E-Book statt Buch

Kann man mit E-Readern Geld sparen?

Digitale Bücher haben sich längst auf dem Buchmarkt etabliert. Aber ist die elektronische Lesevariante günstiger als die gedruckte? Und welche Vorteile bieten E-Reader?

Wenn es darum geht, ein Buch zu lesen, haben wir heute die Wahl zwischen der klassischen Print-Version und einem E-Book. Letzteres besteht aus einzelnen HTML-Webseiten, die zusammengefügt werden und in einem bestimmten Format gespeichert sind.

Eine Umfrage des Portals Statista.com von 2017 ermittelte, dass die Deutschen am liebsten auf die Papiervariante zurückgreifen. So gaben 35% der Personen an, nur gedruckte Bücher zu lesen, 3% greifen zu digitalen Büchern.
Aber: Ein Viertel der Befragten benutzt beides gleich oft. Nicht zuletzt, weil E-Reader eine Menge Vorteile bieten.

Die Vorteile von E-Book-Readern

Ob im Urlaub oder in der Bahn: Statt eines dicken Schinkens können Hunderte Bücher im E-Reader transportiert werden. Sie sind nur wenige Millimeter dünn, wiegen meistens nicht mehr als 200 Gramm und passen in jede Tasche, weshalb sie für Nutzer eine platzsparende Alternative zum Printbuch sind.

Das finden auch 72% der Befragten einer 2019 durchgeführten Erhebung des Digitalverbandes Bitkom. Die Mehrheit (85%) der befragten Personen gab als Grund für das Lesen eines E-Readers an, diesen jederzeit zur Verfügung zu haben.

Doch es lassen sich noch mehr Vorteile festmachen: „Einzelne E-Books nehmen in der Regel nur wenige Kilobyte Speicher ein und verbrauchen weder Papier noch Druckfarbe. Der Vertrieb erfolgt online, sodass kein Versand erforderlich ist“, erklärt Rainer Schuldt von der Computer Bild. „Die Schrift in E-Readern lässt sich beliebig vergrößern oder verkleinern. Das hilft vor allem Menschen mit Sehschwäche. Darüber hinaus sind Wörterbücher häufig auf den E-Book-Readern installiert.“ Die Verbindung zu externen Quellen wie Wikipedia erfolge über WLAN oder Mobilfunk. Außerdem könne der Leser Markierungen vornehmen oder Lesezeichen als digitale Eselsohren anlegen.

Viele E-Reader sind augenschonend

Das Blaulicht, das von einem Smartphone ausgestrahlt wird, kann für unsere Augen auf Dauer schädlich sein. Dies verleitet zu der Annahme, auf Papier zu lesen, wäre gesünder als auf einem Bildschirm. Auf Tablets, Smartphones und Computer mag das zutreffen – und auf E-Reader?

Die meisten E-Reader verfügen über einen Bildschirm mit elektronischer Tinte, weshalb sie nicht leuchten, sondern das Licht reflektieren. Das ist bei einem gedruckten Buch ebenso der Fall und ist nicht unbedingt schädlich. Doch nicht alle E-Reader bieten ein spezielles, augenschonendes Display. Zudem bestimmen Schriftgröße, Bildschirmgröße und Abstand zu den Augen, ob das Lesen anstrengend für uns wird. Die Qualität und das eigene Leseverhalten können also einen großen Unterschied ausmachen.

So viel kostet ein E-Reader

Für digitale Bücher zahlen Kunden offensichtlich weniger als für die Printversion. Um den Roman oder das Sachbuch überhaupt lesen zu können, muss man sich jedoch einmalig einen E-Reader anschaffen. Die Preise starten meistens bei etwa 80 Euro. „Bereits für unter 100 Euro erhält man E-Reader, die für einen Einstieg ins digitale Lesen bestens geeignet sind“, bestätigt Julia Weber vom E-Reader-Hersteller Tolino.

Einige Modelle haben einen Wasserschutz und eine integrierte Beleuchtung. Somit können E-Books problemlos in der Badewanne oder am Strand verwendet werden, ohne dass sie Schaden nehmen. Preislich liegen diese Modelle bei etwa 130 Euro.

Wer noch mehr Komfort wolle, könne einen E-Reader mit hochwertigerem Alu-Gehäuse, größerem Bildschirm und stärkerem Akku wählen, sagt Computer-Bild-Journalist Schuldt. „Die Preise für derartige Modelle beginnen bei 200 Euro.“

Digital lesen ist praktisch – und günstiger?

Betrachtet man die Vorteile von E-Books und E-Readern, schneidet das gute, alte Printbuch eher schlecht ab. Auch bei der Ersparnis im Geldbeutel gewinnt das E-Book: Der Preis für ein elektronisches Buch ist seit 2010 sukzessive gesunken. Während er laut Statista.com damals noch durchschnittlich 10,71 Euro betrug, zahlten Kunden 2018 etwa 6,19 Euro.
Zum Vergleich: Im Dezember 2019 kostete ein gedrucktes Buch durchschnittlich 14,43 Euro, wie das Online-Statistikportal schreibt.

„E-Books sind in der Regel zwischen 10 und 20% günstiger als die gedruckten Ausgaben“, bestätigt Schuldt von der Computer Bild. Zwar unterliegen E-Books wie gedruckte Bücher der Preisbindung. Die Senkung der Mehrwertsteuer für E-Books von 19 auf 7% habe zudem laut Schuldt keinen Einfluss auf den Endpreis, sondern komme vor allem den Verlagen zugute.

E-Books tauschen – geht das?

Printbücher können beliebig verliehen, getauscht oder verkauft werden. Mit E-Books ist das nicht möglich. „Mit ihnen verhält es sich ähnlich wie mit Software. Die Weitergabe ist nicht üblich“, erläutert Julia Weber von Tolino. Der Grund seien die Lizenzen. Jedoch könne man E-Books innerhalb eines Accounts auf mehreren Endgeräten öffnen. „So können Kunden ein E-Book auf ihrem E-Reader und in einer Smartphone-App abwechselnd weiterlesen.“

Fazit:

E-Reader bieten eine Menge Vorteile und können – natürlich je nach Buchverbrauch – eine Ersparnis zur gedruckten Variante bieten. Eines werden sie den Printfans jedoch nie bieten können: das haptische Erlebnis.

Autor: ING