern ihre Umsätze

Eine Analyse von BÖRSE ONLINE, Kai Makus | Werbemitteilung

Zwei Milliarden Euro hat die Europäische Union bereits für Impfstoffe gegen das grassierende Corona-Virus ausgegeben. Ob BioNTech/Pfizer, Moderna oder AstraZeneca – all diese Pharma-Unternehmen können mit hohen Gewinnen rechnen. Ob sich das Geschäft allerdings langfristig rechnet, lässt sich noch nicht sagen. Immerhin: Anlegende können die Aktien des einen oder anderen Konzerns genauer anschauen.

Derzeit ist nicht allzu viel bekannt darüber, was die Hersteller mit den Vakzinen verdienen. Wie hoch die Produktionskosten gerade bei den neuen Impfstoffen mit sogenannter Boten-RNA sind, wie stark sich die Kühlkette – die Dosen von BioNTech/Pfizer müssen bei minus 70 Grad Celsius aufbewahrt werden – preislich bemerkbar macht, was die Logistik kostet – es sind viele Unwägbarkeiten. Bekannt sind, seit eine belgische Staatssekretärin sie versehentlich twitterte, die Summen, welche die EU für jeweils eine Dosis Impfstoff bezahlt hat: 18 US-Dollar (etwa 14,80 Euro) für den von Moderna, 12 Euro für den von Pfizer und 10 Euro für den von CureVac.

Umsätze explodieren

Wieviel als Ertrag letztlich bei den Anbietern bleibt, weiß kaum jemand. Analyst*innen erwarten aber zum Beispiel für BioNTech aus Mainz einen Umsatz von 2,5 Milliarden Euro in diesem Jahr; 2020 dürfte es knapp ein Fünftel davon gewesen sein. Ähnlich sieht die Situation bei Moderna aus. Der Hersteller könnte es 2021 auf ein Geschäftsvolumen von mehr als neun Milliarden Dollar bringen, 2019 lag der Umsatz noch bei 48 Millionen Dollar.

Doch ob es bei den üppigen Absatzmengen bleibt? Mehrere Unternehmen meldeten jüngst Lieferengpässe. Und Pfizer drehte zuletzt den vermeintlichen Coup verschiedener europäischer Staaten, die sechs statt der bis dahin zugelassenen fünf Impfdosen aus einer Ampulle zogen. Daraufhin drosselten die Amerikaner die Liefermenge, da die Zahl der Bestellungen „auf einer Gesamtzahl von Dosen beruht und nicht von Ampullen“.

Teils üppige Bewertungen

Anlegende, welche die Impfwelle mitreiten möchten, sollten sich darüber im Klaren sein: Endet die Pandemie, dann bricht zumindest ein Teil des Geschäftes weg. Das trifft die Großen der Branche weniger als kleinere Unternehmen. Zudem sind viele Firmen bereits recht üppig bewertet. Bei BioNTech etwa erklärt sich das niedrige Kurs-Gewinn-Verhältnis auch dadurch, dass die Mainzer vermutlich erst in diesem Jahr in die Gewinnzone kommen. Die Eigentümer, darunter die Zwillings-Milliardäre Andreas und Thomas Strüngmann (ehemals Hexal), jedenfalls haben stolze Pläne: BioNTech soll sich ihnen zufolge in den nächsten Jahren zu einem „eigenständigen, voll integrierten Pharmakonzern“ entwickeln.

Eine sensationelle Börsen-Performance hat Moderna 2020 hingelegt. Doch bisher wies die Firma aus Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts vor allem eines vor: Verlust. Mit der Zulassung ihres Corona-Impfstoffs in den Vereinigten Staaten und in Europa und in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Pharmariesen Lonza aber steht einer erfolgreichen Vermarktung nichts mehr im Wege. Solange diese gut funktioniert, dürfen auch Aktionäre und Aktionärinnen zuversichtlich in die Zukunft schauen. Sie sollten aber, wie bei allen Titeln, die in Fremdwährungen notieren, neben dem allgemeinen Kursrisiko auch das Wechselkursrisiko im Blick behalten.

