Privatkunden

Ihr Geld im März 2021

Was ändert sich? – Was gibt es Neues? – Wo können Sie sparen?

+++ Corona-Beschränkungen gelten weiter +++ Hilfen rund um die Corona-Krise +++ VW-Diesel-Abgasaffäre: Vergleiche fast abgeschlossen +++

Corona-Beschränkungen gelten weiter

Die Corona-Beschränkungen werden um drei Wochen bis zum 7. März verlängert. Darauf einigten sich Bund und Länder. Eine Ausnahme gibt es für Friseure: Sie dürfen ab dem 1. März wieder öffnen – unter Auflagen. Sie müssen die Kundenzahl mit Terminen steuern. Zudem ist es in Friseurläden Pflicht, medizinische Masken wie OP- oder FFP2-Masken zu tragen. Bund und Länder legten unter anderem außerdem fest:

  • Ist eine „stabile“ Inzidenz von maximal 35 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen erreicht, können die Länder grünes Licht für weitere Öffnungen geben. Dann sollen der Einzelhandel, Museen und Galerien sowie Betriebe mit körpernahen Dienstleistungen wieder öffnen.
  • Für Lockerungen in den Bereichen Gastronomie und Hotelgewerbe sowie Kultur, Sport in Gruppen und Freizeit wollen Bund und Länder eine „sichere und gerechte Öffnungsstrategie“ weiterentwickeln.
  • Firmen können Anträge auf die Überbrückungshilfe III stellen. Vorgesehen ist, dass die ersten Abschlagszahlungen mit Beträgen von bis zu 400.000 Euro ab 15. Februar beginnen. Unternehmen können für die Zeit bis Ende Juni 2021 staatliche Unterstützung von monatlich bis zu 1,5 Millionen Euro erhalten. Das Geld muss nicht zurückgezahlt werden. Die Auszahlung übernehmen die Länder ab März. Infos gibt es hier.

Hilfen rund um die Corona-Krise

Um finanzielle Belastungen rund um die Pandemie abzufedern, wurden neue Hilfen in Aussicht gestellt. Wenige Tage nach dem Beschluss der Großen Koalition begann am 12. Februar im Bundestag die Beratung über die milliardenschweren Maßnahmen.

Das sind die Pläne:

  • Kinderbonus: Wie 2020 erhalten Familien auch in diesem Jahr einen Kinderbonus, also einen Zuschlag auf das Kindergeld. Er beträgt diesmal einmalig 150 Euro. Der Betrag wird mit dem steuerlichen Kinderfreibetrag verrechnet. Das hat zur Folge, dass Besserverdienende nicht vom Kinderbonus profitieren. Auf die Grundsicherung wird der Bonus indes nicht angerechnet. Im vergangenen Jahr betrug die einmalige Zahlung 300 Euro.
  • Kinderkrankentage: Die Zahl der Kinderkrankentage wird 2021 pro Elternteil und Kind von 10 auf 20 Tage verdoppelt. Alleinerziehenden stehen entsprechend 40 Tage pro Kind zu. Ein Beispiel: Elternpaare oder Alleinerziehende mit zwei Kindern haben Anspruch auf maximal 80 Kinderkrankentage. Die Regelung gilt rückwirkend zum 5. Januar 2021.
  • Coronabonus: Unternehmen, die noch nicht die Möglichkeit hatten, ihren Arbeitnehmern einen Coronabonus zu zahlen oder den Betrag von 1.500 Euro auszuschöpfen, können dies bis Mitte dieses Jahres nachholen: Mit dem Jahressteuergesetz 2020 wurde die Frist bis zum 30. Juni 2021 verlängert. Eine Aufteilung auf mehrere Teilleistungen ist möglich.
  • Hartz-IV-Bezieher: Erwachsene Hartz-IV-Bezieher bekommen einen einmaligen Corona-Zuschuss in Höhe von 150 Euro. Außerdem erhalten sie Berechtigungsscheine ihrer Krankenkassen für kostenlose FFP2-Masken, die bis einschließlich 6. März 2021 in jeder Apotheke abgeholt werden können. Für Kinder und Jugendliche aus Familien, die Hartz IV beziehen, übernimmt das Jobcenter die Kosten für digitale Endgeräte – so können sie am Distanz-Unterricht ihrer Schulen teilnehmen.
  • Unternehmen mit coronabedingten Verlusten können künftig ihre Einbußen in der Steuererklärung umfangreicher als bisher mit Gewinnen aus den Vorjahren verrechnen.
  • In der Gastronomie gilt der verringerte Mehrwertsteuersatz von 7% bis Ende 2022.
  • Besonders belastete Klinikmitarbeiter sollen als Anerkennung in der Corona-Pandemie bis Ende Juni 2021 eine Prämie von bis zu 1.500 Euro pro Person bekommen.

