Stepstone Gehaltsreport 2020

Wo und in welcher Branche Deutschlands Topverdiener arbeiten

Das durchschnittliche Bruttojahreseinkommen von Deutschlands Führungskräften ist deutlich gestiegen, das der Fachkräfte leicht gesunken. Das geht aus dem StepStone Gehaltsreport 2020 hervor. Doch beim Lohnniveau gibt es regionale Unterschiede – und: In manchen Berufen verdienen Arbeitnehmer mehr als in anderen.

Der Spruch ist weit verbreitet: Über Geld spricht man nicht. 128.000 vollzeitbeschäftigte Fach- und Führungskräfte taten es doch – und offenbarten dem Jobportal StepStone für den Gehaltsreport 2020 ihre Einkommenssituation. Das Ergebnis: Das durchschnittliche Bruttojahresgehalt über alle Berufe und Regionen Deutschlands hinweg liegt 2020 bei 58.785 Euro. Das ist ein Plus von 695 Euro gegenüber dem Bruttojahresgehalt (58.090 Euro) im Gehaltsreport 2019. Zu dem durchschnittlichen Bruttogehalt gehören auch variable Anteile wie Boni, Prämien und Sonderzahlungen.

Das sind die Top-Verdiener 2020 in Deutschland

Wer mit Abstand am meisten verdient? Das sind laut StepStone Gehaltsreport im Vergleich der Berufsgruppen die Ärzte mit einem durchschnittlichen Spitzenverdienst von 92.316 Euro. Auf den nächsten Rängen folgen die

  • Finanzexperten: 76.354 Euro
  • Juristen: 70.042 Euro
  • Bankfachleute: 65.006 Euro
  • Ingenieure: 64.541 Euro

Betrachtet man die Durchschnitts-Gehälter gesamter Branchen, liegt der Bankensektor auf Platz eins:

  • Banken: 69.703 Euro
  • Pharmaindustrie: 69.515 Euro
  • Fahrzeugbau und –zulieferer: 68.778 Euro
  • Chemie- und Erdölverarbeitende Industrie:  66.972 Euro
  • Konsum- und Gebrauchsgüter: 65.789 Euro

Ein Studienabschluss lohnt sich finanziell

Was sich mit Blick aufs Gehalt langfristig in jedem Fall auszahlt, ist ein Studienabschluss. Schon nach drei bis fünf Jahren Berufserfahrung verdienen Akademiker im Schnitt gut 15.000 Euro im Jahr mehr als diejenigen ohne akademischen Abschluss (55.985 Euro gegenüber 40.913 Euro). Nach 25 Jahren ist diese Diskrepanz besonders deutlich: Akademiker bekommen im Schnitt ein Jahresbruttogehalt von 94.493 Euro, Nichtakademiker im Schnitt nur 59.544 Euro.

Arbeitnehmer mit Personalverantwortung verdienen spürbar mehr

Hat ein Arbeitnehmer Personalverantwortung, schlägt sich dies spürbar im Gehalt nieder. Personalverantwortliche kommen auf ein durchschnittliches Bruttojahresgehalt von 74.744 Euro und verdienen damit spürbar mehr als im Vorjahr (2019: 67.868 Euro). Die Führungskräfte erhalten damit im Schnitt über 24.000 Euro mehr als Fachkräfte ohne Personalverantwortung, die auf 50.317 Euro kamen und sogar weniger als im Vorjahr verdienten (2019: 51.176 Euro).

Auch auf die Größe eines Unternehmens kommt es an

Egal, ob mit oder ohne akademischen Abschluss: Mitarbeiter in großen Unternehmen mit mindestens 1.000 Beschäftigten verfügen im Schnitt immer über ein höheres Einkommen als Angestellte kleiner und mittelständischer Firmen.

Das sind die regionalen Gehaltsunterschiede

Im Gehaltsvergleich der Bundesländer hat nach wie vor Hessen die Nase vorn. Fach- und Führungskräfte erzielen dort ein Durchschnittsgehalt von 64.335 Euro (2019: 65.296 Euro). Auf den nächsten Rängen mit einem durchschnittlichen Einkommen oberhalb der 60.000-Euro-Marke folgen Bayern mit 62.243 Euro (2019: 62.172 Euro) und Baden-Württemberg mit 61.677 Euro (2019: 62.375 Euro).

