Ihre Finanzen im neuen Jahr

Das Jahr 2022 macht einiges teurer, anderes günstiger – alle Änderungen im Überblick.

Es gibt gute und schlechte Nachrichten für Ihr Geld: Porto, Kraftstoff aber auch der Mindestlohn steigen. Vielleicht gibt es vom Chef noch einen Corona-Bonus. Was sich noch ändert, erfahren Sie hier:

Beitragsbemessungsgrenzen

Für die gesetzliche Renten- und Krankenversicherung gibt es Jahr für neue Beitragsbemessungsgrenzen. Sie geben vor, bis zu welchem Einkommen Sie Sozialversicherungsbeiträge zahlen müssen. Auf Beträge über der jeweiligen Grenze werden keine Sozialversicherungsbeiträge fällig.

  • Krankenversicherung: Hier liegt die Beitragsbemessungsgrenze wie 2021 auch 2022 bei 58.050 Euro.
  • Rentenversicherung: Hier sinkt die Beitragsbemessungsgrenze im Westen von monatlich 7.100 Euro (2021) auf monatlich 7.050 Euro ab 2022 und im Osten steigt sie von 6.700 Euro im Monat (2021) auf 6.750 Euro im Monat ab 2022.

Corona-Bonus bis März 2022

Arbeitgeber können ihren Beschäftigten einen steuerfreien Corona-Bonus von maximal 1.500 Euro zahlen. Die Regelung ist noch bis zum 31. März 2022 gültig.

Steigender Steuerfreibetrag

Der Steuerfreibetrag steigt erneut an – und zwar für Alleinstehende von 9.744 Euro im Jahr 2021 auf 9.984 Euro im Jahr 2022. Für Verheiratete gilt der doppelte Betrag, für sie liegt der Steuerfreibetrag im Jahr 2022 also bei 19.968 Euro. Beim Steuerfreibetrag handelt es sich um den Anteil des Jahreseinkommens, auf den keine Steuern fällig werden.

Abgabefristen für die Steuer 2020 und 2021

In Sachen Steuererklärung 2020 endet die Abgabefrist am 31. Mai 2022 – sofern Sie hiermit einen Steuerberater oder einen Lohnsteuerhilfeverein beauftragt haben. Grund für die Verschiebung der Abgabefristen für die Steuererklärung 2020 war die Corona-Pandemie. Für die Steuererklärung 2021 gilt nach derzeitigem Stand eine Abgabepflicht bis zum 31. Juli 2022. Diejenigen, die ihre Steuererklärung von einer Steuerberaterin oder von einem Lohnsteuerhilfeverein erstellen lassen, können sich mit der Abgabe Zeit bis Ende Februar 2023 lassen.

Elektroaltgeräte in Supermärkten und Discountern abgeben

Verbraucherinnen und Verbraucher, die alte Elektrogeräte entsorgen möchten, können sie ab Juli auch in Supermärkten und Discountern abgeben – vorausgesetzt, die Ladenfläche ist über 800 Quadratmeter groß. Außerdem muss das jeweilige Geschäft mehrfach pro Jahr Elektrogeräte im Sortiment haben und verkaufen. Kunden müssen bei der Rückgabe nicht zwingend ein neues Gerät kaufen; diese Regelung gilt aber nur bei kleineren Geräten mit einer Kantenlänge von bis zu 25 Zentimetern. Wer ein größeres Gerät abgibt, muss auch ein neues in dem Geschäft kaufen.

Porto steigt

Wer in Deutschland Briefe, Einschreiben sowie Bücher- und Warensendungen verschicken will, muss ab Januar mehr zahlen. Das Porto für einen Standardbrief kostet beispielsweise 85 statt bisher 80 Cent, ein Kompaktbrief einen Euro statt bisher 95 Cent. Eine Postkarte verteuert sich von 60 auf 70 Cent. Alte Briefmarken bleiben gültig, Sie müssen Ihre Postsendungen aber zusätzlich frankieren.

Neue Pfandregeln

Ab Januar fällt auch auf alle Einweggetränkeflaschen aus Kunststoff, in die bis zu drei Liter passen, Pfand an. Gleiches gilt für Getränkedosen. Davon ausgenommen sind vorerst Kunststoffflaschen mit Milchgetränken – für sie gilt die Pfandpflicht erst ab 2024.

Online-Verträge auch online kündigen

Ab Juli soll es unkomplizierter möglich sein, einen Online-Vertrag zu kündigen. Der Gesetzgeber verpflichtet ab dann Anbieter, einen gut sichtbaren und einfach zugänglichen Kündigungsbutton auf ihrer Website zu platzieren.

