Ihre Finanzen im Juni

Die Energiepreise steigen. Vater Staat hilft mit Entlastungspaket.

Bürgerinnen und Bürger können im Juni mit Entlastungen rund ums Auto und den Nahverkehr rechnen. Außerdem lohnt sich ein Blick auf die anstehenden Änderungen um Corona – vom Auslaufen der kostenlosen Bürgertests, Anpassungen beim Kurzarbeitergeld bis hin zu Regelungen, die die Pflege von Angehörigen betreffen.

Verwahrentgelt entfällt für fast alle Privatkunden

Nach Jahren rückläufiger und zuletzt negativer Sparzinsen läuten wir die Trendwende ein: Zum 1. Juli 2022 erhöhen wir die Freibeträge für Guthaben auf Giro- und Extra-Konten (Tagesgeld) von derzeit 50.000 auf 500.000 Euro pro Konto. Durch das Heraufsetzen der Freibeträge geben wir die positive Zinsentwicklung an den Kapitalmärkten und die zuversichtliche Markterwartung frühzeitig an unsere Kundinnen und Kunden weiter.

„Mit der Erhöhung des Freibetrags für Guthaben auf dem Giro- und Extra-Konto entfällt das Verwahrentgelt für 99,9 Prozent unserer Kundinnen und Kunden“, sagt Nick Jue, Vorstandsvorsitzender der ING in Deutschland.

Stark gestiegene Energiepreise: Entlastungen für Bürger*innen voraussichtlich ab Juni

Wegen der stark gestiegenen Energiepreise will der Staat den Bürger*innen finanziell unter die Arme greifen. Das Bundeskabinett hat unlängst ein milliardenschweres Entlastungspaket beschlossen. Erleichterungen sind für Bahn- wie Autofahrende und für fast alle Erwerbstätigen geplant. Sollten Bundestag und Bundesrat zustimmen, treten im Juni folgende Regelungen in Kraft:

  • Energiepreispauschale: Erwerbstätige in den Steuerklassen 1 bis 5 sollen einmalig 300 Euro brutto erhalten. Vorgesehen ist, dass der Arbeitgeber den Zuschuss über die Lohnabrechnung auszahlt. Bei Selbstständigen soll die Einkommenssteuer-Vorauszahlung entsprechend gesenkt werden. Rentner*innen gehen nach derzeitigem Stand bei der Energiepreispauschale leer aus.
  • Günstiger Sprit: Als Ausgleich für die gestiegenen Sprit- und Dieselpreise ist geplant, die Energiesteuern auf Kraftstoffe auf das europäische Mindestmaß zu senken, also so weit, wie es die EU-Richtlinien zulassen. Das bedeutet eine Steuerentlastung von rund 30 Cent pro Liter Benzin und 14 Cent pro Liter Diesel. Diese Senkung soll für drei Monate befristet sein und für Juni, Juli und August greifen.
  • Bus- und Bahnfahren: Im Nah- und Regionalverkehr soll es im Juni, Juli und August Monatstickets für jeweils neun Euro geben.

Geld zurück von der Kfz-Versicherung – bei weniger Fahrleistung

Die coronabedingte Homeoffice-Pflicht ist ausgelaufen, jetzt kann sich für Autofahrer*innen ein Blick auf den Kilometerzähler ihres Fahrzeugs rechnen: Unter Umständen verringert sich die Jahresfahrleistung, weil der Wagen öfter aufgrund entfallenden Arbeitswegen stehen blieb. Alle, die dies ihrer Kfz-Versicherung melden, können Verbraucherschützern zufolge je nach abgeschlossenem Tarif mit einer anteiligen Beitragserstattung oder einer Gutschrift des jeweiligen Anbieters kalkulieren. Die Höhe der Erstattung oder der Verrechnungsgutschrift hängen von mehreren Faktoren ab, dazu zählen etwa die Schadenfreiheitsklasse oder das Alter des Autos.

Corona-Pandemie – das sollten Sie jetzt wissen:

  • Nur noch für kurze Zeit haben Bürger*innen Anspruch auf einen kostenlosen Corona-Bürgertest. Die entsprechende Test-Verordnung läuft am 30. Juni 2022 aus. Bis dahin können alle auch ohne Symptome mindestens einen Schnelltest pro Woche an Teststellen durch geschultes Personal vornehmen lassen.
  • Ebenfalls zum 30. Juni 2022 laufen die Regeln zum erleichterten Kurzarbeitergeld aus. Ab Juli muss mindestens ein Drittel der Beschäftigten eines Betriebs von Arbeitsausfall betroffen sein – in den zurückliegenden Monaten reichte es aus, wenn dies bei mindestens zehn Prozent der Beschäftigten eines Betriebs der Fall war.
  • Zum 30. Juni 2022 läuft zudem die Regelung aus, dass pflegende Angehörige 20 Arbeitstage freinehmen können, um Familienmitglieder zu pflegen oder die Pflege zu organisieren. Voraussetzung hierfür war laut Bundesgesundheitsministerium, dass der akute Pflegefall aufgrund der Corona-Pandemie aufgetreten war. Ab Juli können Angehörige nur noch bis zu 10 Arbeitstage von der Arbeit fernbleiben, um in einer akuten Pflegesituation Familienmitglieder zu pflegen oder die Pflege zu organisieren.

