Privatkunden

Ihr Geld im April 2021

Was ändert sich? – Was gibt es Neues? – Wo können Sie sparen?

Steuer, Geld & Co – was wichtig ist und wo Sie sparen können. Nichts verpassen, gut informiert sein, los geht’s!

Steuerentlastungen für Unternehmen – Geringere Mehrwertsteuer in Gastronomie

Unternehmen sollen in der Corona-Krise weiter steuerlich entlastet werden. Diesem Vorhaben stimmte jetzt auch der Bundesrat zu. Für die Gastronomie gilt demnach bis Ende 2022 weiterhin der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von 7 statt 19 % auf Speisen – bei Getränken bleibt der Satz jedoch bei 19 %. Unternehmen erhalten zudem die Möglichkeit, ihre steuerlichen Verluste aus 2020 und 2021 in größerem Umfang als bislang mit Gewinnen aus dem Vorjahr verrechnen zu können.

  • Betriebe, die durch die Corona-Krise wirtschaftlich stark betroffen sind, können außerdem bis zum 31. März bei ihrem Finanzamt unter erleichterten Bedingungen einen Antrag auf Stundung bereits fälliger oder bis zum 31. März 2021 fällig werdender Steuern  stellen. Die Stundungen laufen dann bis zum 30. Juni 2021.
  • Anschlussstundungen sollen in einem vereinfachten Verfahren im Zusammenhang mit einer Ratenzahlung möglich sein. Sie darf längstens bis zum 31. Dezember 2021 dauern. Die Stundungen erfolgen in der Regel zinsfrei. Über den 30. Juni 2021 hinausgehende klassische Stundungen – ohne Ratenzahlungsvereinbarung – werden wie üblich möglich sein.

Noch freiwillige Beiträge zur Rentenversicherung für 2020 möglich

Wer rückwirkend für das Jahr 2020 freiwillige Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung zahlen möchte, kann dies noch bis zum 31. März tun. Das teilt die Deutsche Rentenversicherung Bund mit. Solche Zahlungen erhöhen zum einen die spätere Rente. Zum anderen können Mindestversicherungszeiten für einen Rentenanspruch erfüllt und bereits bestehende Rentenanwartschaften aufrechterhalten werden. Bei einer nachträglichen Zahlung für das Jahr 2020 ist die monatliche Beitragshöhe zwischen dem Mindestbetrag von 83,70 Euro und dem Höchstbetrag von 1.283,40 Euro beliebig wählbar. Weitere Infos gibt es hier.

Neuer Steuervorteil für Computer-Nutzer

Sich einen neuen Computer im Wert von mehr als 800 Euro kaufen und das Geld über mehrere Jahre abschreiben? Das war einmal. Ab sofort können Computer in dieser Preislage komplett als Werbungskosten in der Steuererklärung angegeben werden, wie das Bundesfinanzministerium in einem Brief an die obersten Finanzbehörden der Länder festgelegt hat. Für eine Vielzahl von Geräten wie etwa PCs, Notebooks, Drucker, Beamer oder auch mobile Workstations sei nun von einer „betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer von einem Jahr“ auszugehen. Gleiches gelte für Software.

Gewinne mit Kryptowährung müssen versteuert werden

Wer mit digitalen Devisen spekuliert und dabei Gewinne erzielt, muss gegebenenfalls Steuern zahlen. Darauf weist die Aktion „Finanzwissen für alle“ der Fondsgesellschaften hin.

Ein Beispiel: Ein Anleger verkauft etwa Bitcoins innerhalb eines Jahres mit Gewinn. Die Finanzbehörden werten dies als private Veräußerungsgewinne.

Die Gewinne werden nach dem regulären Einkommenssteuersatz besteuert. Nur Beträge unterhalb einer Freigrenze von 600 Euro sind für den Anleger im Rahmen privater Veräußerungsgeschäfte steuerfrei. Liegt er oberhalb dieser Grenze, ist der gesamte Gewinn steuerpflichtig. Weitere Infos dazu finden sich hier.

Bundesrat beschließt einheitliche Bürger-Identifikationsnummer

Die Steueridentifikationsnummer wird zu einer Art Bürgernummer – was bedeutet: Eine Behörde ist berechtigt, auf schon vorhandene Daten zu einer Person bei einer anderen Behörde zuzugreifen. Ein entsprechendes Gesetz hat nach dem Bundestag jetzt auch den Bundesrat passiert.

Datenschützer hatten Bedenken gegen das Vorhaben angemeldet.

Ziel ist, durch die zweifelsfreie Identifikation der Bürger bürokratischen Aufwand zu reduzieren. Voraussetzung ist dabei, dass der Betroffene dem Verfahren zustimmt. Dann wird künftig bei rund 50 Stellen zusätzlich die Steuer-ID gespeichert - beispielsweise im Führerscheinregister, im Melderegister, im Waffenregister oder bei der Rentenversicherung.

Höhere Gehälter im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen

Die rund 2,3 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen erhalten von April an mehr Geld. Die im Oktober 2020 erzielte Tarifeinigung sieht unter anderem vor:

  • Zum 1. April 2021 steigen die Löhne und Gehälter um 1,4 %, mindestens aber um 50 Euro. Auszubildende bekommen 25 Euro mehr.
  • Eine Anhebung um weitere 1,8 % ist zum 1. April 2022 vorgesehen, für Auszubildende gibt es erneut 25 Euro mehr.
  • Die Jahressonderzahlung wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld steigt für die unteren acht Einkommensgruppen um 5 %.

April, April: Vorsicht im Mailfach!

Am 1. April sollte man auch beim Lesen seiner E-Mails wachsam sein – und Post von unbekannten Absendern im Zweifel nicht öffnen. Internetkriminelle nutzten oft solche besonderen Tage, um an die Daten argloser User zu kommen, warnen Experten. Auch auf Anhänge wie vermeintliche Bilder und Videos mit Aprilscherzen in Mails von Fremden sollte nicht geklickt werden: Auf diesem Weg versuchten Kriminelle immer wieder, Schadstoffware auf den Rechner zu schleusen.

Podcast: Start ins Wahljahr

Carsten Brzeski und Sebastian Franke holen den Kompass raus: Im Westen und Südwesten Deutschlands wurden neue Landtage gewählt. Aber auch in nordwestlicher Richtung ging es an die Urnen. Unser Chefvolkswirt analysiert neben den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg auch die Wahl zum niederländischen Parlament. Jetzt anhören

Blick in die Finanzmärkte

Was sind die aktuellen Konjunkturaussichten? Können wir endlich ausatmen oder müssen wir mit einer noch höheren Inflation rechnen? Und wenn ja, wie reagieren die Notenbanken? Auf diese Fragen und mehr, geht Carsten Brzeski, Chefvolkswirt der ING, in dieser Folge ein.

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