ING-Studie: Corona und Nachhaltigkeit

Mehr Bewusstsein für Klima und Umwelt durch Corona?

Nachhaltigkeit liegt im Trend – auch oder gerade in Corona-Zeiten. Vielen Menschen ist das Thema wichtiger geworden. Das berichten auch Teilnehmer einer ING-Umfrage.

Bahn fahren statt fliegen, plastikfrei einkaufen, Lebensmittel mit einem Öko-Siegel essen, weniger Fleisch auf den Teller packen, insektenfreundlich gärtnern: Eine nachhaltige Lebensweise lässt sich in vielen Bereichen umsetzen. Für immer mehr Verbraucher wird Nachhaltigkeit ein relevantes Thema, nicht zuletzt die Proteste der Fridays-for-Future-Bewegung haben sie aufgescheucht.

Dank der Krise mehr Zeit zum Nachdenken

Zwar hat die Corona-Pandemie die wöchentlichen Demos auf den Straßen und Plätzen vorerst zum Stillstand gebracht, wie auch zeitweise das öffentliche Leben im Allgemeinen. Doch viele Leute kamen dadurch mehr oder weniger zwangsläufig zur Ruhe – und auch zum Nachdenken über mehr Nachhaltigkeit? Die ING befragte 1.005 Menschen ab 18 Jahren und erfuhr unter anderem:

  • „Ich denke ernsthaft über die gesundheitlichen Auswirkungen meiner Einkaufs- und Konsumentscheidungen nach“ – von 27,8% der Befragten, die dieser Aussage zustimmten, erklärten 8,8%, dass dies für sie aktuell noch relevanter sei als vor der Corona-Pandemie.
  • „Ich treffe Entscheidungen für Reisen und Transport, die für die Umwelt nachhaltiger sind“ – diese Aussage konnten 22,5% der Befragten voll unterschreiben; darunter 7,9% Frauen und Männer, die angaben: „Mehr als vor Corona“.
  • „Ich konzentriere mich mehr auf den Kauf von Bio-Produkten von lokalen Bauern oder Geschäften“ – rund jeder fünfte Befragte (18,6%) fand dies für sich zutreffend; 7,6% signalisierten ebenfalls Zustimmung, mit dem Zusatz: „Mehr als vor Corona“.

Beim Geldanlegen Klima und Umwelt im Blick

Übrigens: Auch beim Geldanlegen kann man etwas in Sachen Nachhaltigkeit tun. Solche Anlageprodukte stoßen offenbar zunehmend auf Interesse. Auch das ist ein Ergebnis der aktuellen ING-Umfrage:

  • „Ich interessiere mich für Bankprodukte, die eine grünere und nachhaltigere Zukunft unterstützen“ – das gaben 17,9% der Befragten an; unter ihnen war ein Anteil von 6,1%, die die Aussage „Mehr als vor Corona“ machten.

Siegel bieten Orientierung

Gesa Vögele vom Corporate Responsibility Inferface Center (CRIC), einem Verein zur Förderung von Ethik und Nachhaltigkeit bei Geldanlagen, ist überzeugt: „Die Anzeichen sind günstig, dass auch immer mehr private Anleger auf nachhaltige Finanzprodukte setzen.“ Das können zum Beispiel entsprechende Investmentfonds sein. Manche Produkte sind mit Siegeln ausgezeichnet. Sie bieten Interessierten eine Orientierung, welche nachhaltigen Kriterien das jeweilige Produkt konkret erfüllt.

Zu den Siegeln, die es bei nachhaltigen Geldanlagen gibt, gehören etwa

Wer sich für nachhaltige Finanzprodukte interessiert, kann sich über die Datenbank nachhaltiges-investment.org informieren. „Man kann sie nach vielen Ausschlusskriterien filtern“, sagt Vögele. So können Interessierte herausfinden, ob das jeweilige Finanzprodukt den eigenen Nachhaltigkeitsanforderungen genügt.

Zur Studie

Die repräsentativ Befragung wurde durch das Institut Ipsos im Zeitraum 16. bis 24. Juni 2020 durchgeführt. In Deutschland wurden 1.005 Teilnehmer befragt.

Autor: ING