Wasserstoff: Dekarbonisierung fürs Depot

Nachhaltiger anlegen

Eine Analyse des DUP UNTERNEHMER-Magazins, Kai Makus | Werbemitteilung

Wasserstoff – der Stoff, der unsere Zukunft sichern soll. Denn Wasserstoff ist ein stabiler Energieträger, der relativ günstig ist und vor allem ökologisch sauber hergestellt werden kann. Damit dürfte er erheblich zur Dekarbonisierung der Wirtschaft beitragen. Spätestens ab dem Jahr 2030, glauben Experten, dürfte es einen wahren Nachfrage-Boom nach Wasserstoff geben, damit strenge Klimaziele erreicht werden können. Im Jahr 2050 dann, so die Prognosen, dürfte Wasserstoff zwischen 6 und 25 Prozent des weltweiten Endenergieverbrauchs decken. Doch schon jetzt können Investierende in diesen Megatrend einsteigen. In einer Studie der Unternehmensberatung PwC heißt es: „Wasserstoff ist essenziell für eine erfolgreiche Energiewende. Wir werden Strom aus erneuerbarer Energie und Wasserstoff brauchen, um den Klimaschutz voranzutreiben. Dafür bedarf es allerdings dringend einer durchdachten Strategie und des Ausbaus der entsprechenden Infrastruktur.“

Für Anlegende zur möglichen Auswahl steht eine ganze Reihe spezialisierter Unternehmen sowie Fonds. Darunter die – einst – deutsche Linde plc sowie Plug Power aus den USA. Die Amerikaner stellen in erster Linie Brennstoffzellen her, die mit Wasserstoff betrieben werden und zum Beispiel in E-Autos eingesetzt werden; außerdem beliefert Plug Power seine Kunden mit Wasserstoff. Demgegenüber ist Linde Weltmarktführer bei Industriegasen, setzt jedoch stark auf Wasserstoff und deckt dabei die komplette Wertschöpfungskette beim sogenannten „grünen Wasserstoff“, der ausschließlich mit Hilfe regenerativer Energie produziert wird, ab. Vorteil Linde: Der Konzern, der seinen Sitz heute in Irland hat, verfügt über eine ausgeprägte Marktmacht und ist für Industrien unterschiedlicher Prägung der wichtigste Partner beim Umsetzen von Wasserstoffprojekten. Nachteil Linde: Der Konzern baut dieses Standbein erst auf, Anlegende stecken ihr Geld somit immer auch in eine Reihe ganz anderer Bereiche. Anlegerinnen und Anleger sollten zudem stets berücksichtigen, dass Aktien, die in Fremdwährungen notieren, neben dem allgemeinen Kursrisiko auch ein Wechselkursrisiko aufweisen.

Gute Rahmenbedingungen

Vorteil Plug Power: Das Unternehmen ist fokussiert und könnte deshalb für Wasserstoff-Investierende besonders interessant sein; zudem baut es zunehmend Know-how auf. Nachteil Plug Power: Das Unternehmen ist mit einem Jahresumsatz von 502 Millionen Dollar (2021) relativ klein – auch wenn Vorstandschef Andrew Marsh damit rechnet, bereits in drei Jahren die Umsatzschwelle von drei Milliarden Dollar zu knacken. Darüber hinaus gibt es eine ganze Reihe von Wettbewerbern.

Dennoch: Die Rahmenbedingungen für beide Unternehmen scheinen hervorragend: Die Europäische Union will Importe und Erzeugung von grünem Wasserstoff fördern, um unabhängiger insbesondere von fossilen Energieträgern aus Russland zu werden. Das spielt aktuell besonders Linde in die Hände. Zugleich steigen die Margen, da die Produktion grünen Wasserstoffs immer günstiger wird: Derzeit sind es etwa 3,30 bis 7,30 US-Dollar je Kilogramm; bis zum Jahr 2030 soll diese Spanne auf etwa 2 bis 6 Dollar sinken. Plug-Power-Chef Marsh hält schon jetzt grünen Wasserstoff in den USA und bald auch in Europa für „teilweise wettbewerbsfähig“. Vor diesem Hintergrund möchte Marsh Weltkonzernen wie Linde Paroli bieten und plant, Leistungen von der Produktion bis zum Handel anzubieten.

Cashflow im Blick

Beim Blick in die Bilanzen und Prognosen wird deutlich, dass ein direkter Vergleich der beiden Unternehmen kaum möglich ist. Während Linde ein etablierter Großkonzern ist, der über freien Cashflow in Höhe von fast sechs Milliarden US-Dollar (Schätzung für 2022) und eine Eigenkapitalquote von fast 54 Prozent verfügt, dürfte Plug Power wohl erst 2026 einen positiven Cashflow erwirtschaften, dann von – so die Prognosen – 180 Millionen Dollar. Immerhin: Die Eigenkapitalquote der Amerikaner liegt bei 77,4 Prozent.

Bei der Geschäftsentwicklung zeigt sich, dass Plug Power den Umsatz seit 2016 stetig steigern konnte, zuletzt um knapp 64 Prozent im Jahresvergleich. Damit ging allerdings ein kontinuierlich negatives Ergebnis einher. Die Erwartungen für die Zukunft sehen besser aus: Im Jahr 2025 soll das Ergebnis positiv ausfallen. Und schon ein Jahr zuvor rechnen die Amerikaner damit, dass der operative Cashflow mit fast 159 Millionen Dollar schwarze Zahlen zeigt. Demgegenüber soll dieser Wert bei Linde in den nächsten Jahren voraussichtlich 2024 erstmals den Wert von zehn Milliarden Dollar überschreiten. Der Umsatz des einstigen deutschen Traditionskonzerns könnte bis 2027 auf 40 Milliarden Dollar klettern. Zum Vergleich: Damit läge Linde in etwa auf dem Umsatzniveau des Lkw-Herstellers Daimler Truck.

Fonds und ETF

Obwohl die beiden vorgestellten Unternehmen in unterschiedlichen Ligen spielen – für Wasserstoff-Interessierte sind beide grundsätzlich einen Blick wert. Denn sowohl Linde als auch Plug Power bedienen – zunehmend – den wachsenden Markt rund um grünen Wasserstoff. Damit sichern sie sich zu diesem recht frühen Marktstadium den Zugang zu einem Trendthema, das enormes Potenzial besitzt.

Wer direkte Investitionen in einzelne Unternehmen scheut, kann dies auch über Aktienfonds wie beispielsweise den GG Wasserstoff R von HansaInvest (ISIN DE000A2QDR59) oder einen ETF wie den VanEck Hydrogen Economy UCITS ETF (IE00BMDH1538), in dem zuletzt übrigens Linde mit 9,6 Prozent und Plug Power mit 9,0 Prozent zu den Toppositionen gehörten, tun. Für Risikobereite sind aktuell auch verschiedene Zertifikate, etwa von der DZ Bank oder der Société Générale, erhältlich. Fest steht: Jetzt scheint ein guter Zeitpunkt, um das Depot in Sachen Dekarbonisierung zu überdenken.

Investment-Beispiele Aktien:

Name Aktueller Kurs KGV*(2022) Gewinn/Aktie (2022**) Dividende (2022**) Dividendenrendite (2022**)
Linde 304,91 € 32,5 9,44 € 4,31 € 1,4 %
Plug Power 17,09 € Verlust Verlust 0,00 € 0,0 %

*KGV: Kurs-Gewinn-Verhältnis; ** Prognose; Fremdwährungen umgerechnet in Euro; Stand: 1.6.2022

Autor: Kai Makus
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