Gehaltsreport 2022

Wo und in welcher Branche der Verdienst am höchsten ist

Das eigene Gehalt ist für viele Menschen ein Tabuthema: Über seine Höhe sprechen die wenigsten. Was oft zur Folge hat, dass Jobsuchende nicht wissen, welche Bezahlung in ihrer Branche üblich ist. Das Jobportal StepStone möchte hier für mehr Transparenz sorgen und präsentiert nun im elften Jahr in Folge seinen Gehaltsreport – 2022 erstmals gemeinsam mit dem Portal Gehalt.de.

Wichtig zu wissen: Da die Datenbasis für den Gehaltsreport 2022 von zwei Portalen, nämlich von StepStone und Gehalt.de, stammt, unterscheiden sich die Gehälter stark vom Vorjahresreport. Sie sind daher nicht vergleichbar.

Akademiker verdienen deutlich mehr

51.009 Euro brutto im Jahr: So hoch ist das durchschnittliche Jahresgehalt von Beschäftigten in Deutschland. Das fanden StepStone und Gehalt.de bei der Analyse der Gehaltsdaten von mehr als 600.000 Arbeitnehmer*innen heraus. Das Jahresmediangehalt – also das Einkommen, von dem aus die Anzahl der Personen oder Haushalte mit niedrigerem Einkommen genauso groß ist wie die Anzahl derer mit höherem Einkommen – beträgt 44.074 Euro brutto. Frauen kommen jährlich auf 40.533 Euro brutto im Median, Männer auf 47.320 Euro.

Personalverantwortung sorgt dabei für ein deutliches Plus: Das Gehalt von Führungskräften beläuft sich im Schnitt auf 86.349 Euro brutto im Jahr, Beschäftigte ohne Personalverantwortung verdienen hingegen 43.628 Euro brutto. Das Gehalt von Akademiker*innen liegt mit 59.696 Euro brutto deutlich höher als das von Nicht-Akademiker*innen, die auf 40.560 Euro brutto im Jahr kommen.

Berufserfahrung: Mit zunehmender Berufserfahrung gibt es auch mehr Geld. Verdienen Berufseinsteiger*innen durchschnittlich 33.800 Euro, klettert die Gehaltshöhe nach mehr als elf Jahren im Job auf 52.000 Euro.

Die im Median höchsten Jahresbruttogehälter erzielen:

  • Ärzt*innen: 78.317 Euro (Sie verdienen etwa 78% mehr als der Durchschnitt.)
  • Ingenieur*innen: 59.280 Euro
  • IT-Fachleute: 56.992 Euro
  • Unternehmensberater*innen: 56.379 Euro

Ganz unten in diesem Ranking sind die Berufsgruppen Vertrieb mit 42.847 Euro, Gesundheit, Pflege, Soziale Dienste mit 37.778 Euro sowie Einkauf und Logistik mit 37.670 Euro.

Ein Blick in die Branchen

In diesen Branchen kassieren Deutschlands Arbeitnehmer*innen die höchsten Jahresbruttogehälter:

  • Halbleiterindustrie: 62.963 Euro
  • Biotechnologie: 61.542 Euro
  • Banken: 58.341 Euro
  • Luftfahrt: 57.408 Euro
  • Pharma: 56.160 Euro
  • Autoindustrie: 55.860 Euro

Die Branchen mit den niedrigsten Jahresbruttogehältern sind der Lebensmittel-Einzelhandel mit 32.444 Euro, Hotels und Gaststätten mit 31.200 Euro und Callcenter mit 28.916 Euro.

Übrigens: Das Gehalt steigt mit der Unternehmensgröße. Kleine Firmen mit bis zu 50 Beschäftigten zahlen ein Bruttomediangehalt von 37.440 Euro, Mitarbeiter*innen von Unternehmen mit mehr als 5.000 Beschäftigten bekommen mit 59.280 Euro fast 60% mehr.

Erhebliche regionale Unterschiede

Im Gehaltsvergleich der Bundesländer steht Hessen an oberster Stelle. Beschäftigte erzielen dort ein Durchschnittsmediangehalt von 47.840 Euro. Auf Platz 2 kommt Baden-Württemberg mit 47.806 Euro, Bayern und Hamburg teilen sich den dritten Platz mit jeweils 46.800 Euro. Schlusslichter sind Brandenburg (34.700 Euro) und Mecklenburg-Vorpommern (34.320 Euro).

Die Mediangehälter in den Bundesländern im Überblick:

  1. Hessen 47.840 Euro
  2. Baden-Württemberg 47.806 Euro
  3. Bayern 46.800 Euro
  4. Hamburg 46.800 Euro
  5. Nordrhein-Westfalen 43.940 Euro
  6. Bremen 42.640 Euro
  7. Berlin 42.224 Euro
  8. Rheinland-Pfalz 41.971 Euro
  9. Saarland 41.600 Euro
  10. Schleswig-Holstein 40.464 Euro
  11. Niedersachsen 40.094 Euro
  12. Thüringen 36.400 Euro
  13. Sachsen 36.088 Euro
  14. Sachsen-Anhalt 35.360 Euro
  15. Brandenburg 34.700 Euro
  16. Mecklenburg-Vorpommern 34.320 Euro

In welchen Städten Deutschlands Spitzenverdiener arbeiten

Im Städteranking hat die Stadt Frankfurt am Main die Nase vorn: In Hessens Metropole beträgt das Mediangehalt 54.080 Euro.

  • Frankfurt/Main 54.080 Euro
  • München 53.886 Euro
  • Stuttgart 53.592 Euro
  • Bonn 50.133 Euro
  • Düsseldorf 48.880 Euro

Hier gibt es den detaillierten Gehaltsreport 2022 von StepStone und Gehalt.de.

Angaben zur Studie: Analysiert wurden exakt 618.404 Vergütungsdaten, die in den vergangenen zwölf Monaten erhoben wurden. Davon stammen 64% von Männern und 36% von Frauen. Der Anteil der Beschäftigten mit Personalverantwortung liegt bei 13%. Sämtliche Gehaltszahlen beziehen sich auf das Bruttojahresgehalt einschließlich Boni, Provisionen, Prämien und dergleichen.

Und zum Schluss eine Prognose: In den zehn Jahren vor Corona (2010 bis 2019) sind laut StepStone die Gehälter in Deutschland um durchschnittlich 2,4% gestiegen. StepStone-Gehaltsexperte Korbinian Nagel geht davon aus, dass der aktuelle Job-Boom künftig stark wachsende Löhne ermöglicht. „Wir gehen davon aus, dass die Gehälter in diesem Jahr um 3 bis 4,7% steigen werden“, so Nagel.

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