Solidarität, Kreativität und Erfindergeist

Tolle Ideen in der Corona-Krisenzeit

Unterstützung brauchen in dieser Corona-Krisenzeit nicht nur Senioren oder Vorerkrankte. Auch die Bäckerei gegenüber, der Blumenladen nebenan, das kleine Lieblingsrestaurant um die Ecke und, und, und. Gefragt sind jetzt tolle Ideen und digitale Lösungen. Das Schöne: Es gibt sie!

Die Lage ist ernst. Die gravierenden Folgen der Corona-Pandemie hat niemand voraussehen können und noch ist das ganze Ausmaß nicht einmal abzuschätzen. Doch selbst in diesen Krisenzeiten gibt es auch gute Nachrichten. Solidarität etwa ist nicht bloß ein Wort, es ist heute gelebter Alltag. Manch einer punktet mit einer gehörigen Portion Kreativität und Erfindergeist, wenn es darum geht, anderen mit digitalen Lösungen und guten Ideen aus der Misere zu helfen. Wir stellen ein paar Mut machende und inspirierende Initiativen vor.

2 Millionen Euro für UNICEF und die Tafeln

Soziales Engagement steht bei der ING ganz oben, nicht nur für die Umwelt und Nachhaltigkeit, sondern auch für die Gesellschaft. Daher haben wir zu Spenden aufgerufen für Menschen, die in Zeiten von Corona besonders Hilfe brauchen. Die Resonanz war großartig - innerhalb kürzester Zeit spendeten unsere Mitarbeiter, Kunden und Interessenten mehr als 1 Million Euro. Die ING Deutschland verdoppelte die Spende auf 2 Millionen Euro. Wir freuen uns über die große Solidarität und bedanken uns ganz herzlich bei allen Spendern, auch im Namen der Tafeln und UNICEF.

Mit vereinten Kräften den Lieblingsort retten

„Rette deine Lieblingsorte“ heißt es etwa auf der Plattform Helfen.berlin. Es geht um Restaurants, Bars, Cafés, Clubs, Friseure, Schmuckläden oder Theater in Berlin. Die Idee: Kunden kaufen heute einen Gutschein in Höhe von bis zu 100 Euro bei einem auf der Plattform registrierten Betrieb und lösen ihn nach der Krise ein. Inzwischen ziehen viele Städte mit ähnlichen Initiative nach. Aber natürlich können zum Beispiel Restaurant-Fans auch ganz ohne Plattform Gutscheine ihrer Lieblingsorte erwerben.

Ansonsten: In vielen Städten bieten Gastronomiebetriebe, Bäckereien, Blumenläden und andere Geschäfte inzwischen einen Abhol- und Lieferservice – nutzen Sie das Angebot und tragen Sie so dazu bei, dass Ihr Lieblingsort nicht in die Insolvenz schlittert.

„Einzelheld“ unterstützt Läden ohne Onlineshop

Viele Läden sind in diesen Krisentagen geschlossen, aber dennoch möchten die Inhaber ihre Waren weiter verkaufen. Das wäre kein Problem, wenn sie einen Onlineshop hätten. Doch längst nicht alle Läden haben ihn, insbesondere bei kleinen Boutiquen oder Concept Stores fehlt es. An dieser Stelle hilft die Plattform Einzelheld. Gewerbetreibende unter anderem in Stuttgart, Berlin und München können auf der Webseite ihre Waren anbieten, ohne einen eigenen Onlineshop zu führen. Ein Blumenladen inseriert auf Einzelheld etwa einen Blumenstrauß für 25 Euro. Kunden bezahlen die Produkte über die Plattform online, der Laden liefert anschließend die bestellte Ware aus.

Lokalkauf.org bringt Händler und Kunden zusammen

Auch über die Plattform Lokalkauf.org soll es Händlern möglich sein, ihre Waren online zu präsentieren und zu verkaufen – ohne dafür im Internet einen eigenen Shop einrichten zu müssen. Ein weiteres Ziel der Plattformbetreiber: Mit Menschen, die durch die Krise ihren Job verloren haben, sich Geld dazu verdienen möchten oder einfach freiwillig helfen wollen, soll ein Lieferantennetzwerk aufgebaut werden. Auf diesem Weg sollen Produkte schnell zu jedem nach Hause gelangen. Die Plattform – übrigens mitentwickelt von einem ING-Mitarbeiters beim Hackathon #WirVsVirus – ist derzeit noch in einer Testphase.