VW-Diesel-Abgasaffäre: Vergleiche fast abgeschlossen

In der Diesel-Abgasaffäre des VW-Konzerns rückt ein Ende näher. Nahezu alle berechtigten Kunden – 250.000 Musterkläger, zehntausende Einzelverfahren - haben nach Unternehmensangaben ein Vergleichsangebot bekommen. Bis Ende Februar hätten noch 5.000 Kläger aus Einzelprozessen jenseits des Musterverfahrens die Möglichkeit, den Vorschlag anzunehmen.

Mehrere hunderttausend Besitzer von Dieselwagen aus dem Hause VW hatten von dem Konzern eine finanzielle Wiedergutmachung wegen der Abgasaffäre verlangt. Hintergrund ist der Motor EA189, der im Straßenverkehr deutlich mehr giftige Stickoxide ausstieß als in Tests.

Seinen Anfang hatte „Dieselgate“ 2015 in den USA genommen, wo der der VW-Konzern seine Autos jahrelang als besonders umweltfreundlich bewarb. Nachdem in den Vereinigten Staaten größere Schadenersatz-Beträge flossen, stellten Verbraucherschützer auch in Deutschland Forderungen.

2020 kam es zu einem Mustervergleich zwischen VW und dem Bundesverband der Verbraucherzentrale (vzbv). In diesem Rahmen erhielten Fahrzeugbesitzer zwischen 1.350 und 6.257 Euro – je nach Fahrzeugtyp und –alter. Daneben kam es zu Einzelvergleichen. Zur Frage der Verjährung von Schadenersatz-Ansprüchen soll es vor dem Bundesgerichtshof weitere Verhandlungen geben.

Wie Autofahrer beim Sprit sparen können

Seit Jahresbeginn ist durch die Rückkehr zum alten Mehrwertsteuersatz und die neue CO2-Abgabe der Sprit an den Tankstellen teurer. Ein paar Spartipps vom Auto Club Europa (ACE):

  1. Richtiger Reifendruck: Mindestens einmal im Monat sollte er gemessen werden. Wer mit 0,5 bar weniger Luft als vom Hersteller empfohlen unterwegs ist, muss rund fünf Prozent Mehrverbrauch einkalkulieren
  2. Auto entrümpeln: Je weniger unnötigen Ballast ein Autofahrer transportiert, desto mehr kann er Benzin sparen.
  3. Klimaanlage checken lassen: Eine falsch eingestellte Klimaanlage kann bis zu zwei Liter Benzin mehr auf 100 Kilometer kosten.
  4. Preise vergleichen: Vergleichen Sie die Preise von mehreren Tankstellen und tanken Sie zum richtigen Zeitpunkt. Morgens im Berufsverkehr ist der Sprit am teuersten, ab dem Nachmittag sinken die Preise. Günstig ist zumeist der Zeitraum zwischen 18 und 20 Uhr. Der ACE bietet einen Spritpreis-Vergleichsrechner.

Podcast: Kommt der „Double-Dip“ mit Verspätung?

Diverse Stimmungsindikatoren zeigen aufwärts – doch die Analyse der BIP-Details aus dem vierten Quartal 2020 lässt Carsten Brzeski zweifeln, ob eine Schrumpfung der Wirtschaft auch im ersten Quartal des neuen Jahres noch einmal verhindert werden kann. Im Gespräch mit Sebastian Franke geht es außerdem um das derzeitige Dauerthema: die Rückkehr der Inflation und die voraussichtliche Reaktion der Europäischen Zentralbank. Jetzt anhören

Mehr Geld für Pflegekräfte bei Bund und Ländern

Pflegekräfte, die bei Bund oder Ländern beschäftigt sind, bekommen mehr Geld. Vorgesehen ist:

  • Pflegekräfte sollen ab März eine Pflegezulage von 70 Euro im Monat bekommen, die sich im Folgejahr auf 120 Euro erhöht.
  • In der Intensivmedizin wird die Pflegezulage auf 100 Euro monatlich mehr als verdoppelt.
  • Die Wechselschichtzulage steigt von 105 auf 155 Euro monatlich.
  • Ärzte in den Gesundheitsämtern erhalten ab März 2021 eine Zulage von 300 Euro monatlich.

Neue EU-Energieeffizienzlabel für einige Elektrogeräte

Klassifizierungen wie „A++“ oder „A+++“ gehören für einige Elektrogeräte ab März der Vergangenheit an. Bei Geschirrspülern, Waschmaschinen, Kühl- und Gefriergeräten, Fernsehern und Monitoren werden sie wieder durch besser unterscheidbare Klassifizierungen von A bis G ersetzt. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Geräte. Weitere Infos gibt es unter anderen bei der Verbraucherzentrale.

Blick in die Finanzmärkte

Was sind die aktuellen Konjunkturaussichten? Können wir endlich ausatmen oder müssen wir mit einer noch höheren Inflation rechnen? Und wenn ja, wie reagieren die Notenbanken? Auf diese Fragen und mehr, geht Carsten Brzeski, Chefvolkswirt der ING, in dieser Folge ein.

Autor: ING