Hackerangriffe, Viren, Malware

Zahlen und Fakten zur Cyberkriminalität 2019

Datendiebstahl, Identitätsklau und Anfeindungen: Cyberkriminalität traf 2019 unzählige Internetnutzer. Ein Rückblick auf die Betrugsmaschen – und deren Folgen.

Je digitaler unsere Welt, desto mehr Möglichkeiten haben wir – und Kriminelle. Betrug im Internet kann vom Smartphone-Nutzer bis zum Großunternehmen jeden treffen. So schätzen einer Umfrage des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI)zufolge etwa ein Drittel der Befragten (29%) ihre persönliche Gefahr, Opfer von Cyberkriminalität zu werden, als hoch oder sehr hoch ein.

Dass an diesen Befürchtungen durchaus etwas dran ist, zeigen die Zahlen von 2019: Cyberkriminalität war vergangenes Jahr in Deutschland allgegenwärtig.

Cyberkriminalität 2019: Jeder zweite Internetnutzer betroffen

So ist jeder zweite User laut einer aktuellen Umfrage des Digitalverbands Bitkom 2019 Opfer von Cyberkriminellen geworden: 55% der Befragten waren von illegalen Vorfällen im Netz betroffen. Das macht einen Anstieg um 5%. „Das Internet ist hochattraktiv für Kriminelle. Mit vergleichsweise geringem Aufwand lassen sich andere Nutzer zum eigenen Vorteil schädigen“, erklärt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder in einer Pressemitteilung.

Am häufigsten betroffen waren Internetnutzer von Schadprogrammen auf Smartphones oder Computern. Diese Folgen teilten sich wie folgt auf:

  • Jeder Vierte wurde Opfer einer illegalen Weitergabe persönlicher Daten an Dritte.
  • 19% wurden beim Online-Shopping oder bei Verkaufsgeschäften im Internet betrogen.
  • Von 15% der Befragten wurden die Zugangsdaten zu einem Onlinedienst ausspioniert.
  • Jeder Achte der Befragten gab an, beim Onlinebanking betrogen worden zu sein, in dem die Betrüger mithilfe von sogenannten Phishing-Mails die Kontodaten erbeutet hatten.
  • 2% der Nutzer wurden Opfer von Ransomware: Die Daten werden verschlüsselt und nur bei Zahlung eines Lösegelds wieder entschlüsselt.
  • Bei 5% der Befragten wurden E-Mails im eigenen Namen von Fremden versendet.

Einige Internetnutzer gaben an, beleidigt oder verbal angegriffen worden zu sein (9%), und 8% klagten über sexuelle Belästigung.

Auch Cyberangriffe auf Unternehmen sind eine Gefahr

Dem sogenannten Doxing-Vorfall, bei dem persönlichen Daten zusammengetragen und veröffentlicht wurden, sind soziale Netzwerke, Kunden einer großen Hotelkette, hunderte Prominente und Politiker im Januar 2019 aus Deutschland zum Opfer gefallen.

Ransomware bedroht die Wirtschaft

Während private Internetnutzer häufig Opfer von Schadprogrammen auf Smartphones oder Computern sind, ist es in der Wirtschaft vor allem Ransomware: „Ransomware, wie zum Beispiel Emotet, ist eine der großen Bedrohungen für die Wirtschaft in unserem Land“, glaubt Arne Schönbohm, Präsident des BSI. Es werde nie eine hundertprozentige Sicherheit vor Cyberangriffen geben, aber man könne sich schützen, so Schönbohm.

Andere Cyberangriffe auf Unternehmen waren 2019 laut einer Umfrage von Bitkomin den letzten zwei Jahren: Schäden durch Phishing-Mails (23%) sowie Malware (23%) und 25% der Angriffe zielten auf Passwörter ab. 21% der befragten Firmen wurden durch die Ausnutzung von Schwachstellen in der Software angegriffen.

Finanzielle Schäden: Die Auswirkungen von Cyberkriminalität 2019

Wie hoch der Schaden durch Cybercrime 2019 war, ist noch nicht bekannt. Der Schaden von Cyberkriminalität für 2018 betrug laut Bundeskriminalamt (BKA) rund 61 Millionen Euro.
Bitkom hat in einer Studie den finanziellen Schaden für die deutsche Wirtschaft durch Delikte von Cyberkriminellen für 2017 und 2018 sogar auf 43,4 Milliarden Euro bemessen. Grundlage dieser Zahl sollen Angaben von betroffenen Unternehmen sein, die im Rahmen der Studie erhoben wurden. Um welche konkreten Kostenarten es sich handelte, ist allerdings nicht bekannt. Die tatsächliche Summe dürfte deutlich darüber liegen. Denn die Zahl bezieht sich nur auf die Taten, die der Polizei bekannt sind.

Fazit:

Vor Cyberkriminalität gibt es derzeit keinen verlässlichen und hundertprozentigen Schutz. Doch sind Internetnutzer sensibilisiert für die Gefahren, ist das ein sehr guter Anfang. Wie Sie sich beispielsweise gegen Betrug beim Onlineshopping schützen können, erklärt Ihnen dieser WissensWert-Beitrag.

Autor: ING
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