Ihr Geld im Juni 2020

Was ändert sich? – Was gibt es Neues? – Wo können Sie sparen?

+++ Notfall-Kinderzuschlag beantragen bei Einkommenseinbußen +++ Fristverlängerung für Lohnsteuer-Anmeldungen +++ Kündigungsschutz für Mieter noch bis Ende Juni +++

Notfall-Kinderzuschlag beantragen bei Einkommenseinbußen

Im Zuge der Corona-Krise müssen derzeit viele Eltern Einkommenseinbußen hinnehmen. Wer davon betroffen ist, kann einen Notfall-Kinderzuschlag erhalten. Alle Infos hierzu erhalten Eltern auf www.kinderzuschlag.de. Dort gibt es auch Hinweise, wie Mütter und Väter das Geld beantragen können. Der Kinderzuschlag ist eine zusätzliche staatliche Finanzspritze für Eltern, deren Einkommen nicht hoch genug ist, um den Unterhalt der Kinder zu sichern. Bei der Prüfung des Anliegens wird seit dem 1. April 2020 bis auf Weiteres nur noch das Einkommen des letzten Monats statt die Einkommen der vergangenen sechs Monate herangezogen.

Fristverlängerung für Lohnsteuer-Anmeldungen

Wer als Arbeitgeber von der Corona-Pandemie betroffen ist, kann eine Fristverlängerung für Lohnsteuer-Anmeldungen beim Finanzamt beantragen. Generell müssen Unternehmen die Lohnsteuer-Anmeldung für ihre Beschäftigten monatlich beziehungsweise vierteljährlich abgeben. Nun können Sie beim Fiskus eine Fristverlängerung von maximal zwei Monaten beantragen.

Voraussetzung: Der Arbeitgeber selbst oder sein mit der Lohnsteueranmeldung Beauftragter ist unverschuldet daran gehindert, die Lohnsteuer-Anmeldungen pünktlich abzugeben.

Kündigungsschutz für Mieter noch bis Ende Juni

Wer angesichts der Corona-Krise seine Miete nicht zahlen kann, muss bis Ende Juni keine Kündigung befürchten. Die Regelung betrifft neben Mietern von Wohnraum auch Gewerbemieter und Pächter. Eigentlich ist ein Vermieter zur fristlosen Kündigung berechtigt, wenn ein Mieter zwei Monate mit seiner Miete im Rückstand ist. Da es aber dauern kann, bis staatliche Hilfen in der Corona-Krise beantragt, bewilligt und ausgezahlt sind, gilt vom 1. April bis zum 30. Juni 2020 ein Kündigungsschutz. Auf der Webseite des Deutschen Mieterbundes sind weitere Infos zum Mietaufschub zu finden.

Wichtig: Den Mietern wird die Miete nicht erlassen. Nach Ende der Frist müssen sie die ausstehenden Beträge Miete in vollem Umfang nachzahlen.

Aufschub bei vertraglichen Ratenzahlungen

Den Zahlungsaufschub für Ratenzahlungen können Verbraucher sowie Kleinunternehmer (mit bis zu neun Beschäftigten und bis zu neun Millionen Jahresumsatz) noch bis Ende Juni bekommen, wenn sie aufgrund der Corona-Krise ihre vertraglichen Raten nicht mehr zahlen können. Das gilt für:

  • Strom- und Gasrechnungen
  • Telekommunikation (inklusive Internet)
  • Wasser
  • Pflichtversicherungen wie die Kfz-Haftpflicht

Außerdem sind alle, die ihren Kredit nicht mehr tilgen und die Zinsen nicht überweisen können, noch bis Ende Juni vor einer Kündigung des Vertrags geschützt. Die seit dem 1. April geltende Regelung betrifft Verbraucherdarlehensverträge sowie Konsumentenkredite und private Immobilienkredite. Sie müssen vor dem 15. März 2020 abgeschlossen worden sein.

Die vertragsrechtlichen Regelungen aus Anlass der Covid-19-Pandemie sind im Artikel 240 Einführungsgesetz zum Bürgerlichen Gesetzbuch (EGBGB) geregelt.
Mehr Infos zum Zahlungsaufschub finden Sie auchin diesem WissensWert-Artikel.

Was wird aus dem Sommerurlaub 2020?

Ende April hat Außenminister Heiko Maas Pläne für die Verlängerung der seit Mitte März bestehenden Reisewarnung für Auslandsreisen vorgelegt. Das gilt für Reisen vorerst bis zum 14. Juni. Die Sommerferien, die zuerst in Mecklenburg-Vorpommern am 22. Juni beginnen, wären nach derzeitigem Stand also nicht betroffen. Doch schon jetzt dämpfte Maas die Aussicht auf einen unbeschwerten Sommerurlaub 2020: „Eine normale Urlaubssaison mit vollen Strandbars und vollen Berghütten wird es diesen Sommer nicht geben können“, sagte er.

Bisher gab es internationale Reisewarnungen nur bei einer Gefahr für Leib und Leben wie sie in Kriegsgebiete wie Afghanistan oder Syrien besteht. Die Reisewarnungen im Zuge der Corona-Pandemie ermöglicht es Verbrauchern rein rechtlich, bereits gebuchte Reisen kostenlos zu stornieren – was die Reisebranche jedoch vor große Probleme stellt.

