Künstliche Intelligenz: Schlau investieren

Zahlreiche Unternehmen wollen am Megatrend teilhaben. Die wichtigsten Wettbewerber im Überblick.

Eine Analyse von BÖRSE ONLINE, Martin Hintze | Werbemitteilung

Der größte Traum des Menschen – ist längst nicht mehr der vom Fliegen. Spätestens seit der tschechische Schriftsteller Josef Čapek 1921 den Begriff Roboter für künstliche Menschen schuf und Fritz Lang in seinem Film „Metropolis“ einen weiblichen Maschinenmenschen kreierte, wünschen wir uns künstliche Helferinnen und Helfer mit Verstand. Sie sollen für uns arbeiten und uns zur Seite stehen, wann immer es nötig ist. Dazu müssten solche Roboter am sozialen Leben teilnehmen und durch Beobachten, Interaktion und Kommunikation lernen. Die Vision einer klugen Maschine ist längst in den Köpfen verankert: Die Einführung Künstlicher Intelligenz (KI) ist in vollem Gange.

Geschäft mit hohem Volumen

Dass KI ein Menschheitstraum ist, zeigt sich auch an den gigantischen Zahlen, die Wissenschaftler*innen für die Branche errechnen. 15,7 Billionen US-Dollar (rund 13,2 Billionen Euro) soll „Artifical Intelligence“ bis zum Jahr 2030 zur Weltwirtschaft beitragen, hat die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC errechnet. Das ist mehr als die Volkswirtschaften von China und Indien derzeit zusammen erreichen. Einzelne Länder sollen demnach einen KI-Schub erfahren, der ihr Bruttoinlandsprodukt um bis zu 26 Prozent nach oben treibt. Das sind phantastische Zahlen – und Anlegende haben die Möglichkeit, von diesem Boom zu profitieren.

Das funktioniert zum Beispiel über Fonds. Doch so viele auf KI spezialisierte Finanzvehikel gibt es nicht. Der DWS Invest Artificial Intelligence (ISIN LU1863263429, laufende Kosten pro Jahr: 1,76 Prozent) und der Allianz Global Artificial Intelligence (LU1548497186, laufende Kosten pro Jahr: 2,10 Prozent) sind zwei dieser recht raren Produkte. Ein Blick auf die Top-Holdings zeigt viele bekannte Unternehmen, denn die Großen der Internetwirtschaft und benachbarter Branchen sind alle auch in Sachen KI engagiert. Im DWS-Fonds finden sich der Google-Mutterkonzern Alphabet, Amazon und Microsoft ebenso wie Facebook, Alibaba und Nvidia, beim Allianz-Produkt sind es Amazon, General Electric, Tesla und der kalifornische E-Spiele-Spezialist Roku.

Viele Große mischen mit

Dass Google mit seiner AI-Plattform TensorFlow im Bereich maschinelles Lernen eine dominierende Rolle einnimmt, dass Microsoft mit Azure ein cloudbasiertes Service-Tool anbietet und dass selbst Tesla mit autonomen Fahrzeugen in diesem Markt aktiv ist, dürfte vielen Investoren bekannt sein. Doch bei zahlreichen kleineren Firmen wissen viele Börsianer*innen nicht, was sie hinter oft wohlklingenden Namen erwartet. Eine Kurzanalyse von Aktiengesellschaften im KI-Bereich, die durchaus einen zweiten Blick lohnen könnten:

Alteryx: Laut den Marktforschern und Marktforscherinnen von Gartner Research ist die US-Firma ein führender Anbieter von Plattformen für Data Science und maschinelles Lernen. Der Unterschied gegenüber ähnlichen Lösungen von Wettbewerbern: Nutzer*innen benötigen keine Programmierkenntnisse. Allerdings hat das Unternehmen schwierige Zeiten hinter sich, was sich im Kursverlauf der vergangenen Monate widerspiegelt. Langfristig könnte Alteryx jedoch durchaus Potenzial besitzen, weil immer größere Datenmengen aufbereitet und analysiert werden müssen.

