Jahresrückblick 2021

Wichtige Ereignisse für Ihren Geldbeutel

Das Jahr neigt sich dem Ende zu – Zeit für einen Jahresrückblick. Für vieles haben Sie im Jahr 2021 Geld ausgegeben, manches ist teils erheblich teurer geworden als 2020. Aber es ist auch einiges wieder zurück aufs Konto von Verbraucher*innen gelandet, wie unsere Jahresübersicht zeigt. Das waren in finanzieller Hinsicht wichtige Ereignisse 2021.

Das Steuerjahr 2021

Alte Mehrwert-Steuer-Sätze: Um die Konjunktur in der Corona-Pandemie anzukurbeln, hatte der Gesetzgeber ab Juli 2020 die Umsatzsteuersätze für ein halbes Jahr befristet gesenkt. Seit Januar 2021 gilt wieder ein Regelsteuersatz von 19% (von Juli bis Dezember 2020: 16%) und ein ermäßigter Umsatzsteuersatz von 7% (von Juli bis Dezember 2020: 5%).

Solizuschlag entfallen: Für rund 90% der Steuerzahler ist Anfang 2021 der Solidaritätszuschlag abgeschafft worden. Für weitere 6,5% der Bürgerinnen und Bürger entfiel er zumindest teilweise. Der Soli in Höhe von 5,5% der Körperschaft- und Einkommensteuer war nach der Wende als Sondersteuer vor allem für den Ost-Aufbau eingeführt worden.

Altersvorsorge steuerlich geltend machen: Egal, ob es um die gesetzliche Rentenversicherung, um berufliche Versorgungswerke oder um die Rürup-Rente (Basisrentenvertrag) geht: Die Beiträge hierfür können Sie als Sonderausgaben von der Steuer absetzen. Das Finanzamt erkennt für 2021 lediglich 92% der angegebenen Ausgaben an. Der abzugsfähige Höchstbetrag beläuft sich auf 25.787 Euro. Maximal kann man somit 23.724 Euro absetzen. Die Grenze steigt bis zum Jahr 2025 auf 100%. Im Umkehrschluss werden ab dem Jahr 2040 Renteneinkünfte vollständig besteuert.

Homeoffice-Pauschale: Pandemiebedingt war die Zahl der Arbeitnehmer im Homeoffice auch im Jahr 2021 groß. Ende November wurde erneut eine Pflicht zum Homeoffice eingeführt, nachdem diese im Juni 2021 ausgelaufen war. Als Aufwandsentschädigung bietet der Fiskus für die Steuererklärung 2021 wieder eine Homeoffice-Pauschale. Arbeitnehmer*innen im Homeoffice können, ungeachtet eines eigenen Arbeitszimmers, fünf Euro pro Tag aber maximal 600 Euro pro Jahr absetzen. Die Homeoffice-Pauschale zählt zu den Werbungskosten. Ausblick: Die neue Ampel-Regierung verlängert diese Pauschale bis mindestens Ende 2022.

Jahresrückblick zum Thema Leben

Verbraucherpreise gestiegen: Lebensmittel, Heizung, Strom, Benzin – alles ist im Jahr 2021 teurer geworden. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes legten die Verbraucherpreise im November gegenüber dem Vorjahresmonat um über 5% zu. In Deutschland war die Inflation zuletzt vor 30 Jahren ähnlich hoch. Übrigens: In der Europäischen Union betrug die jährliche Inflationsrate im Oktober 2021 4,4%. Zum Vergleich: im September lag sie bei 3,6%, ein Jahr zuvor bei 0,3%.

Wie Sie Ihre persönliche Inflation senken, können Sie in unserem Beitrag nachlesen.

Höhere Rundfunkgebühr: Im Sommer stieg die Rundfunkgebühr, den jeder Haushalt in Deutschland zahlen muss, rückwirkend zum 20. Juli um 86 Cent auf monatlich 18,36 Euro. Eigentlich hätte der Beitrag bereits zum 1. Januar 2021 steigen sollen. Dazu kam es aber zunächst nicht, da das Land Sachsen-Anhalt nicht darüber abgestimmt hatte. Stattdessen befasste sich das Bundesverfassungsgericht mit dem Fall. Die Richter gaben grünes Licht für die Erhöhung. Sie gilt vorläufig bis zu einer staatsvertraglichen Neuregelung.

Wichtige Ereignisse 2021 für Familien

Mehr Kindergeld und höherer Kinderfreibetrag: Im Januar stieg das Kindergeld von 204 auf 219 Euro für das erste und zweite Kind. Der Kinderfreibetrag erhöhte sich für jedes Elternteil von 2.586 auf 2.730 Euro. Weitere Details zum Kindergeld haben wir in unserem Artikel zusammengefasst.

