Von der Gasknappheit zu nachhaltigen neuen Energiequellen

Die Abhängigkeit der EU von Gas aus Russland ist immens. Im vergangenen Jahr importierten die EU-Länder rund 140 Milliarden Kubikmeter. Zusammen mit den rund 15 Milliarden Kubikmeter verflüssigtem russischen Erdgas stammten somit 45 Prozent der Gaseinfuhren in die EU aus Russland. Der Rest stammte vorrangig aus Norwegen (21 Prozent), Algerien (12 Prozent), den USA (6 Prozent), Katar (4 Prozent).

Hierzulande lag der Anteil russischer Gaslieferungen 2021 bei 55 Prozent, zurzeit sind es laut Wirtschaftsministerium immer noch 35 Prozent.

Mit Blick auf die anhaltenden Spannungen im Zuge des Ukraine-Kriegs suchen die EU-Mitgliedsstaaten nach Wegen, wie sie ohne russisches Gas auskommen können. Expertinnen und Experten sind sich einig: Am Ausbau erneuerbarer Energien führt dabei kein Weg vorbei. Die EU macht bei Solar und Wind nun Tempo, unter anderem sollen Genehmigungsverfahren für Windparks und Solaranlagen verkürzt werden. Mit einer Produktion von 63.924 Megawatt liefert Windenergie in Deutschland derzeit die größten Beiträge zur Stromerzeugung der erneuerbaren Energien.

EU investiert 300 Milliarden Euro in den Wandel

Auch Geothermie könnte die Abhängigkeit von Erdgas deutlich reduzieren. Laut dem Beratungsunternehmen DWR eco könnte Deutschland damit mehr als ein Viertel des gesamten deutschen Wärmebedarfs decken, um mittelfristig 60 Prozent der russischen Gasimporte zu ersetzen. Die Stadtwerke München als Vorreiter dieser Technologie wollen bis 2040 klimaneutral werden.

Zu den wesentlichen Bausteinen der Energiewende zählt auch Wasserstoff. „Neben erneuerbar erzeugtem Strom in Wärmepumpen und grüner Fernwärme kann Wasserstoff Teil einer klimaneutralen Wärmeversorgung der Zukunft werden“, zeigt sich der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft zuversichtlich. Um den Übergang zu nachhaltigen Energiequellen und die Abkehr von fossilen Brennstoffen aus Russland zu beschleunigen, hat die EU-Kommission im Mai ihren 300 Milliarden Euro schweren Plan „RepowerEU“ vorgestellt. Danach soll die Abhängigkeit von russischen Energielieferungen bis 2027 beendet sein.

Begünstigt wird die Erschließung nachhaltiger Energiequellen von der Tatsache, dass diese immer günstiger werden. Laut Berechnungen der Unternehmensberatung McKinsey sind zwischenzeitlich bereits mehr als 60 Prozent der neu installierten erneuerbaren Kapazitäten preiswerter als die fossilen Alternativen.

Breit gestreut den Markt erschließen

Auch Anleger*innen können am Umbau der Energieversorgung teilhaben. Wer gezielt in erneuer­bare Energien investieren will, findet eine breite Auswahl speziell darauf zugeschnittener aktiv gemanagter Branchen- oder Themenfonds. Zudem gibt es eine ganze Reihe von ETFs, die es ermöglichen, breit diversifiziert in diesen wachsenden Markt zu investieren. Je nach Art des Fonds investieren Anleger*innen dabei in ein oder mehrere dieser Investments.

Klimafonds bzw. -ETFs etwa setzen ihr Portfolio aus einem Mix mehrerer Assets für erneuerbare Energien wie Solar-, Wind- und Bioenergieanlagen zusammen. Andere Anlagepools spezialisieren sich auf eine ganz bestimmte Art der Energiegewinnung. Beispiele sind Bioenergiefonds oder Fonds mit Investitionen in Windkraft.

Autor: ING-DiBa AG
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