Erben können womöglich von Steuererstattungen profitieren

Nach dem Tod eines Angehörigen haben Hinterbliebene einiges zu erledigen – etwa eine letzte Einkommensteuererklärung erstellen. Darum müssen sich Erben aber nur kümmern, wenn die verstorbene Person zu Lebzeiten dazu verpflichtet war. Laut Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine kann die freiwillige Abgabe einer Steuererklärung trotzdem sinnvoll sein. Mögliche Steuererstattungen, die grundsätzlich an die Erben ausgezahlt werden, könnten umso höher sein, je früher im Kalenderjahr jemand verstarb. Der Grund: Arbeitseinkommen oder Rente hatte die verstorbene Person zu Lebzeiten für kürzere Zeit im Jahr bezogen. Jährliche steuerliche Freibeträge wie der Grundfreibetrag, Werbungskostenpausche oder Behindertenpauschbeträge kämen aber voll zum Tragen, so der Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine.

Steuererklärung erstellen – Welche Programme top sind

Haben Sie schon Ihre Steuererklärung für 2021 gemacht? Wenn nicht: Steuerprogramme für PC oder Smartphone können Ihnen tolle Tipps geben und helfen beim Rechnen und Übermitteln. Einige solcher Programme hat das Verbrauchermagazin Finanztip unter die Lupe genommen und kürt sechs Favoriten.

Bei drei der Empfehlungen handelt es sich um Download-Programme für den PC:

  • „Wiso Steuer-Sparbuch“ 2022 (39,99 Euro, 29,95 Euro im Abo)
  • „Steuersparerklärung Plus“ 2022 (44,95 Euro)
  • „Tax Professional“ 2022 (39,99 Euro, 34,95 Euro im Abo)

Bei den drei weiteren Empfehlungen handelt es sich um Web-Anwendungen:

  • „Smartsteuer“ (34,99 Euro, 10 Euro Rabatt als ING-Kunde)
  • „Steuerbot“ (29,95 Euro, bei weniger als 100 Euro Erstattung vom Finanzamt kostenlos)
  • „Taxfix“ (39,99 Euro, 19,99 Euro wenn Sie in 2021 in Kurzarbeit waren)

Mit welchem Programm Sie auch arbeiten möchten, eine Steuererklärung kann sich lohnen – im Durchschnitt bekommen Sie 1.069 Euro zurück.

Lohn-Preis-Spirale in Aussicht?

Die Inflation dürfte im Jahresdurchschnitt bei 8-9 Prozent liegen und in Reaktion auf die starke Preisentwicklung forderte die IG Metall nun für die Beschäftigten in der Stahlindustrie Lohnerhöhungen von 8,2 Prozent – was die Sorge auslöst, dass Löhne und Preise sich gegenseitig weiter hochschaukeln. Wer hat Angst vor der Lohn-Preis-Spirale? Aktuell sowohl Politiker, Ökonomen als auch Unternehmen. Unser Chart of the Week behandelt die Lohn- und Preisentwicklung in Deutschland.

Zinswende bei der EZB: Was machen die Kapitalmärkte?

Die erste Zinserhöhung der EZB scheint für Juli gesetzt zu sein. Getreu dem Motto „never pre-commit“, wahrte sich EZB-Präsidentin Lagarde aber auch bei diesem Fast-Versprechen noch das nötige Maß an Flexibilität. Wer noch an eine schnelle geldpolitische Einengung à la Fed glaubte, wurde auch eines besseren belehrt, denn wie wir von Mario Draghi wissen, macht man in einem dunklen Raum lieber kleine Schritte. Allzu große Schritte könnten aber auch gar nicht nötig sein, denn ein Teil der Arbeit wurde der Zentralbank bereits von den Kapitalmärkten abgenommen, erklärt unser Chefvolkswirt Carsten Brzeski im Gespräch mit Franziska Biehl in Folge 154 unseres Podcasts.

Steuererklärung = Papierkram?

Nicht bei uns! Mit smartsteuer können Sie online ganz einfach Ihre Steuererklärung erledigen. Ganz ohne Steuerkauderwelsch. Versprochen.