Kinderzuschlag gestiegen: Familien mit geringem Einkommen bekommen seit Jahresbeginn einen höheren Kinderzuschlag – und zwar maximal 205 Euro. Die Leistung gibt es zusätzlich zum Kindergeld.

Kinderbonus gewährt: Auch 2021 gab es für Familien wieder einen Kinderbonus – und zwar in den meisten Fällen im Mai. Für jedes Kind, für das im Jahr 2021 mindestens in einem Monat Anspruch auf Kindergeld besteht oder bestand, hat es eine Einmalzahlung von 150 Euro gegeben. Mehr Infos zum Kinderbonus finden Sie hier in unserem Beitrag.

Kinderfreizeitbonus: Familien mit geringem Einkommen haben im August eine Einmal-Zahlung von 100 Euro pro Kind vom Staat erhalten – und zwar als sogenannten Freizeitbonus. Damit wollten Bund und Länder die Langzeitfolgen der langen Einschränkungen im Bildungs- und Freizeitbereich für Kinder und Jugendliche abmildern.

Neuerungen beim Elterngeld: Seit September gibt es Neuerungen beim Elterngeld. So wurden etwa die Möglichkeiten für Teilzeitarbeit während des Elterngeldbezugs ausgeweitet. Kommt ein Kind sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin auf die Welt, bekommen die Eltern einen zusätzlichen Monat Elterngeld. Eine weitere Neuerung: Paare, die ein jährliches Einkommen von mehr 300.000 Euro erzielen, erhalten künftig kein Elterngeld mehr. Bisher lag die Grenze bei 500.000 Euro.

Jahresübersicht zum Thema Arbeit & Einkommen

Pendler-Pauschale für Arbeitnehmer gestiegen: Die Pendler-Pauschale bleibt bis zum 20. Kilometer unverändert bei 0,30 Euro, ab dem 21. Kilometer erhöht sich die Pauschale auf 0,35 Euro für die Jahre 2021 bis 2023 sowie auf 0,38 Euro für die Jahre 2024 bis 2026.

Höherer Mindestlohn: Der gesetzliche Mindestlohn stieg zum 1. Januar 2021 auf 9,50 Euro brutto je Zeitstunde, zum 1. Juli auf brutto 9,60 Euro. Jetzt steht die nächste Erhöhung an – nämlich zum 1. Januar 2022 auf brutto 9,82 Euro. Ein kleiner Ausblick auf 2022: Die neue Bundesregierung will den Mindestlohn laut Koalitionsvertrag auf 12 Euro anheben; ein genauer Termin hierfür steht aber noch nicht fest.

Das änderte sich 2021 bei Wirtschaft & Finanzen

Überbrückungshilfen: Unternehmen können die sogenannte Überbrückungshilfe III Plus bis Ende 2021 beanspruchen. Beantragen können sie Firmen, die coronabedingt einen Umsatzeinbruch von mindestens 30% verzeichnen. Sie bekommen eine gestaffelte Fixkostenerstattung. Für Soloselbstständige gab und gibt es die Neustarthilfe Plus. Weitere Infos zu Überbrückungshilfen gibt es auf der Website des Bundeswirtschaftsministeriums.

Ausblick Finanzmärkte 2022: Experten rechnen damit, dass sich die Weltwirtschaft im kommenden Jahr erholen wird. Für Deutschland prognostizieren die Wirtschaftsweisen ein BIP-Wachstum von 4,6%. Gerechnet wird damit, dass das Vorkrisenniveau aus dem vierten Quartal 2019 vermutlich im ersten Quartal 2022 wieder erreicht werde. Ein Unsicherheitsfaktor für die Börsen bleibt indes Corona. Welche Folgen die neue Virusvariante für die Aktienmärkte mit sich bringt, ist derzeit offen.

CORONA 2021 – Zahlen und Fakten

Stabiler Bundeshaushalt: Auch 2021 ganz im Zeichen von Corona – das zweite Jahr in Folge. Allerdings hatte der Bund bislang weniger Geld für Corona-Maßnahmen aufbringen müssen als erwartet. Und auch die Steuereinnahmen sprudelten im Jahr 2021 kräftig. Inzwischen hat Deutschland eine neue Bundesregierung. Sie brachte einen Nachtragshaushalt für 2021 im Volumen von 60 Milliarden Euro auf dem Weg. Mit den Mitteln soll es Zukunftsinvestitionen in Klimaschutz und Digitalisierung geben. Zwei wegweisende Vorhaben. Zusätzliche Schulden sind übrigens nicht geplant. Vielmehr sollen nicht genutzte Kreditermächtigungen genutzt werden.

Sonderzahlungen: Unternehmen können ihren Beschäftigten eine Corona-Sonderzahlung von bis zu 1.500 Euro steuerfrei gewähren – entweder als Zuschüsse oder als Sachbezüge. Die Regelung wurde übrigens bis zum 31. März 2022 verlängert.