Auf dem untersten Rang der 16 Bundesländer landet, wie auch im Vorjahr, Mecklenburg-Vorpommern, wo der Verdienst im Schnitt bei 45.135 Euro (2019: 42.063 Euro) lag.

Die durchschnittlichen Brutto-Jahresgehälter in den Bundesländern

Die durchschnittlichen regionalen Brutto-Jahresgehälter für Fach- und Führungskräfte im Überblick (in Klammern die Zahlen von 2019)

  1. Hessen: 64.335 Euro (65.296 Euro)
  2. Bayern: 62.243 Euro (62.172 Euro)
  3. Baden-Württemberg: 61.677 Euro (62.375 Euro)
  4. Hamburg: 59.111 Euro (60.774 Euro)
  5. Nordrhein-Westfalen: 58.815 Euro (58.846 Euro)
  6. Rheinland-Pfalz: 55.933 Euro (55.275 Euro)
  7. Saarland: 55.692 Euro (54.710 Euro
  8. Bremen: 55.786 Euro( 57.881 Euro)
  9. Berlin: 54.392 Euro (54.247 Euro)
  10. Niedersachsen: 54.150 Euro (53.545 Euro)
  11. Schleswig-Holstein: 52.563 Euro (52.105 Euro)
  12. Thüringen: 48.334 Euro (44.102 Euro)
  13. Sachsen: 47.292 Euro (43.096 Euro)
  14. Sachsen-Anhalt: 46.890 Euro (42.340 Euro)
  15. Brandenburg: 46.575 Euro (45.066 Euro)
  16. Mecklenburg-Vorpommern: 45.135 Euro (42.063 Euro)

In diesen Städten arbeiten Deutschlands Spitzenverdiener

Die Stadt Frankfurt am Main behauptet im Vergleich zum Vorjahr ihren Spitzenplatz: In der hessischen Metropole mit ihrem starken Bankensektor liegt der Bruttojahresverdienst im Schnitt bei 70.974 Euro (2019: 73.170 Euro). Es folgen die Städte München in Bayern mit 67.425 Euro (70.625 Euro) und Stuttgart in Baden-Württemberg mit 66.444 Euro (68.016 Euro).

In dem Ranking der zehn Städte mit den höchsten Durchschnittseinkommen ist …

  • Baden-Württemberg neben Stuttgart mit Ulm (65.214 Euro) auf Rang vier und mit Heidelberg (61.577 Euro) auf Rang zehn vertreten.
  • Nordrhein-Westfalen mit Düsseldorf (63.700 Euro) auf Rang fünf, mit Bonn (63.634 Euro) auf Rang sechs und mit Essen (61.836 Euro) auf Rang acht präsent.
  • Hessen neben Frankfurt am Main mit Darmstadt (63.287 Euro) auf Rang sieben dabei.
  • Rheinland-Pfalz mit Mainz (61.663 Euro) auf Rang neun vertreten.

Top-Gehälter sind nicht der einzige Job-Anreiz

Ein sehr gutes Einkommen ist wichtig, aber auch nicht alles. Das hat StepStone schon im Jahr 2017 herausgefunden. Demnach sind nur 15 Prozent der Beschäftigten bereit, im Gegenzug zu einem äußerst attraktiven Gehalt Abstriche bei der Unternehmenskultur zu akzeptieren. Mit anderen Worten: Neben Geld sind beispielsweise auch flexible Arbeitszeiten und ein guter Umgang miteinander wichtige Faktoren.

Aus Sicht von StepStone ist dies ein genereller Trend: Das Gehalt spielt nach wie vor eine entscheidende Rolle bei der Jobwahl. Allein ausschlaggebend ist es aber längst nicht mehr.

Den StepStone Gehaltsreport 2020 im Detail gibt eshier.

Autor: ING