Außerdem sind alle, die ihren Kredit nicht mehr tilgen und die Zinsen nicht überweisen können, noch bis Ende Juni vor einer Kündigung des Vertrags geschützt. Die seit dem 1. April geltende Regelung betrifft Verbraucherdarlehensverträge sowie Konsumentenkredite und private Immobilienkredite. Sie müssen vor dem 15. März 2020 abgeschlossen worden sein.

Die vertragsrechtlichen Regelungen aus Anlass der Covid-19-Pandemie sind imArtikel 240 Einführungsgesetz zum Bürgerlichen Gesetzbuch (EGBGB) geregelt.

Volunteer Vs. Virus vermittelt Helfer für Krankenhäuser

Viele Krankenhäuser suchen derzeit händeringend Helfer. Umgekehrt gibt es derzeit viele Menschen, die den Kliniken ihre Unterstützung anbieten möchten. Doch wie beide Seiten zusammenbringen? Hier will die Plattform Volunteer Vs Virus vermitteln. Einerseits können sich Helfer registrieren und andererseits haben Kliniken die Möglichkeit, Anforderungen an die Helfer zu stellen. Über die Plattform suchen bislang 200 Krankenhäuser Unterstützung. Die Idee für die app.volunteervsvirus.de stammt ebenfalls von einem ING-Mitarbeiter.

Zusammenhalten und sich gegenseitig unterstützen

Egal, ob Kleinunternehmen oder Freiberufler: Alle kämpfen derzeit ums Überleben. Die Plattform 2gather bietet die Möglichkeit, sich online zu versammeln und sich gegenseitig zu unterstützen. Es gibt einen digitalen Raum für Ideen, die Krise gemeinsam zu überwinden. Crowdfunding, Petitionen, Online-Aktionen oder einfach Informationen austauschen: Alles ist möglich.

Ein „Telefon-Engel“ für Oma oder Opa

Senioren gelten in Sachen Coronavirus als besonders gefährdet – weshalb sie zu Hause bleiben und möglichst wenige, am besten keine, sozialen Kontakte pflegen sollen. Doch was tun den ganzen lieben langen Tag? Hier hilft der gemeinnützige Verein Retla mit der Aktion „Telefon-Engel“ Verein Retla mit der Aktion „Telefon-Engel“. Senioren können unter der Telefonnummer 089 189 10026 ab sofort mit freiwilligen Helfern über alles sprechen, was ihnen am Herzen liegt. Die Hotline ist täglich zwischen 8 und 22 Uhr erreichbar. Das Ziel des Vereins ist es, Telefonpatenschaften aufzubauen. Freiwillige Helfer können sich unter info@retla.org melden.

Hilfsangebote für Senioren und Kranke

In Hausfluren, an Straßenlaternen oder in Schaufenstern hängen landauf, landab Aushänge, die sich an Senioren und Kranke richten. „Hallo! Wenn Sie Hilfe beim Einkaufen oder beim Gang in die Apotheke oder zum Arzt brauchen, rufen Sie mich an. Ich helfe gerne“, heißt es dort etwa. Vielfach wird auch Hilfe über die jeweilige Stadtverwaltung organisiert. Auch über die Plattform wirgegencorona.com können sich Interessierte Unterstützung organisieren.

Hoffnungsschimmer: Wie geht es mit Impfung und Medikamenten voran?

Immer noch infizieren sich tagtäglich Menschen mit dem Coronavirus. Helfen kann womöglich Remdesivir, ein Ebola-Medikament. Das ist allerdings noch in der Testphase.

Es gibt außerdem eine Methode, die auch schon bei der Spanischen Grippe, bei der Sars-Epidemie und bei Ebola zum Einsatz kam: Aus dem Blutplasma genesener Covid-19-Patienten können Experten hochkonzentrierte Antikörper gewinnen und schwer erkrankten Patienten wie eine Passimpfung verabreichen. Einige Unikliniken, darunter Köln, beginnen jetzt mit dem Verfahren. Sie suchen Menschen, die nach einer Covid-19-Infektion wieder gesund sind und Blutplasma spenden möchten.

Autor: ING