Gold in Corona-Zeiten

In Gold investieren: Glänzende Aussichten in der Krise?

In unsicheren Zeiten ist Gold seit eh und je heiß begehrt. Ist es auch in der Corona-Krise eine gute Idee, in Gold zu investieren? Welche Möglichkeiten Anleger haben und was sie beachten sollten.

In Gold investieren – das klingt verlockend. Das Edelmetall genießt seit Ewigkeiten bei Anlegern ein hohes Ansehen als „sicherer Hafen in Krisenzeiten“. Bargeld und Zinsanlagen könnten ihren Wert verlieren – bei physischem Gold in Form von Barren oder Münzen hingegen ist ein völliger Werteverfall nahezu ausgeschlossen. Allerdings: „Man kann bei dem Edelmetall nicht von einer stabilen Wertentwicklung ausgehen“, sagt Lena von Goetz vom Bundesverband deutscher Banken (BdB). Der Kurs wird von drei Faktoren maßgeblich beeinflusst:

  • Euro-Dollar-Wechselkurs
  • Ölpreis
  • Allgemeines politisches Umfeld

Stark schwankende Goldpreise

Die Kursentwicklung sah zuletzt so aus: Der Preis für eine Feinunze Gold (31,1 Gramm) näherte sich 2019 mit einem Jahresdurchschnitt von 1.245 Euro erstmals wieder dem Rekordhoch von 1.300 Euro in 2012 an. Im vom Corona geprägten Jahr 2020 kletterte der Preis für eine Feinunze von rund 1.350 Euro zu Jahresbeginn auf über 1.730 Euro im August. Im Dezember sank der Preis indes wieder auf rund 1.530 Euro. Er lag zum Ende der ersten Januar-Woche 2021 bei 1.513 Euro – verzeichnete also ein weiteres Minus. Wie die Entwicklung aussehen wird, kann niemand vorhersagen.

Maximal zehn Prozent Gold eigenem Depot beimischen

Nach Angaben von Verbraucherschützern kam es auch schon vor, dass in Gold investierende Anleger 25 Jahre warten mussten, um ihren Einstiegskurs wieder zu erreichen. Nichtsdestotrotz gilt Gold als „Krisenwährung“ und zum Werterhalt in schwierigen Zeiten. Allerdings gibt es weder Zinsen noch Dividenden. Die einzige Möglichkeit, bei Gold etwas zu erwirtschaften, sind Kurs- und Währungsgewinne. „In der Regel raten Experten dazu, je nach persönlicher Einstellung etwa fünf bis maximal zehn Prozent Gold dem eigenen Depot beizumischen“, so von Goetz.

Diese Goldanlage-Möglichkeiten gibt es

Wer in Gold investieren will, hat die Wahl zwischen mehreren Optionen:

  • Barren und Münzen: Der Aufwand für Kauf und Lagerung ist vergleichsweise hoch. Experten empfehlen, nicht zu kleine Stückelungen zu kaufen. Denn: Je kleiner die Barren und Münzen sind, desto höher sind die Herstellungskosten und damit die Preise. Bedenken Sie außerdem die Kosten für eine sichere Aufbewahrung in einem Banksafe. Natürlich ist auch eine Aufbewahrung in einem Safe zu Hause möglich. Prüfen Sie, ob Gold im Rahmen Ihrer Hausratsversicherung abgesichert ist.
  • Gold-ETC: Die drei Buchstaben ETC stehen für Exchange Traded Commodities – also börsengehandelte Rohstoffe. Sie sind vergleichsweise preiswert und gut handelbar. Jedes Wertpapier steht für ein Gramm Feingold. Das physische Gold wird im Zentraltresor für deutsche Wertpapiere in Frankfurt aufbewahrt. Anleger können gegen Aufpreis verlangen, dass es ausgeliefert wird. Die Kaufkosten für Gold-ETC entsprechen in etwa den gängigen Aktien-ETF.
  • Gold-Sparpläne: Das ist eine Option für Kleinanleger, die jeden Monat mit kleineren Geldbeträgen Gold erwerben möchten. Es ist kein klassisches Sparen mit festen Zinsen. Vielmehr investiert der Anleger regelmäßig in Gold. Er kann von steigenden Goldpreisen profitieren – oder er muss fallende Goldpreise hinnehmen.

Gold und Steuern

Im Gegensatz zu anderen Edelmetallen ist der Kauf von Gold von der Mehrwertsteuer befreit. Geht es um die Versteuerung von Gewinnen verkaufter Münzen und Barren, besteht kein Unterschied zwischen Gold, Silber und Platin. Beträgt die Haltefrist – also die Zeit zwischen Kauf und Verkauf – mindestens ein Jahr, fallen auf die Erlöse keine Steuern an.

Achtung, schwarze Schafe unter den Anbietern

Wer in Gold investieren will, sollte den Anbieter genau unter die Lupe nehmen. Nach Angaben der Stiftung Warentest gibt es auf dem Markt viele schwarze Schafe. Schwindelshops im Internet sind für Laien oft auf Anhieb nicht zu erkennen. Eine fortlaufend aktualisierte Warnliste gibt es auf der Vergleichsplattform Gold.de.

Autor: ING