Cerence: Fahrer*innen zum Beispiel von Mercedes-, Audi- und BMW-Modellen nutzen Produkte von Cerence. Die Amerikaner, vor zwei Jahren als Automotive-Tochter von Nuance Communications ausgegründet, bestücken unter anderem Pkw-Informationssysteme mit ihrer Software. Ein interessanter Markt: Umsatz und Ergebnis sind bislang kontinuierlich gestiegen. Der Nachsteuergewinn ließ aber zu wünschen übrig. Die Cerence-Aktie ist riskant, aber spannend. Sie birgt jedoch wie fast alle Titel dieser Auswahl neben dem allgemeinen Kursrisiko ein zusätzliches Währungsrisiko.

Crowdstrike: Der Name der Kalifornier klingt nach Computerspiel, doch mit einer Marktkapitalisierung, die etwa der von Deutscher Bank und RWE zusammen entspricht, ist der Spezialist für Cybersicherheit längst kein Nischenplayer mehr. Kein Wunder, denn das Unternehmen verspricht, mit seinen intelligenten Tools Angriffe aus dem Internet bereits zu erkennen, bevor Angreifer die IT-Infrastruktur der Crowdstrike-Kunden attackieren. Dadurch soll die Erfolgsquote besonders hoch sein. Und: Crowdstrike bindet seine Kundinnen und Kunden über Abo-Modelle langfristig an sich, was konstante Einnahmen erwarten lassen dürfte.

Fabasoft: Es geht auch eine Nummer kleiner. Die österreichische Fabasoft arbeitet vorrangig für Behörden und Unternehmen mit hohen Sicherheitsanforderungen. Dieser Markt ist zwar überschaubar, aber mit ihrer Software sorgen die Linzer für das reibungslose Verzahnen digitaler Geschäftsprozesse. Hauptprodukt ist die Fabasoft eGov-Suite, der Börsenwert des Unternehmens liegt bei rund 460 Millionen Euro.

Five9: In Kalifornien hat Five9 seinen Sitz. Das Unternehmen bietet cloudbasierte Kommunikationsservices an, mit denen Endkunden den Kontakt über Sprach-, Chat-, E-Mail-, Web-, Mobile- und Social-Media-Kanäle aufnehmen können. Das System soll dank KI ständig dazulernen. Five9 hat in Zeiten von Lockdowns und Homeoffice neue weibliche und männliche Kunden gewonnen. Bisher hat sich das starke Wachstum allerdings nicht in den Gewinnen niederschlagen.

Liveperson: Auch die New Yorker Gesellschaft Liveperson beschäftigt sich mit der Kundenkommunikation von Unternehmen. Seit drei Jahren ist einer der Schwerpunkte der Firmentätigkeit das Bereitstellen von Chatbots, also automatischer Programme, die mit den Konsument*innen kurze Texte austauschen. So können die Chatbots insbesondere mithilfe von KI den menschlichen Kundenbetreuer*innen viel Arbeit abnehmen.

Nuance Communications: Nuance ist beheimatet im selben Ort wie die Ausgründung Cerence: in Burlington, Massachusetts. Laut Eigenwerbung „verändern die KI-basierten Lösungen von Nuance die Art und Weise, wie Menschen arbeiten, sich vernetzen und miteinander kommunizieren.“ Weil Nuance einer der Pioniere und führend bei Sprachverarbeitung ist, hatten auch einige Großkonzerne wie Apple ein Auge auf das Unternehmen geworfen. Microsoft war im April letztlich erfolgreich und hat Nuance für 19,7 Milliarden Dollar übernommen. Damit sind nur noch wenige Aktien im Umlauf.

Schrodinger: Gewinne erzielt Schrodinger bisher nicht. Allerdings sind die Aussichten, in die schwarzen Zahlen vorzustoßen, nicht schlecht. Denn: Die New Yorker bieten eine KI-gestützte Plattform, mit der Medikamente und andere Produkte auf Molekularebene modelliert werden können. In Pandemie-Zeiten ein wichtiges Tool für Pharmakonzerne wie Bayer, Takeda, Sanofi oder BristolMyersSquibb, die zu den Kunden des Unternehmens zählen. Mit umgerechnet knapp vier Milliarden Euro ist Schrodinger in dieser Auswahl eines der kleineren Unternehmen.

Smart Global Holdings: Immer umfassender werden Netzwerke und Datenmengen. Dafür braucht es intelligente Speichersysteme – genau die bietet Smart Global an, möglichst in Zusammenarbeit mit Hardware-Produzenten und als sogenannte Original-Equipment-Manufacturing-Lösungen. Das Unternehmen ist mit weniger als einer Milliarde Euro Marktkapitalisierung ein relativ kleiner Player, schreibt aber schwarze Zahlen und liegt mit der Bewertung fast im Bereich der Old Economy.