Abgesagte Reisen: Veranstalter werben mit Preisvorteilen

Einige große Reiseveranstalter wollen ihre Kunden aufgrund der Corona-Krise dazu motivieren, nicht auf eine Rückzahlung zu bestehen, sondern die abgesagte Reise zu einem späteren Zeitpunkt nachzuholen. Lassen sich Kunden darauf ein, winken ihnen Gutscheine mit Rabatten und Extra-Guthaben:

  • Tui etwa bietet Kunden abgesagter Reisen ein „Reiseguthaben“ von bis zu 150 Euro, wenn sie sich für eine Gutschrift entscheiden. Bei Buchung neuer Reisen gibt es bis Ende Juni generell 100 Euro pro Person extra.
  • Bei DER Touristik erhalten Kunden bei der Gutschein-Wahl einen Bonus von 50 Euro.
  • FTI stellt Kunden 200 Euro für Extra-Leistungen am Reiseziel in Aussicht, wenn sie ihren stornierten Urlaub auf einen späteren Zeitpunkt umbuchen.
  • Aida Cruises gewährt Gästen einen Bonus von zehn Prozent, wenn sie statt auf Rückzahlung zu pochen einen Gutschein akzeptieren.

Neben der Gutschein-Lösung bieten Veranstalter weiterhin an, den Reisepreis zu erstatten. Die Reisebranche hofft allerdings, dass sich Kunden für Gutscheine entscheiden – sie befürchtet, dass es ansonsten zu Insolvenzen von Veranstaltern kommen könnte.

Corona und die Erwartungen an 2021

Die letzten Monate haben deutlich Spuren hinterlassen. Welche Veränderungen ergeben sich daraus für das wirtschaftliche und soziale Leben? Carsten Brzeski, Inga Fechner und Sebastian Franke lassen in Folge 61 die aktuellen Entwicklungen Revue passieren und werfen einen Blick in die Glaskugel für das Jahr 2021. Im Dreiergespräch geht es um Corona, den Wiederaufbaufonds der EU, den Widerstand Österreichs, sowie die weitere konjunkturelle Entwicklung und eine mögliche Neuausrichtung globaler Wertschöpfungsketten. Inga Fechner verabschiedet sich mit dieser Folge in die Elternzeit und freut sich auf ein Wiederhören mit den Hörerinnen und Hörern im nächsten Jahr. 

„Renaissance“ der individuellen Mobilität?

Im Zuge der Corona-Lockdowns sind nicht nur Autoverkäufe stark zurückgegangen, auch die Nachfrage nach städtischen Mobilitätskonzepten wie Carsharing oder E-Scootern hat deutlich abgenommen. Dafür ist das Interesse am Besitz eines eigenen Autos jedoch deutlich gestiegen, jedenfalls wenn man den Internetsuchanfragen glauben kann. Anzeichen für reine Langeweile oder vielleicht doch für strukturelle Änderungen in unserem Mobilitätsverhalten durch Covid-19? Hier lesen Sie mehr.

Zentralbanken mit neuer Rolle - außer in Deutschland

Das jüngste Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Geldpolitik der Europäischen Zentralbank beleuchtet nicht nur unterschiedliche Auffassungen hinsichtlich der Stellung europäischen Rechts. Ein Schlaglicht wirft das gesamte Verfahren auch auf die Vorstellungen von den Aufgaben einer Zentralbank, die in Deutschland noch immer etwas anders aufgefasst werden als mittlerweile fast überall sonst auf der Welt. Dass Notenbanken rund um den Globus neben rein währungspolitischen Zielen auch Konjunktur und Beschäftigung unterstützen, ist inzwischen nicht mehr ungewöhnlich – in Deutschland überwiegt hingegen der Rückblick auf die „guten alten Zeiten“ der Bundesbank. Mehr dazuhier.

Carsten Brzeski berichtet im Rahmen seiner monatlichen YouTube-Beiträge unter dem Motto „Neues über die Märkte, Neues aus der Wirtschaft“ über aktuelle volkswirtschaftliche Ereignisse und Entwicklungen, Entscheidungen der EZB sowie Trends an den internationalen Finanzmärkten. In der aktuellen Folge gibt er einen Ausblick auf den Zeithorizont für eine wirtschaftliche Erholung nach der Coronakrise sowie auf mögliche weitere Maßnahmen der EZB.

Energiespartipps rund um Herd und Backofen

Wer angesichts der Corona-Pandemie viel zu Hause ist, kocht und backt vermutlich mehr. Um beim Werkeln in der Küche Energie (und damit Geld) zu sparen, sollte man möglichst die gleiche Größe von Topf oder Pfanne und Herdplatte nutzen. Ist das Kochgeschirr kleiner als die Herdplatte, geht zu viel Energie verloren. Zudem rechnet es sich, die Restwärme des Herds zu nutzen und Kochstellen früher auszustellen. Wer den Backofen nutzt, sollte möglichst auf die Heiß- oder Umluftfunktion setzen. Damit sparen Sie sich das Vorheizen und Sie können in der Regel eine 20 bis 30 Grad niedrigere Backtemperatur wählen.

Gut zu wissen: Mietrecht kennt kein Gewohnheitsrecht

Mal angenommen, Sie sind Mieter und nutzen in Ihrem Haus einen leeren Keller, wo sie Sachen einlagern. Gemietet haben Sie den Keller jedoch nicht. Über einen langen Zeitraum hat Ihr Vermieter geduldet, dass Sie den Keller nutzen, ohne Miete zu zahlen. Doch damit kann es eines Tages vorbei sein. Denn im Mietrecht gibt es grundsätzlich kein Gewohnheitsrecht. Der Vermieter kann selbst nach jahrzehntelanger Duldung verlangen, dass Sie den Keller leerräumen. Gleiches gilt für den nicht vermieteten Garten oder Dachboden. Der Vermieter kann auch nach Jahren den Mieter dazu verpflichten, im Hof das Grillen oder auf dem Dachboden das Wäschetrocknen bleiben zu lassen.

Autor: ING