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2021: Anlagejahr mit Herausforderungen

Aktien bieten trotz Krisenstimmung gute Chancen.

Eine Analyse von BÖRSE ONLINE, Kai Makus | Werbemitteilung

Wie wird das Investmentjahr 2021? Welche Märkte können sich behaupten? Wie groß wird der Einfluss von Corona noch sein? Welche Branchen und Titel erscheinen attraktiv? Aktuell, werden Privatanleger denken, hilft nur der Blick in die Glaskugel. Doch tatsächlich sind es harte Fakten, die bei Investmententscheidungen helfen können. Bewertungskriterien, historische Entwicklungen und aktuelle Trends sprechen eine eindeutige Sprache.

So prognostizieren die Finanzexperten der Handelsplattform IG, dass die Sektoren Finanzen, Immobilien, zyklische Konsumgüter, Industrie, Werkstoffe und IT beste Möglichkeiten haben, erfolgreich aus der Rezession zu gelangen – wie es in der Vergangenheit stets der Fall war. Die Fondsgesellschaft DWS hat die Regionen unter die Lupe genommen und hält US-Aktien für nach wie vor hoch bewertet. Das Kurspotenzial dieser Titel dürfte demnach auf Sicht der nächsten zwölf Monate begrenzt sein. Kurzfristig sorgt der Wahlerfolg der Demokraten um Joe Biden für eine Beruhigung an den Börsen. Für attraktiver halten die Anlagestrategen der DWS aber kleine und mittelgroße Unternehmen aus dem Euroraum, die einen deutlichen Bewertungsvorteil gegenüber Großunternehmen aufweisen. Diese Titel hätten den Kursrutsch im Frühjahr noch nicht wieder ausgeglichen. Vor allem langfristig und falls die Coronapandemie einigermaßen rasch unter Kontrolle gebracht werden kann, rechnet die DWS auch mit überdurchschnittlichen Chancen für deutsche Aktiengesellschaften.

US-Unternehmen mit historisch hohem Produktivitätszuwachs

Etwas Positives kann der US-Finanzwissenschaftler Jeremy Siegel von der Wharton School der Pandemie abgewinnen. Er meint, infolge von Corona gebe es eine Steigerung der Arbeitsproduktivität, durch welche auch die Gewinne steigen würden, da Unternehmen Mitarbeiter abgebaut und Kosten gesenkt hätten. Die Produktivität in den USA sei im zweiten Quartal um 10,1 Prozent gestiegen – so stark wie seit 50 Jahren nicht mehr.

Zugleich trifft ein ökonomischer Nachholbedarf auf eine mit finanzpolitischen Stimuli bestens versorgte Weltwirtschaft. Kein Wunder, dass etwa Robert Greil, Chef-Anlagestratege von Merck Finck, davon überzeugt ist, dass die konjunkturelle Dynamik nach einer Verschnaufpause Richtung Jahresende wieder zunimmt: „Trotz neuer Corona-Welle befindet sich die Weltwirtschaft im frühzyklischen Aufschwung, der je nach Pandemie- und Impfstoff-Entwicklung 2021 spürbar an Fahrt gewinnen wird.“

Hoffnung auf Impfstoff

Etwas zurückhaltender beurteilt Christian Kahler von der DZ Bank die Situation: Erst werde es noch ein halbes Jahr Unsicherheit geben, dann aber würden sich die Einschränkungen durch das Coronavirus lockern – auch bedingt durch einen Impfstoff. Auf diese Hoffnung setzen Investoren, weshalb die Aktienkurse von konjunktursensitiven Unternehmen nach oben gehen sollten.

Neben solchen Zyklikern dürften auch Value-Aktien, also Substanztitel, von einer Aufhellung der Aussichten profitieren, wie Jens Ehrhardt, Gründer der DJE Kapital, meint. So liege die überwiegende Mehrzahl der Aktienkurse unter den Hochs vom Januar 2018. Aktien seien keineswegs überbewertet – vor allem nicht vor dem Hintergrund der rekordniedrigen Zinssätze, die aus konjunkturellen Gründen von den Notenbanken noch länger tief gehalten werden müssen. Sonst dürften die nach wie vor international drückend hohen Schulden ein Problem werden.

Deutsche Aktien mit Potenzial

Anlegern, die im nächsten Jahr neue Positionen aufbauen möchten, bieten sich einige Aktien an, die aus ganz unterschiedlichen Gründen interessant erscheinen. Aus Deutschland gilt das etwa für den Autokonzern Daimler. Nach einem guten dritten Geschäftsquartal und in der Hoffnung auf einen funktionierenden Impfstoff setzen Investoren mit den Titeln der Stuttgarter auf ein anziehendes Exportgeschäft. Die Lufthansa ist als sehr spekulative Geldanlage unter den Vorzeichen einer bald beginnenden Impfwelle eine Möglichkeit.

