Top-Verdiener: Messi, Ronaldo & Co kassieren Millionenbeträge

Finanzfrage des Monats: Warum verdienen Fußballer eigentlich so viel Geld?

Es ist eine unfassbar hohe Summe: Rund 130 Millionen US-Dollar soll aktuell das Jahreseinkommen von Fußballprofi Lionel Messi betragen. Das jedenfalls ergaben Berechnungen von „Forbes“. Das US-Magazin erstellt regelmäßig Rankings, etwa wer im Sport das meiste Geld kassieren – einschließlich Werbedeals. Die „Forbes“-Listen basieren auf Recherchen sowie auf Schätzungen und gelten als zuverlässig.

Jahr für Jahr mehrere Millionen Euro verdienen

Im jüngsten Ranking der 50 bestbezahlten Aktiven im Sport 2021 – The world’s 50 highest-paid athletes  – schaffte es Messi hinter Kampfsportler Conor McGregor auf den zweiten Platz. 97 Millionen Dollar verdient Messi demnach allein durch seinen Verein, weitere 33 Millionen durch Werbe- und sonstige Einnahmen.

Spekulationen um Messis Zukunft beim FC Barcelona: Der Vertrag zwischen dem Argentinier und Barça war am 30. Juni 2021 ohne Verlängerung ausgelaufen. Der Präsident der spanischen Fußball-Liga, Javier Tebas, zeigte sich jüngst skeptisch zu den Chancen eines neuen Vertrages. Hintergrund sind die Regeln zum Financial Fairplay in Spanien, die Obergrenzen der zulässigen Gesamtsumme bei Gehaltszahlungen der Clubs festlegen. Bei Barça liege die Obergrenze derzeit bei etwas mehr als 600 Millionen Euro, schrieb die spanische Zeitung „Sport“. Das seien rund 30 Prozent weniger als vor Corona.

Direkt hinter Messi und damit als Dritter der Gesamtwertung platziert sich Cristiano Ronaldo. Auf rund 120 Millionen US-Dollar im Jahr laut „Forbes“ kommt der Star-Stürmer, seit 2018 bei Juventus Turin unter Vertrag; 70 Millionen davon erzielt er auf dem Spielfeld. Auf der Social-Media- und Werbeplattform Instagram liegt der Portugiese übrigens mit mehr als 312 Millionen Followern vor dem Argentinier Messi mit 230 Millionen Abonnenten.

Bundesliga-Profi auf Platz 8 der bestverdienenden Kicker

Als Dritter der weltweit am besten verdienenden Fußballprofis folgt in dem Ranking der Brasilianer Neymar (Gesamtliste: Platz 6), der bei Paris Saint Germain kickt und 95 Millionen US-Dollar kassiert; davon 76 Millionen durch seinen Verein. Ein Bundesliga-Profi reiht sich in der „Forbes“-Gesamtliste auf Platz 48 ein – und in der Fußballer-Wertung auf Rang 8: der aus Polen stammende Robert Lewandowski, derzeit beim FC Bayern unter Vertrag, und laut „Forbes“ mit einem Jahreseinkommen von 34 Millionen US-Dollar; 27 Millionen davon auf dem Spielfeld.

Das sind Summen, die Menschen mit einem Durchschnittsverdienst ihr Leben lang nicht erreichen dürften – selbst wenn sie sieben Tage die Woche arbeiten und jeden Tag zusätzlich Überstunden schieben. Doch wieso sind solche enorm hohen Einkommen überhaupt möglich?

Angebot und Nachfrage: Nur vergleichsweise wenige Sportler spielen derart spitzenmäßig Fußball, dass für sie eine Profi-Karriere überhaupt in Frage kommt. „Insofern gibt es eine begrenzte Anzahl von Top-Spielern“, erläutert der Fußballexperte, Moderator und Speaker Ralf Leister. Gleichzeitig ist die Nachfrage von Vereinen nach Spielern mit herausragenden Fähigkeiten hoch. Bleibt das Angebot hinter der Nachfrage zurück, steigt natürlich der Preis.

Wie die Vereine das Geld erwirtschaften

Und die Clubs zahlen. „Vereine haben nichts davon, wenn sie zweistellige Millionen-Beträge und mehr auf dem Konto haben, aber aus der ersten Liga absteigen“, sagt Leister.

Bleibt die Frage, wie die Vereine all das Geld erwirtschaften. Als vor Jahren das private Fernsehen sowie Pay-TV aufkamen, stiegen die Vermarktungschancen des Fußballs immens. Die dabei erzielten Gelder, egal ob vom privaten oder öffentlich-rechtlichen Fernsehen, sorgten dafür, dass die Finanzkraft der Vereine zunahm. Die DFL Deutsche Fußball Liga GmbH etwa vermarktet unter anderem die TV-Rechte an den Spielen der Bundesliga sowie der 2. Bundesliga und zahlt die dabei erzielten Einnahmen an die Clubs aus. „Je erfolgreicher ein Verein war, desto mehr Geld bekommt er“, sagt Leister.

Weitere Einnahmequellen der Vereine:

  • Werbung und Sponsoring: Werbung etwa auf den Trikots oder die Bandenwerbung in den Stadien.
  • Trainingslager oder Testspiele in fernen Ländern: Um die Auslandsvermarktung anzukurbeln, nutzen Clubs oft die Winterpause, um ins Trainingslager in ein fernes Land zu reisen und dort ein Testspiel zu bestreiten. In den Vereinigten Arabischen Emiraten etwa oder in China locken lukrative neue Absatzmärkte. „Manchmal sind auf der Bandenwerbung in den Stadien asiatische Schriftzeichen zu lesen“, sagt Leister. Zwar kann hierzulande nicht jeder Zuschauer etwas damit anfangen, aber das spielt keine Rolle: Es spült teils sehr hohe Erlöse in die Vereinskassen.
  • Spieltags-Einkünfte: Und natürlich profitieren die Vereine finanziell auch vom Ticketverkauf. Je mehr Publikum ins Stadion strömt, desto besser für den jeweiligen Club.

Müssen Top-Profis um ihre Millionen-Gehälter bangen?

In Pandemie-Zeiten wie diesen haben die Corona-Maßnahmen auch den Bundesligisten zugesetzt, schließlich durften keine Fans in die Stadien, Ticketeinnahmen brachen weg. Müssen aber nun die Top-Profis um ihre Millionen-Gehälter bangen? Experten gehen davon aus: Nur bedingt. Christian Hoefs, Arbeitsrechtler der Kanzlei Hengeler Mueller in Frankfurt am Main, sagt: „Wenn ein Fußballer irgendwas fürchten muss, dann die Frage: Was passiert nach Ablauf meines aktuellen Vertrags – oder wenn mein Verein Insolvenz anmelden sollte?“

In die „Forbes“-Top-50-Liste schafften es übrigens nur zwei Frauen: die beiden Tennis-Spielerinnen Naomi Osaka und Serena Williams. Die Japanerin Osaka sichert sich mit einem Jahreseinkommen von 60 Millionen US-Dollar den zwölften Rang, US-Amerikanerin Williams mit 41,5 Millionen Platz 28.

Als Top-Verdienerin im Fußball gilt Samantha Kerr vom FC Chelsea. Bei der Plattform 90min.de etwa steht die Australierin an der Spitze der „10 bestbezahlten Fußballerinnen der Welt“. Anfang 2020 gab die Rekordschützin der US-Liga ihr Debüt beim englischen Verein. Mit großem Abstand sei sie die weltweit bestbezahlte Spielerin, schreibt das Portal. „Auf der Insel kassiert sie satte 480.000 Euro pro Jahr.“