Höhere Kraftstoffpreise

Zum 1. Januar 2022 tritt die nächste Stufe der CO₂-Abgabe in Kraft. Pro Tonne CO₂ sind dann statt aktuell 25 Euro nunmehr 30 Euro fällig. Dadurch müssen Autofahrer deutlich mehr an der Tankstelle zahlen. Benzin verteuert sich laut ADAC um 1,4 Cent pro Liter, Diesel sogar um 1,6 Cent.

Mindestausbildungsvergütung

Wer im Jahr 2022 eine Ausbildung beginnt, bekommt eine per Gesetz festgeschriebene Mindestausbildungsvergütung von 585 Euro pro Monat. Sie erhöht sich im zweiten Ausbildungsjahr um 18%, im dritten um 35% und im vierten Ausbildungsjahr um 40%. Im Jahr 2023 erhöht sich die Mindestvergütung weiter. Weitere Infos gibt es hier.

Höherer Mindestlohn

Der Mindestlohn steigt zum 1. Januar 2022 auf 9,82 Euro pro Stunde – von bisher 9,60 Euro. Ein halbes Jahr später, am 1. Juli steigt er auf mindestens 10,45 Euro pro Stunde. Die rot-grün-gelbe Ampel-Koalition will den Mindestlohn auf zwölf Euro anheben; wann dies genau kommt, ist derzeit unklar. Weitere Infos zum Mindestlohn bietet der DGB hier.

Steigender Pflegebeitrag

Pflegeheimbewohner bekommen ab Januar 2022 Zuschläge, die ihre Zuzahlungen für die reine Pflege reduzieren. Um das zu finanzieren, steigt der Pflegebeitrag für Menschen ohne Kinder von 3,3 auf 3,4%. Der Bund leistet außerdem ab 2022 einen Zuschuss von einer Milliarde Euro jährlich in die Pflegeversicherung. Ab September 2022 darf es nach dem Willen des Gesetzgebers Versorgungsverträge nur noch Einrichtungen geben, die Pflegekräfte nach Tarifvertrag oder in ähnlicher Höhe bezahlen. Weitere Infos gibt es hier.

Chart of the Week: Weihnachtliche (In-)Effizienz

Der Grinch und Ebenezer Scrooge sind die wohl bekanntesten Weihnachtsmuffel der Geschichte. Doch haben Sie kürzlich einmal einen Volkswirt nach seiner Meinung zum Schenken gefragt? Wenn Sie die romantische Vorstellung von hübsch verpackten Päckchen unterm Weihnachtsbaum nicht verlieren möchten, sollten Sie dies tunlichst vermeiden – denn folgt man der Theorie, sind die meisten Geschenke nicht nur ineffizient, sie sind sogar wohlfahrtsvernichtend. Mehr dazu im Chart of the Week.

Podcast: Die Spieltaktik der Zentralbanken für 2022

Kurz vor Jahresende wechseln einige Zentralbanken noch einmal die Seiten – und die Spieltaktik. Was die Inflation betrifft, hat die Fed sich vollständig aus dem Team „vorübergehend“ zurückgezogen und schickt ihre Mitglieder nun in Farben der „Persistenten“ aufs Spielfeld. Die Bank of England hingegen setzt auf den Überraschungsfaktor und erhöhte den Leitzins in dieser Woche zum ersten Mal seit Ausbruch der Pandemie. Und die EZB? In Frankfurt blieb man zwar gewohnt undurchsichtig und ließ sich nicht zu tief in die Karten blicken, allerdings wurde sich auch hier von der lockeren Geldpolitik als Extremsport verabschiedet. In Folge 136 unseres Podcasts, unserer letzten Folge des Jahres 2021, analysiert Chefvolkswirt Carsten Brzeski die dieswöchigen Zentralbanksitzungen im Gespräch mit Franziska Biehl und erklärt, was uns das Jahr 2022 von geldpolitischer Seite bringen wird. Jetzt reinhören!

Aktuelles von den Märkten

Ein ereignisreiches Jahr 2021 neigt sich dem Ende zu. Die Coronapandemie und die hohe Inflation haben der Wirtschaft zugesetzt. Doch jetzt geht der Blick nach vorne. Was bringt 2022? Bleibt die Inflation so hoch und kommt die Zinswende? Diese Fragen beantwortet Carsten Brzeski, Chefvolkswirt bei ING, in dieser Folge.

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