Ihr Geld im Dezember 2020

Was ändert sich? – Was gibt es Neues? – Wo können Sie sparen?

Steuer, Geld & Co – was wichtig ist und wo Sie sparen können. Nichts verpassen, gut informiert sein, los geht’s!

Finanzhilfen für Betriebe in der Corona-Krise

Wenn der Dezember startet, sollen vier Wochen Teil-Lockdown hinter den Deutschen liegen. Restaurants, Bars und Cafés müssen vorerst vom 2. bis zum 30. November wegen der Corona-Pandemie wieder schließen. Gleiches gilt unter anderem für Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo- und Fitnessstudios sowie Kinos. Betroffenen Betrieben wurden neue Finanzhilfen vom Staat in Aussicht gestellt: Kleinere Firmen sollen bis zu 75% des Umsatzes vom November 2019 bekommen, größere bis zu 70%. Detaillierte Infos gibt es hier.

Unabhängig davon können angesichts der Corona-Krise besonders belastete Unternehmen aus anderen Branchen weitere Überbrückungshilfen beantragen – vorausgesetzt, sie haben hohe Umsatzausfälle. Konkret geht es nach Angaben von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) um Zuschüsse zu betrieblichen Fixkosten wie Mieten, und zwar für die Monate September bis Dezember. Mit dem milliardenschweren Hilfspaket will der Bund vor allem Firmen helfen, die wegen behördlicher Anordnungen und Hygiene- sowie Abstandsregeln weiter geschlossen oder nur mit halber Kraft in Betrieb sind.

Reform zur Maklerprovision

Wer eine private Immobilie kauft, muss künftig nur noch maximal die Hälfte der Maklerkosten tragen. Das ergibt sich aus dem Gesetz über die Verteilung der Maklerkosten bei der Vermittlung von Kaufverträgen über Wohnungen und Einfamilienhäusern – es tritt am 23. Dezember 2020 in Kraft. Bislang übernehmen Käufer beim Haus- oder Wohnungskauf in der Regel die komplette Maklerprovision.

Übrigens: Ein Maklervertrag, bei dem es um den Verkauf eines Einfamilienhauses oder einer Eigentumswohnung geht, muss schriftlich erfolgen, zum Beispiel in Form einer E-Mail. Eine mündliche Vereinbarung oder ein Handschlag sind nicht mehr ausreichend, damit ein wirksamer Vertrag zustande kommt.

Besitzer von Eigentumswohnungen, aufgepasst!

Im Wohnungseigentumsrecht gelten von Dezember an neue Regeln. Unter dem Strich gibt es weniger Hürden für Umbauten und Sanierungen. Die sogenannte WEG-Reform (WEG = Wohnungseigentumsgesetz) sieht unter anderem vor:

  • Künftig kann ein einzelner Wohnungseigentümer den Einbau einer Lademöglichkeit für Elektrofahrzeuge, einen barrierefreien Umbau, Einbruchsschutz oder einen Glasfaseranschluss von anderen Eigentümern verlangen, wenn er die Kosten dafür selbst trägt. Damit können wichtige Investitionen erfolgen, ohne finanzschwächere Eigentümer zu überfordern.
  • Für Sanierungen wie den Einbau eines Fahrstuhls oder die Sanierung einer Fassade braucht es künftig eine Mehrheit der Eigentümer. Zahlen müssen aber nur die, die für die Baumaßnahmen gestimmt haben.
  • Wird indes eine Zweidrittelmehrheit der abgegebenen Stimmen erreicht, die mindestens die Hälfte der Miteigentumsanteile umfasst, müssen alle Eigentümer für eine Modernisierung zahlen. Die Kosten dürfen allerdings nicht unverhältnismäßig sein. Der Miteigentumsanteil bemisst sich am Anteil eines Wohnungsbesitzers an der Immobilie.

Einheitlicher Mindestlohn für Gebäudereiniger

Die Lohnuntergrenze bei Gebäudereinigern ist vom 1. Dezember an in Ost und West gleich – und liegt bei 10,80 Euro pro Stunde. Im Osten beträgt der Mindestlohn bis zum 30. November noch 10,55 Euro pro Stunde.

Übrigens: Der gesetzliche Mindestlohn liegt seit dem 1. Januar bei 9,35 Euro. Bis zum 1. Juli 2022 soll er schrittweise auf 10,45 Euro pro Stunde erhöht werden. Zum 1. Januar 2021 steigt er auf 9,50 Euro.

Mehrwertsteuersenkung läuft aus

16% statt 19 und 5% statt 7 – die seit Juli geltende Mehrwertsteuersenkung läuft zum Jahresende aus. Die Bundesregierung wollte mit dieser Regelung in der Corona-Krise den Konsum ankurbeln. Verbraucherschützer gehen indes davon aus, dass zahlreiche Kunden nicht von der niedrigeren Mehrwertsteuer profitieren – weil viele Unternehmen die Senkung nicht an die Verbraucher weitergegeben hätten. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hatte sich dagegen zuletzt von der Wirkung der Mehrwertsteuersenkung überzeugt gezeigt.

Bahn erhöht Preise

Die Fahrkarten bei der Deutschen Bahn werden zum Teil teurer. Mit dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember steigen die Ticketpreise im Fernverkehr um im Schnitt 1%. Unverändert bleiben indes die Super-Sparpreise und Sparpreise, ebenso die Preise für die Bahncards 25 und 50. Für Fahrkarten zum sogenannten Flexpreis müssen durchschnittlich 1,5% mehr bezahlt werden, für Streckenzeitkarten und die BahnCard100 im Schnitt 1,9% mehr.

Podcast: Hängepartie bei den US-Wahlen

Es wird die erwartete Hängepartie in den USA. Das Ergebnis der US-Wahlen wird noch einige Zeit auf sich warten lassen. Aktuell scheint sich die Entscheidung über den nächsten Präsidenten auf die Auszählungen in ein paar wenigen Bundesstaaten zu konzentrieren. Carsten Brzeski teilt seine Beobachtungen zum Ablauf der Wahl mit Sebastian Franke und wirft auch einen Blick auf die aktuellen Zahlen zum Wirtschaftswachstum in Europa. Jetzt anhören

Krankschreibung per Telefon – vorerst wieder möglich

Weil bundesweit die Corona-Infektionszahlen steigen, ist erneut eine telefonische Krankmeldung möglich. Patienten mit leichten Atemwegserkrankungen brauchen – wie zu Beginn der Pandemie im Frühjahr – keine Arztpraxis aufzusuchen, sondern können sich telefonisch bis zu sieben Kalendertage krankschreiben lassen. Diese Sonderregelung gilt nach einem Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses im Gesundheitswesen (G-BA) vorerst bis zum Jahresende.

Autor: ING