Was sind Kryptowährungen?

Zahlungsmittel der Zukunft oder Spekulationsobjekt

Welche Kryptowährungen gibt es derzeit auf dem Markt, wie bezahlt man überhaupt damit oder legt Geld an und was sollte man sonst noch wissen? Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um Bitcoin & Co.

Virtuelle Währungen seien nur für Zocker, warnen die einen. Andere glauben, es sei ein neuer Markt für Anleger und eine andere Art von Assetklasse. „Dabei trifft es die Bezeichnung Währung gar nicht genau, denn hinter einer Währung steckt immer ein Staat oder eine Zentralbank“, sagt der Kölner Vermögensverwalter Uwe Zimmer. Das ist bei Bitcoin & Co. nicht der Fall.

Unabhängig und nicht manipulierbar

Der Bitcoin, die erste und bekannteste Kryptowährung, ist seit 2009 im Umlauf, um bargeldlos im Internet bezahlen zu können. Die hinter Bitcoin stehende Technologie nennt sich Blockchain und wird gern als digitaler Kontoauszug bezeichnet. Die Idee hinter der Einführung von Kryptowährungen: sich von Banken, Regierungen und Regulierungen unabhängiger machen. Nicht mehr eine Stelle, die sagt: Das ist der Kontoauszug, so viel Guthaben hast du. Stattdessen müssen sich alle Parteien darauf einigen, wie der Kontoauszug aussieht. Da die Datenbank der Blockchain von mehreren Rechnern verwaltet wird, gilt sie als nicht manipulierbar und transparent.

Die Nachfrage bestimmt den Preis

Inzwischen haben sich Kryptos auch zu einer populären Anlageform entwickelt – mit hohen Renditen und hohem Risiko. Denn so schnell wie die Kurse der Kryptowährungen hochgehen, können sie auch wieder fallen. „Das haben wir die letzten fünf Jahre gesehen“, sagt Kapitalmarktexperte Zimmer.

Mittlerweile gibt es mehr als 7.700 solcher Kryptotoken – sie alle funktionieren nach demselben Prinzip, so Zimmer: „Es gibt fast immer eine begrenzte Stückzahl.“ Die Nachfrage bestimmt also den Preis. Die begrenzte Verfügbarkeit machte den Bitcoin und seine Nachahmer in den vergangenen Jahren zum begehrten Objekt für Spekulationen.

„Um Bitcoin gab es in 2016 und 2017 einen Hype“, sagt Zimmer. Kostete ein Bitcoin Anfang 2016 noch 400 Euro, so schnellte der Kurs bis Ende 2017 auf über 19.000 US-Dollar. Seitdem gleicht die Kursentwicklung einer Achterbahn: Ab Ende 2017 fiel der Kurs wieder unter heftigen Schwankungen bis auf 3.400 US-Dollar und setzte seine Kursbewegungen unter weiteren heftigen Schwankungen zwischen 12.000 und 4.500 US-Dollar fort, um dann erneut nach oben zu schnellen. 2020 stoppte die Corona-Krise im Frühjahr kurzzeitig den Höhenflug, doch von Sommer an ging es wieder rasant aufwärts. Ende November 2020 etwa stand der Bitcoin bei 19.133,40 US-Dollar.

Welche anderen Kryptowährungen sind derzeit angesagt?

Der Bitcoin ist längst zu einer festen Assetklasse geworden. Inzwischen gibt es eine Vielzahl von Alternativen, nur wenige davon werden aber nach Einschätzung des Finanzexperten Zimmer überleben.

  • Ethereum ist eine globale Plattform. Nach Bitcoin ist sie die Kryptowährung mit dem zweitgrößten Gesamtwert. Bei Ethereum handelt es sich – wie bei Bitcoin – um Blockchain-basierte Technologien. Die Ethereum Blockchain bietet aber nicht nur die Möglichkeit, Zahlungen zu erhalten und zu senden, sondern es können alle möglichen dezentralisierten Applikationen über das Ethereum-Blockchain-Netzwerk abgewickelt werden.
  • Ripple (XRP) ist ein Zahlungsnetzwerk für Banken mit dem Ziel, den internationalen Zahlungsverkehr zwischen diesen effizienter und kostengünstiger zu gestalten. Es ist ein System, welches sich vor allem dem Zahlungsverkehr zwischen verschiedenen Währungsräumen gewidmet hat und versucht ineffiziente Zahlungskorridore effizient zu gestalten. Deshalb wird Ripple auch oft als „Bitcoin der Banken“ bezeichnet.
  • Tether ist eine unregulierte Kryptowährung mit Token. Sie wird vom Unternehmen Tether Limited ausgegeben. Tethers sind mit dem Kurs des US-Dollar verankert oder “tethered” – auf Deutsch heißt das so viel wie „angebunden“. Tethers kommen aufgrund ihrer Stabilität zur Absicherung gegen Krypto-Marktschwankungen zum Einsatz.

Wer sich über die aktuellen Kurse von Kryptos informieren möchte, wird hier fündig.

Zahlungsmittel für den Alltag?

Welt- und bundesweit, nicht nur in Metropolen wie Berlin, bieten inzwischen Geschäfte ihren Kunden die Möglichkeit, mit Kryptowährungen zu bezahlen. Doch als Zahlungsmittel für den Alltag eignet sich das Digitalgeld wegen der starken Wertschwankungen nur bedingt. Wer also mit Bitcoins handeln oder bezahlen will, dem sollte klar sein, dass Kryptos ihre Existenz dem Blockchain verdanken und nicht an reale Werte gekoppelt sind.

Übrigens: Der Bitcoin hält immer mehr Einzug bei Firmen wie PayPal. Zuletzt hatte PayPal 70 Prozent des Bitcoin-Angebots erworben – weil die Nachfrage für seinen Kryptodienst stieg.

Wie funktioniert der Umgang mit Kryptowährungen?

„Bitcoins bekommt man nicht bei seiner Hausbank“, sagt Zimmer. Interessenten müssen sich bei einer Krypto-Handels-Plattform registrieren. Um anschließend mit dem Kryptogeld zu handeln oder zu bezahlen, muss man eine Open-Source-Software installieren: Das kann entweder ein kostenloser Bitcoin-Client oder eine schlankere sogenannte Bitcoin-Wallet sein. Auch Unternehmer, die Bitcoins & Co. akzeptieren, müssen vorher so eine Wallet - also eine digitale Geldbörse -einrichten.

Welche Geschäfte und Unternehmen Kryptowährungen akzeptieren listet das Bitcoin-Wiki auf, Coinmap.org visualisiert Akzeptanzstellen weltweit auf einer Karte.

Autor: ING
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