Ebenfalls in Deutschland beheimatet ist die Essener Brenntag. Der Chemikalienhändler hat auch während der Krise gezeigt, dass sein Geschäftsmodell stabil ist. Die Analysten von Berenberg loben eine Straffung der Abläufe und neue Stärken im Vertrieb. Von der neuen Lust auf nachhaltige Energie und somit Klimaschutz sowie entsprechende Programme der EU könnte PNE Wind profitieren. Die Cuxhavener haben sich in den USA positioniert und könnten sich als Nutznießer der Politik Bidens erweisen. Der Windpark-Projektierer aus dem hohen Norden ist allerdings sehr hoch bewertet.

Vier Technologie-Werte im Blick

Technologie-Titel liefen 2020 gut, auch für 2021 stehen die Vorzeichen nicht schlecht. Da ist einmal der Klassiker Apple, der bei einer wieder anziehenden Konsumlaune wohl Umsatz und Gewinn wird steigern können (siehe Grafik unten). Nvidia dürfte als Hersteller von IT-Komponenten die Homeoffice-Welle mitreiten, Samsung Electronics ist breit aufgestellt und noch solide bewertet, und die französische Schneider Electric sorgt für elektrische Energieverteilung und industrielle Automation. Bei Aktien, die wie Apple oder Samsung an ihren Heimatbörsen in Fremdwährungen notieren, sollten Anleger neben dem allgemeinen Kursrisiko stets das Wechselkursrisiko im Blick behalten.

Schließlich rückt mit der Unicredit ein italienischer Finanztitel in den Blick, der Anleger mit Aktienrückkäufen und prognostizierten Gewinnsteigerungen erfreuen könnte. Der Schweizer Duftstoff-Produzent Givaudan, der vor allem für langfristig ausgerichtete Portfolios eine Ergänzung sein könnte, hat gute Perspektiven. Das Management setzt auf eine Margenverbesserung gegenüber dem Vorjahr, so die Berenberg-Marktbeobachter.

Fest steht: Die Unsicherheit an den Aktienmärkten wird im nächsten Jahr hoch bleiben. Dennoch werden sich Anlegern bei allen Risiken auch 2021 Chancen eröffnen.

Investment-Beispiele Aktien:

Apple****

  • ISIN US0378331005
  • Aktueller Kurs: 100,80 €
  • KGV* (2021): 29,3
  • Gewinn/Aktie (2021**): 3,33 €
  • Dividende (2021**): 0,72 €
  • Dividendenrendite (2021**): 0,7%

Brenntag

  • ISIN DE000A1DAHH0
  • Aktueller Kurs: 63,24 €
  • KGV* (2021): 21,8
  • Gewinn/Aktie (2021**): 2,90 €
  • Dividende (2021**): 1,35 €
  • Dividendenrendite (2021**): 2,1 %

Daimler

  • ISIN DE0007100000
  • Aktueller Kurs: 56,96 €
  • KGV* (2021): 10,0
  • Gewinn/Aktie (2021**): 5,60 €
  • Dividende (2021**): 1,98 €
  • Dividendenrendite (2021**): 3,5 %

Givaudan

  • ISIN CH0010645932
  • Aktueller Kurs: 3412,50 €
  • KGV* (2021): 39,2
  • Gewinn/Aktie (2021**): 86,07 €
  • Dividende (2021**): 62,41 €
  • Dividendenrendite (2021**): 1,8 %

Lufthansa

  • ISIN DE0008232125
  • Aktueller Kurs: 9,81 €
  • KGV* (2021): Verlust
  • Gewinn/Aktie (2021**): Verlust
  • Dividende (2021**): 0,02 €
  • Dividendenrendite (2021**): 0,3 %

Nvidia*****

  • ISIN US67066G1040
  • Aktueller Kurs: 452,35 € 
  • KGV* (2021): 59,4
  • Gewinn/Aktie (2021**): 7,49 €
  • Dividende (2021**): 0,61 €
  • Dividendenrendite (2021**): 0,1 %

PNE Wind

  • ISIN DE000A0JBPG2
  • Aktueller Kurs: 7,72 €
  • KGV* (2021): 102,7
  • Gewinn/Aktie (2021**): 0,07 €
  • Dividende (2021**): 0,04 €
  • Dividendenrendite (2021**): 0,5 %

Samsung Electronics***

  • ISIN US7960508882
  • Aktueller Kurs: 1276,00 €
  • KGV* (2021): 12,2
  • Gewinn/Aktie (2021**): 4,11 €
  • Dividende (2021**): 1,23 €
  • Dividendenrendite (2021**): 2,4 %

Schneider Electric

  • ISIN FR0000121972
  • Aktueller Kurs: 117,60 €
  • KGV* (2021): 24,2
  • Gewinn/Aktie (2021**): 4,85 €
  • Dividende (2021**): 2,73 €
  • Dividendenrendite (2021**): 2,3 %

Unicredit

  • ISIN IT0005239360
  • Aktueller Kurs: 8,55 €
  • KGV* (2021): 9,4
  • Gewinn/Aktie (2021**): 0,96 €
  • Dividende (2021**): 0,35 €
  • Dividendenrendite (2021**): 3,9 %

*KGV: Kurs-Gewinn-Verhältnis; ** Prognose; *** Bezugsrechte/GDR; **** Geschäftsjahresende 30. September; ***** Geschäftsjahresende 31. Januar; Fremdwährungen umgerechnet in Euro; Stand: 1.12.2020

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Autor: Kai Makus