Trade Desk: Trade Desk hilft, digitale Werbeinhalte zu optimieren. Der Ansatz basiert auf KI, welche Nutzerinnen und Nutzern die vielversprechendsten Webseiten zur Veröffentlichung von Werbekampagnen empfiehlt. Für Unruhe sorgte kürzlich der Aktienkurs, der über Nacht um rund 90 Prozent eingebrochen war – scheinbar, denn tatsächlich hat Trade Desk einen Aktiensplit im Verhältnis 10:1 vorgenommen. Der dadurch optisch niedrigere Preis könnte für eine weitere Belebung der Handelsvolumina sorgen.

Twilio: Ins Terzett zu Liveperson und Five9 gehört auch Twilio aus San Francisco. Dabei ist die Aktie nur etwas für abgebrühte Anlegende, denn die Zahlen sehen bislang nicht besonders erfreulich aus. Voraussichtlich im nächsten Jahr will Twilio die Trendwende beim Verlust einläuten – in die Gewinnzone dürfte das Unternehmen damit jedoch nicht vorstoßen. Aber es ist wie so oft bei (amerikanischen) High-Tech-Unternehmen: Viele Investor*innen kaufen nicht harte Zahlen, sondern setzen auf Hoffnungen und Visionen. Deshalb scheint Zurückhaltung geboten.

Veritone: Wenn es einen originären Spezialisten für KI gibt, dann ist es Veritone. Denn die Kalifornier haben sich ein Ziel gesetzt: „Making the AI Revolution Work For You“. Ihre Software AIWare dient der Entwicklung von KI-Anwendungen. Das System dirigiert maschinelle Lernmodelle, um Audio-, Video-, Text- und andere Datenquellen in umsetzbare Künstliche Intelligenz umzuwandeln. Allerdings schwankt der Aktienkurs vergleichsweise stark.

Zebra Technologies: Fast schon ein Dino im Geschäft mit Top-Technologie ist Zebra Technologies aus Illinois. Das 1969 gegründete Unternehmen hat früh die RFID-Chips für sich entdeckt, einen Funkstandard für die Übertragung von Informationen auf kurze Entfernungen mit niedrigem Energieverbrauch. Im Angebot sind vor allem Kartenlese- und -schreibgeräte. Die Bewertungen – gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis – halten sich im Rahmen, und die Gewinnentwicklung zeigte zuletzt aufwärts. Eine Dividende zahlt Zebra bislang allerdings nicht.

Investmentbeispiele Aktien:

Alphabet

  • ISIN: US02079K3059
  • Aktueller Kurs: 2054,50 €
  • KGV* (2021): 28,0
  • Gewinn/Aktie (2021**): 73,21 €
  • Dividende (2021**): 0,00 €
  • Dividendenrendite (2021**): 0,0 %

 

Alteryx

  • ISIN: US02156B1035
  • Aktueller Kurs: 73,16 €
  • KGV* (2021): V***
  • Gewinn/Aktie (2021**): V***
  • Dividende (2021**): 0,00 €
  • Dividendenrendite (2021**): 0,0 %

 

Amazon

  • ISIN: US0231351067
  • Aktueller Kurs: 2898,00 €
  • KGV* (2021): 60,9
  • Gewinn/Aktie (2021**): 46,77 €
  • Dividende (2021**): 0,00 €
  • Dividendenrendite (2021**): 0,0 %

 

Cerence

  • ISIN: US1567271093
  • Aktueller Kurs: 91,64 €
  • KGV* (2021): V***
  • Gewinn/Aktie (2021**): V***
  • Dividende (2021**): 0,00 €
  • Dividendenrendite (2021**): 0,0 %

 

Crowdstrike

  • ISIN: US22788C1053
  • Aktueller Kurs: 216,05 €
  • KGV* (2021): V***
  • Gewinn/Aktie (2021**): V***
  • Dividende (2021**): 0,00 €
  • Dividendenrendite (2021**): 0,0 %

 

Fabasoft****

  • ISIN: AT0000785407
  • Aktueller Kurs: 42,65 €
  • KGV* (2021): 40,9
  • Gewinn/Aktie (2021**): 1,01 €
  • Dividende (2021**): 0,90 €
  • Dividendenrendite (2021**): 2,2 %