Starke Partner

Noch kleiner und jünger als Moderna ist die niederländische CureVac, die ihren eigentlichen Hauptsitz in Tübingen hat. In der Produkte-Pipeline hat das Unternehmen Medikamente und Impfstoffe, die auf dem Botenmolekül mRNA basieren. Das kam CureVac 2020, zugleich das Jahr des Börsengangs, zugute. Auch CureVac braucht einen starken Partner, um der globalen Nachfrage nach dem Covid-Impfstoff nachkommen zu können. Zuletzt zeichnete sich eine enge Kooperation mit der deutschen Bayer AG ab. Der Umsatz, der für 2019 noch mit gut 17 Millionen Euro angegeben wurde, dürfte 2021 nach oben schießen.

Während die Kurse der kleineren Impfstoff-Anbieter vor allem von der Jagd vieler Anlegender nach dem schnellen Euro profitieren, bewegt sich bei den Konzernen, für welche die Impfstoffe nur einen kleinen Teil des Gesamtgeschäfts ausmachen, deutlich weniger. Zugleich zeigt sich – auch angesichts der unklaren Lage der Weltwirtschaft –, dass die Titel auf Nachrichten recht volatil reagieren. Daher eignen sich diese Papiere eher für Investor*innen mit längerem Horizont.

Gewinne mit Ampullen

An den großangelegten Immunisierungs-Kampagnen haben zwar auch weitere Unternehmen teil; sie stehen aber nicht auf den Kurslisten. Beispiel: Schott AG. Bis zum Jahresende will der Glasspezialist aus Mainz zwei Milliarden Leerampullen ausliefern. Damit zeigt sich Schott in der Krise besonders flexibel. Umsatz und Gewinn legen zu, doch Investierende können nicht einsteigen.

Investment-Beispiel Aktien:

AstraZeneca

  • ISIN: GB0009895292
  • Aktueller Kurs: 84,02 €
  • KGV* (2021): 29,8
  • Gewinn/Aktie (2021**): 2,86 €
  • Dividende (2021**): 2,32 €
  • Dividendenrendite (2021**): 2,7 %

BioNTech

  • ISIN: US09075V1026
  • Aktueller Kurs: 93,90 €
  • KGV* (2021): 6,3
  • Gewinn/Aktie (2021**): 15,40 €
  • Dividende (2021**): 0,00 €
  • Dividendenrendite (2021**): 0,0 %

CureVac

  • ISIN: NL0015436031
  • Aktueller Kurs: 79,92 €
  • KGV* (2021): 15,7
  • Gewinn/Aktie (2021**): 4,68 €
  • Dividende (2021**): 0,00 €
  • Dividendenrendite (2021**): 0,0 %

Moderna

  • ISIN: US60770K1079
  • Aktueller Kurs: 124,08 €
  • KGV* (2021): 11,5
  • Gewinn/Aktie (2021**): 12,46 €
  • Dividende (2021**): 0,00 €
  • Dividendenrendite (2021**): 0,0 %

Pfizer

  • ISIN: US7170811035
  • Aktueller Kurs: 28,83 €
  • KGV* (2021): 13,7
  • Gewinn/Aktie (2021**): 2,16 €
  • Dividende (2021**): 1,28 €
  • Dividendenrendite (2021**): 4,3 %

Sanofi-GSK

  • ISIN: FR0000120578
  • Aktueller Kurs: 79,15 €
  • KGV* (2021): 15,9
  • Gewinn/Aktie (2021**): 4,84 €
  • Dividende (2021**): 3,32 €
  • Dividendenrendite (2021**): 4,3 %

*KGV: Kurs-Gewinn-Verhältnis; ** Prognose; Fremdwährungen umgerechnet in Euro; Stand: 02.02.2021

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Autor: Kai Makus
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