Ihre Finanzen im Juli

Reisen für Sparfüchse, Boni für Bedürftige und Eltern

Zum Schnäppchenpreis mit der Bahn durch Deutschland, Entlastungen für Stromkund*innen und mehr Geld für Rentner*innen, Bedürftige und Eltern – im Juli treten eine ganze Reihe von Maßnahmen in Kraft, die den Geldbeutel schonen.

Neun-Euro-Ticket – Startschuss für die Verkehrswende?

Für nur neun Euro einen ganzen Monat lang im Nahverkehr unterwegs sein – das ist in Deutschland in den Monaten Juni, Juli und August möglich. Das Ticket ist Teil eines Entlastungspakets, das die Bundesregierung wegen der stark gestiegenen Energiepreise geschnürt hat. Bundestag wie Bundesrat haben für dieses Vorhaben grünes Licht gegeben. Das Neun-Euro-Ticket ist in Bussen, U-Bahnen, Straßenbahnen, S-Bahnen und Regionalzügen bundesweit gültig. Befürworter hoffen, dass das Ticket der Beginn einer klimafreundlichen Verkehrswende ist – und möglichst viele Pendler*innen weg vom Auto hin zum ÖPNV bringt.

Entlastung bei Strompreisen

Stromkunden, aufgepasst: Die sogenannte EEG-Umlage fällt ab Juli nach mehr als 20 Jahren weg. Ziel der im Jahr 2000 eingeführten Umlage war, die Förderung von Wind- oder Solaranlagen zu finanzieren. Bislang haben Kunden die Umlage über die Stromrechnung gezahlt – aktuell beträgt sie noch 3,72 Cent pro Kilowattstunde. Zwar ist mit dem Wegfall der EEG-Umlage nicht damit zu rechnen, dass die Strompreise sinken – Expert*innen gehen aber davon aus, dass der starke Anstieg einen Dämpfer erhält.

Mehr Geld für Rentner*innen

Für die rund 21 Millionen Rentner*innen in Deutschland gibt es ab Juli mehr Geld. Ihre Renten steigen um 5,35% in West- und um 6,12% in Ostdeutschland. Nach Angaben der Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung, Gundula Roßbach, ist dies eine der höchsten Rentenanpassungen in Deutschland seit Einführung der Rentenversicherung. Damit steigt nach Angaben des Bundesarbeitsministeriums der Rentenwert (West) von derzeit 34,19 Euro auf 36,02 Euro und der Rentenwert (Ost) von aktuell 33,47 Euro auf 35,52 Euro. 

Boni für Viele

  • Hartz-IV-Bezieher*innen bekommen im Juli einen Einmalbonus in Höhe von 200 Euro, um die Auswirkungen der Corona-Pandemie abzufedern. Wegen der gestiegenen Energiepreise hat der Gesetzgeber den ursprünglich geplanten Betrag von 100 Euro verdoppelt. Ausgezahlt wird der Bonus mit dem Hartz-IV-Regelsatz. Für Kinder in ärmeren Familien erhöhen sich die monatlichen Zahlungen ab Juli um 20 Euro.
  • Arbeitslosengeld-I-Empfänger*innen erhalten eine Einmalzahlung von 100 Euro.
  • Einen 100-Euro-Kinderbonus gibt es voraussichtlich im Juli für jedes Kind, für das Kindergeld gezahlt wird. Solche Zusatz-Zahlungen gab es auch bereits in den Corona-Jahren 2020 und 2021. Die Auszahlung erfolgt automatisch.

Gute Nachrichten für alle Anleger*innen

Sie können ihre Nichtveranlagungsbescheinigung ab sofort auch in unbeglaubigter Kopie einreichen. Ein Original oder eine Beglaubigung wird nicht mehr benötigt.

Das hat das Bundesministerium für Finanzen (BMF) am 19.05.22 beschlossen. Zum Hintergrund: Kapitalerträge unterliegen in den Fällen des § 43 EStG regelmäßig einem Kapitalertragsteuerabzug. Die Abgeltungsteuer wird nur abgeführt:

  • wenn der Sparer-Pauschbetrag überstiegen wird – Freistellungsauftrag vorausgesetzt.
  • wenn keine Nichtveranlagungs-Bescheinigung vorgelegt wird. 

Im Internet abgeschlossene Verträge leichter kündigen

Für alle im Internet abgeschlossene Verträge gilt ab Juli: Verbraucher*innen können sie einfacher kündigen. Anbieter sind bei sogenannten Dauerschuldverhältnissen verpflichtet, auf ihrer Website einen Kündigungsbutton zu platzieren. Damit können Sie Ihre Verträge ohne großes Suchen und Briefeschreiben loswerden.

Supermärkte und Discounter müssen Elektroschrott gratis zurücknehmen

Ausgediente Elektrogeräte wie Handys oder Toaster müssen Supermärkte und Discounter ab Juli gratis zurücknehmen. Voraussetzung: Ihre Verkaufsfläche ist größer als 800 Quadratmeter. Das gilt für alle Märkte, die Elektro- oder Elektronikgeräte verkaufen – auch wenn dies nur manchmal der Fall ist.

Gut zu wissen: Ab Juli müssen auch kleine Online-Geschäfte ihren Kund*innen bei einem Kauf von Neugeräten anbieten, Altgeräte kostenlos abzuholen und zu entsorgen.

Podcast: Es brennt bei der EZB

Im Frankfurter Ostend brennt die Luft – das ist nicht nur auf dem Thermometer sichtbar, sondern vor allem dadurch, dass die EZB in der vergangenen Woche eine Notfallsitzung einberufen hat, um ein neues Anti-Fragmentierungs-Programm abzustimmen. Die Juli-Sitzung der EZB dürfte nun doch um einiges spannender werden als noch vor zwei Wochen angenommen. Auf der anderen Seite des Atlantiks hat die Fed noch einmal deutlich am Leitzins geschraubt, um die hohe Inflation zu bekämpfen – unser Chefvolkswirt Carsten Brzeski erklärt in Folge 160 unseres Podcasts im Gespräch mit Franziska Biehl, wieso das zunächst eher das Wirtschaftswachstum, als das Preisniveau dämpfen dürfte. Auch unter steigenden Temperaturen lohnt es sich, einen kühlen Kopf zu bewahre. Jetzt Folge 160 anhören!

Zinswende - jetzt aber wirklich?

Blick auf die Finanzmärkte

EZB-Präsidentin Lagarde geht mit der Zeit – oder eilt ihr voraus und verkündet die Leitzinserhöhung bereits knapp 2 Monate vor der entsprechenden Sitzung kurzerhand auf dem hauseigenen Blog. Auch ein ökonometrisches Mysterium, der neutrale Zins, war Thema in Lagardes Beitrag. Doch wo genau liegt dieser Zins eigentlich, was beeinflusst ihn und müssen die Leitzinsen ihn wirklich übertreffen, damit sich eine restriktive Wirkung auf die Wirtschaft entfaltet? Unser Chefvolkswirt Carsten Brzeski geht in Folge 156 unseres Podcasts im Gespräch mit Franziska Biehl sowohl dem neutralen Zins als auch der Frage, ob eine Zinserhöhung auf dieses Niveau einen Politikfehler darstellen könnte, auf den Grund. Auch das monatliche Update-Video "Aktuelles von den Märkten" handelt von den aktuellen volkswirtschaftlichen Ereignissen und Entwicklungen, Entscheidungen der EZB sowie Trends an den internationalen Finanzmärkten. 

Auch beim Anlegen gut vorankommen: mit dem Direkt-Depot.

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