Finanzfrage: So teuer sind Christbäume in diesem Jahr

Die Weihnachtszeit ohne einen Christbaum in der Wohnung? Für viele undenkbar. Doch manche fragen sich, ob sie angesichts von Inflation, Lieferengpässen sowie steigenden Transport- und Personalkosten auch mehr Geld für einen Weihnachtsbaum auf den Tisch legen müssen. Die Antwort: Wohl eher nicht.

„Grundsätzlich gehen wir davon aus, dass die Preise konstant bleiben, aber natürlich kann es in einzelnen Segmenten auch zu Preissteigerungen kommen“, sagt Saskia Blümel. Sie ist Geschäftsführerin des Verbands natürlicher Weihnachtsbaum e.V.

Mit diesen Preisen ist zu rechnen

Weihnachtsbaum ist nicht gleich Weihnachtsbaum.

  • Nordmanntanne: Laut Blümel ist sie besonders beliebt als Christbaum. Rund 80% der Weihnachtsbaum-Käuferinnen und -Käufer entscheiden sich für sie. Wie in der vergangenen Saison kostet die Nordmanntanne pro Meter zwischen 21 und 27 Euro.
  • Blautanne: Sie ist für zwischen 12 und 16 Euro pro Meter zu haben.
  • Fichte: Sie kostet zwischen 9 und 12 Euro pro Meter.

Übrigens: „Viele Bäume in Deutschland werden in Familienbetrieben direkt vermarktet, hier fallen im Gegensatz zum Einkauf beim Händler zum Beispiel keine höheren Transportkosten an“, sagt Blümel. Noch besser ist es, die Tannen selbst zu schlagen und nach Hause zu transportieren. Das ist in vielen Gegenden Deutschlands möglich und beliebt.

Dieses Jahr Top-Qualität der Bäume

Der Grund für die Preisspanne? Das liegt an der unterschiedlichen Qualität der Bäume. Wobei diese laut Blümel aktuell besonders gut ist. „In diesem Jahr hat es wenige Ausfälle gegeben: Den Sommer hat es genug geregnet, und wir hatten im Frühjahr nicht mit Spätfrösten zu kämpfen“, so die Weihnachtsbaum-Expertin. Mit Engpässen sei nicht zu rechnen.

Nachfrage wohl gleichbleibend hoch

Blümel rechnet mit einer in etwa gleichbleibenden Nachfrage bei den Bäumen. Im Pandemie-Jahr 2020 hätten noch mehr Menschen als sonst einen Baum gekauft. Das liege wohl daran, dass sie die Weihnachtszeit aufgrund von Kontakteinschränkungen und geschlossener Gastronomie noch einmal ganz anders zu schätzen gelernt hätten. Wer im vergangenen Jahr das erste Mal einen Baum gekauft habe, werde es in diesem Jahr wieder tun, ist Blümel überzeugt.

Ein paar Zahlen rund um den Weihnachtsbaum:

  • 23 bis 25 Millionen Stück: So viele Christbäume werden nach Angaben des Bundesverbands der Weihnachtsbaumerzeuger jährlich (in Deutschland) verkauft.
  • 1,50 bis 1,75 Meter: So hoch ist die durchschnittliche Baumgröße. Insgesamt tendierten die Menschen beim Kauf immer mehr zu kleineren Bäumen. Das könnte daran liegen, dass es immer kleineren Wohnraum und mehr Single-Haushalte als noch vor ein paar Jahren gibt, vermutet Blümel.
  • 10 Jahre: So lange benötigt in etwa ein Baum mit einer Größe von 1,75 bis 2 Meter, bis er ausgewachsen ist.

Wie Sie den Baum am besten aufbewahren

Der Weihnachtsbaum ist gekauft, aber bis Weihnachten dauert es noch etwas. Und nun? Der Bundesverband der Weihnachtsbaumerzeuger hat ein paar Tipps:

  • Lassen Sie den Baum im Netz. Er mag es sonnen- und windgeschützt, entweder im Freien oder in einer kühlen Garage.
  • Platzieren Sie den Baum in einen Eimer Wasser. So vermeiden Sie, dass er austrocknet.
  • Stellen Sie den Baum einen Tag vor dem Schmücken auf. Er benötigt etwas Zeit, damit die Äste sich wieder richtig ausbreiten können. Hieven Sie den Baum mit Netz in den mit Wasser befüllten Weihnachtsbaumständer. Jetzt schneiden Sie das Netz von unten nach oben auf und nehmen es vollständig ab.

Wie Sie Ihren Baum pflegen

Achten Sie darauf, dass im Weihnachtsbaumständer immer genügend Wasser ist. Am besten füllen Sie es täglich nach. Stellen Sie Ihre Tanne nicht direkt vor die Heizung oder den Kamin. Sonst besteht die Gefahr, dass er schnell austrocknet und seine Nadeln verliert. Besprühen Sie die Nadeln regelmäßig mit etwas Wasser. Zugluft mögen die meisten Christbäume nicht, daher sollten sie nicht allzu lang vor einem offenen Fenster stehen.

Tipp: Der Baum nadelt stark? Drehen Sie einfach die Heizung etwas herunter.

Weihnachtsbaum entsorgen – So gehts

Auch die Weihnachtszeit geht vorbei und der Christbaum muss wieder entsorgt werden. In vielen Kommunen holt die Müllabfuhr den am Straßenrand abgestellten Baum ab. Andernorts gibt es zentrale Sammelpunkte, zu denen der Baum bis zu einem bestimmten Termin gebracht werden kann. Den jeweiligen Termin finden Sie im Abfallkalender Ihrer Kommune.

Wichtig: Wer den Termin verbummelt hat, darf den alten Weihnachtsbaum nicht im Wald oder sonst irgendwo in der freien Natur ablegen. Darauf weist WWF Deutschland hin. Stämme und Äste des Baums gehören auch nicht in die Biotonne.

Was Sie mit Ihrem alten Baum laut WWF sonst noch machen können? Ihn zersägen und im Kamin- oder Kachelofen verheizen. Fragen Sie Ihren zuständigen Schornsteinfeger, ob das mit Ihrem Ofen und Ihren Abzugsrohren möglich ist. Alternativ können Sie die Äste Ihres Baums zwecks Frostschutz auf Beete in Ihrem Garten oder auf Friedhofsgräber legen.

Weihnachtsbaum mieten

Wem vor allem der Umweltgedanke wichtig ist, der kann sich auch einen Weihnachtsbaum im Topf mieten. Möglich ist es zum Beispiel, bei lokalen Baumschulen anzufragen. Inzwischen gibt es aber auch, meist lokale, Anbieter wie zum Beispiel greentree.at in München oder rent-a-plant.de in Hamburg. Die Anbieter liefern den Baum ganz unkompliziert nach Hause und holen ihn auch wieder ab. Die Kosten variieren je nach Baumgröße und nach Baumsorte. Die Kosten für eine ca. 1 Meter große Nordmanntonne liegen zwischen 45 und 70 Euro.

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