Aktiver Ruhestand

Dank Flexirentengesetz trotz Rente weiterarbeiten

Länger arbeiten? Viele schaffen das nicht oder sie möchten nur einen Minijob ausüben. Andere würden zumindest in Teilzeit länger arbeiten, sind aber unsicher, ob sich das rechnet. Das ändert sich durch die Flexi-Rente. Sie bietet dem Arbeitnehmer finanzielle Anreize für einen Teilzeit-Ruhestand. Und der Arbeitgeber hält seine Fachkraft länger im Betrieb.

Flexi-Rente: Was ist das überhaupt?

Im Kern ermöglicht das Flexirentengesetz eine flexiblere und stufenlose Teilrente. Der Vorteil: Der Hinzuverdienst schmälert zwar die ausgezahlte Rente, mit ihrem Einkommen können Arbeitnehmer jedoch weiter in die Rentenkasse einzahlen. Das erhöht die Vollrente sobald Arbeitnehmer komplett in Rente gehen.

Mit dem Flexirentengesetz rechnet sich der Hinzuverdienst

Bislang drohten arbeitenden Teilrentnern drastische Kürzungen von bis zu zwei Dritteln, wenn der Hinzuverdienst zur Rente mehr als 450 Euro im Monat wie bei einem Minijob betrugen. Seit dem 1. Juli 2017 können Rentner mit einer vorgezogenen Altersrente 6.300 Euro pro Jahr anrechnungsfrei hinzuverdienen – bundesweit. Erst Einkünfte dieser Grenze sind zu 40 Prozent auf die Rente anzurechnen.

Ein Rechenbeispiel für eine Rente in Höhe von 1.200 Euro und einen Hinzuverdienst über 18.000 Euro: Der die 6.300-Euro-Grenze übersteigende Betrag liegt bei 11.700 Euro, pro Monat sind dies 975 Euro. 40 Prozent davon entspricht dem Wert, der die Rente reduziert – also 390 Euro. Damit käme der Bezieher auf eine Teilrente von 810 Euro.
„Es wird allerdings eine Obergrenze für den Hinzuverdienst geben“, erklärt die Deutsche Rentenversicherung. „Dabei wird das höchste Einkommen der letzten 15 Kalenderjahre zugrunde gelegt.“

Mit der Flexi-Rente den Rentenanspruch erhöhen

Wer im Alter eine vorgezogene Rente bezieht und weiterarbeitet, erhöht durch die Flexi-Rente seinen Rentenanspruch aus der Rentenkasse. Im Gegensatz zu der Zeit vor dem Flexirentengesetz besteht inzwischen für arbeitende Rentner eine  Rentenversicherungspflicht. Das bedeutet: Um einen Anreiz für eine Beschäftigung nach Erreichen der Regelaltersgrenze zu setzen, können Beschäftige laut dem Flexirentengesetz aktuell auf die dann bestehende Versicherungsfreiheit verzichten. Das ermöglicht es ihnen, weitere Entgeltpunkte zu erwerben und ihren Rentenanspruch mit der Teilrente noch weiter zu erhöhen.

Wie können Rentner Renten-Abschläge verringern?

Vorteil des neuen Flexirentengesetzes: Versicherte können mit dem neuen Flexirentengesetz früher und flexibler als bisher zusätzliche Beiträge in die Rentenversicherung einzahlen, um Abschläge bei vorgezogenen Altersrenten auszugleichen. Der Abzug beträgt derzeit 0,3 Prozent im Monat. Um diesen finanziellen Verlust für die Rente auszugleichen, durften Arbeitnehmer vor dem 1. Juli 2017 erst ab dem 55. Lebensjahr zusätzlich in die Rentenkasse einzahlen. Seitdem ist das ab 50 Jahren möglich.

Das Flexirentengesetz bietet weitere Vorteile

Auch im Bereich Prävention und Reha lohnt sich die neue flexible Rente. Rentner, die zur Altersrente hinzuverdienen, erhalten mehr Leistungen für Prävention und Rehabilitation. Das soll die Gesundheit und damit die Erwerbsfähigkeit der Versicherten sichern. „Denn wer gesundheitliche Risiken früher erkennt, kann rechtzeitig gegensteuern“, heißt es bei der Deutschen Rentenversicherung. Ob Sie nach einem spannenden Arbeitsleben noch Lust auf einen Nachschlag haben, oder nicht – wir wünschen Ihnen einen entspannten Ruhestand!

Autor: ING