 

Five9

  • ISIN: US3383071012
  • Aktueller Kurs: 156,95 €
  • KGV* (2021): V***
  • Gewinn/Aktie (2021**): V***
  • Dividende (2021**): 0,00 €
  • Dividendenrendite (2021**): 0,0 %

 

Liveperson

  • ISIN: US5381461012
  • Aktueller Kurs: 54,50 €
  • KGV* (2021): V***
  • Gewinn/Aktie (2021**): V***
  • Dividende (2021**): 0,00 €
  • Dividendenrendite (2021**): 0,0 %

 

Microsoft*****

  • ISIN: US5949181045
  • Aktueller Kurs: 228,10 €
  • KGV* (2021): 32,0
  • Gewinn/Aktie (2021**): 6,93 €
  • Dividende (2021**): 2,09 €
  • Dividendenrendite (2021**): 0,9 %

 

Nuance Communications******

  • ISIN: US67020Y1001
  • Aktueller Kurs: 45,82 €
  • KGV* (2021): V***
  • Gewinn/Aktie (2021**): V***
  • Dividende (2021**): 0,00 €
  • Dividendenrendite (2021**): 0,0 %

 

Nvidia*******

  • ISIN: US67066G1040
  • Aktueller Kurs: 673,30 €
  • KGV* (2021): 52,0
  • Gewinn/Aktie (2021**): 12,26 €
  • Dividende (2021**): 0,60 €
  • Dividendenrendite (2021**): 0,1 %

 

Schrodinger*******

  • ISIN: US80810D1037
  • Aktueller Kurs: 65,27 €
  • KGV* (2021): V***
  • Gewinn/Aktie (2021**): V***
  • Dividende (2021**): 0,00 €
  • Dividendenrendite (2021**): 0,0 %

 

Smart Global Holdings

  • ISIN: KYG8232Y1017
  • Aktueller Kurs: 40,40 €
  • KGV* (2021): 26,8
  • Gewinn/Aktie (2021**): 1,44 €
  • Dividende (2021**): 0,00 €
  • Dividendenrendite (2021**): 0,0 %

 

Tesla

  • ISIN: US88160R1014
  • Aktueller Kurs: 572,00 €
  • KGV* (2021): 230,2
  • Gewinn/Aktie (2021**): 2,44 €
  • Dividende (2021**): 0,00 €
  • Dividendenrendite (2021**): 0,0 %

 

Trade Desk

  • ISIN: US88339J1051
  • Aktueller Kurs: 67,18 €
  • KGV* (2021): 231,2
  • Gewinn/Aktie (2021**): 0,27 €
  • Dividende (2021**): 0,00 €
  • Dividendenrendite (2021**): 0,0 %

 

Twilio

  • ISIN: US90138F1021
  • Aktueller Kurs: 336,20 €
  • KGV* (2021): V***
  • Gewinn/Aktie (2021**): V***
  • Dividende (2021**): 0,00 €
  • Dividendenrendite (2021**): 0,0 %

 

Twitter

  • ISIN: US90184L1026
  • Aktueller Kurs: 57,99 €
  • KGV* (2021): 354,7
  • Gewinn/Aktie (2021**): 0,16 €
  • Dividende (2021**): 0,00 €
  • Dividendenrendite (2021**): 0,0 %

 

Veritone

  • ISIN: US92347M1009
  • Aktueller Kurs: 17,40 €
  • KGV* (2021): V***
  • Gewinn/Aktie (2021**): V***
  • Dividende (2021**): 0,00 €
  • Dividendenrendite (2021**): 0,0 %

 

Zebra Technologies

  • ISIN: US9892071054
  • Aktueller Kurs: 420,30 €
  • KGV* (2021): 34,1
  • Gewinn/Aktie (2021**): 12,21 €
  • Dividende (2021**): 0,00 €
  • Dividendenrendite (2021**): 0,0 %

*KGV: Kurs-Gewinn-Verhältnis; ** Prognose; Fremdwährungen umgerechnet in Euro; *** V: Verlust; **** Geschäftsjahresende: 31.3.; ***** Geschäftsjahresende: 30.6.; ****** Geschäftsjahresende: 30.9.; ******* Geschäftsjahresende: 31.1.; Stand: 30.6. 2021

 

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Autor: Martin Hintze