Impfungen: Die Pandemie wäre laut Robert Koch-lnstitut (RKI) gut beherrschbar, wenn es 90% Geimpfte unter den über 60-Jährigen sowie 85 bis 95% Geimpfte unter den 12- bis 59-Jährigen geben würde. Hier geht’s zum offiziellen Impfdashboard.

Jahresrückblick – Rente 2021

Grundrente: Seit Januar gibt es die Grundrente. Damit erhält über eine Million Bezieher von kleinen Renten mehr Geld. Die Rentnerinnen und Rentner mit kleinen Bezügen müssen, wenn sie einen Zuschlag erhalten wollen, mindestens 33 Jahre Beiträge eingezahlt haben. Die Anspruchsberechtigten müssen die Grundrente nicht beantragen, sie kommt automatisch.

Mehr Geld nur für Rentner in den neuen Bundesländern: In früheren Jahren konnten sich Deutschlands Rentner immer zum 1. Juli über eine Rentenerhöhung freuen. In diesem Jahr bleibt eine planmäßige Rentenerhöhung aus. Allerdings steigen nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung Bund die Renten in den neuen Bundesländern ab Juli um 0,72%. Grund ist die schrittweise Angleichung der Renten Ost an die Renten West.

Mobilität & Reisen im Jahr 2021

Höhere Bußgelder für Falschparker und Raser: Wer zu schnell mit seinem Fahrzeug unterwegs ist oder es falsch parkt, muss deutlich mehr zahlen. Seit dem 9. November gilt ein erneuerter Bußgeldkatalog, der härtere Strafen bei Regelverstößen im Straßenverkehr vorsieht. Weitere Bußgeld-Beispiele finden Sie in unserem Beitrag.

Bahnfahren wird teurer: Kunden der Deutschen Bahn zahlen seit dem 12. Dezember höhere Fahrpreise. Sie steigen im Schnitt um 1,9%. Zwar gibt es Tickets zum sogenannten Super-Sparpreis sowie Sparpreise unverändert ab 17,90 Euro beziehungsweise 21,50 Euro. Um durchschnittlich 2,9% werden indes der Flexpreis und die Preise für Streckenzeitkarten teurer.

Reiseversicherung erstatten lassen: Eine Reiserücktritts-, eine Auslandsreisekranken- und eine Reiseabbruchversicherung: Solche Policen rund um einen Urlaub werden häufig in einem Paket angeboten. Muss indes der Veranstalter die Reise wegen der Corona-Pandemie absagen, können Versicherte eine anteilige Rückerstattung geltend machen, wie die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) erläutert. Prämien für Versicherungen, die bereits bezahlt wurden, aber noch nicht gewirkt haben, müssten zurückerstattet werden. Diese Regel gelte für die Reisekranken-, Reiseabbruch- und Reisegepäckversicherung – vorausgesetzt, sie wurden für eine bestimmte Urlaubsreise abgeschlossen. Kommt die Reise nicht zustande, gebe es nichts mehr, was zu schützen wäre.

Entschädigung für Urlauber bei Insolvenz des Reiseveranstalters: Urlauberinnen und Urlauber sollen aus einem Sicherungsfonds entschädigt werden, wenn ihr Reiseveranstalter Insolvenz anmelden musste und Reisen abgesagt wurden. Der Rettungstopf steht seit dem 1. November bereit.

Jahresrückblick – die Trends 2021

Trend 1 - Mehr Nachhaltigkeit: Urlaub an der Ostsee statt in der Karibik, Bahn fahren statt fliegen, plastikfrei einkaufen, Lebensmittel mit einem Öko-Siegel essen, weniger Fleisch auf den Teller packen, insektenfreundlich gärtnern: Eine nachhaltige Lebensweise ließ sich 2021 in vielen Bereichen umsetzen. Für immer mehr Verbraucher wird Nachhaltigkeit ein relevantes Thema, wie im Sommer auch eine ING-Umfrage zum Thema Nachhaltigkeit zeigte.

Trend 2 – Mobiles Arbeiten: Nach der Corona-Pandemie werden deutlich mehr Menschen mobil arbeiten können als zuvor. Viele Menschen sind seit Monaten wegen Covid-19 im Homeoffice – und: es klappt überraschend gut. Sehr gut sogar! War mobiles Arbeiten bis Anfang 2020 eher die Ausnahme, so wird laut einer repräsentativen Studie des Digitalverbands Bitkom in Zukunft mehr als jeder Dritte den Arbeitsort flexibel wählen können. Dann ist nicht nur das Von-zu-Hause-aus-arbeiten angesagt. Sondern auch arbeiten an Orten, wo andere Urlaub machen!

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