Privatkunden

November 2020

Was ändert sich? – Was gibt es Neues? – Wo können Sie sparen?

+++ Aktueller Hinweis: Achtung vor Telefonbetrügern +++ Bundestag verlängert KapMuG +++ Baukindergeld wird verlängert +++ Krankenkassenbonus teilweise steuerfrei +++

Aktueller Hinweis: Achtung vor Telefonbetrügern

In letzter Zeit geben sich Trickbetrüger am Telefon als ING Mitarbeiter aus. Sie rufen Sie unter dem Vorwand an, aus Sicherheitsgründen Ihre Kontodaten abzugleichen. Geben Sie auf keinen Fall Ihre Daten weiter und lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Mehr dazu

Bundestag verlängert KapMuG

Ursprünglich war es bis Ende Oktober 2020 befristet - doch der Bundestag hat das Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetz (KapMuG) bis Ende 2023 verlängert. Auf Basis des Gesetzes können Anleger in Musterprozessen Schadenersatz einfordern. Der Gesetzgeber hatte das KapMuG im Jahr 2005 auf den Weg gebracht, um Anleger besser zu schützen. Sie sind damit vor Gericht keine Einzelkämpfer, sondern können zusammen mit anderen Geschädigten gemeinsame Prozesse anstreben.

  • Ein Beispiel: Anleger haben mit einem bestimmten Finanzprodukt hohe Verluste gemacht. Sie vertreten die Auffassung, unzureichend über die Risiken aufgeklärt worden zu sein. Das KapMuG ermöglicht es den Geschädigten, gemeinsam vor Gericht zu ziehen.
  • Das Gesetz spielt etwa auch im Musterprozess zum Dieselskandal gegen Volkswagen eine Rolle.

Baukindergeld wird verlängert

Eine eigene Immobilie muss auch für Familien mit einem kleinen Budget kein Traum bleiben. Zwar sollte die staatliche Förderung durch das sogenannte Baukindergeld ursprünglich zum Jahresende auslaufen. Doch das Bundeskabinett hat jetzt den Förderzeitraum um drei Monate bis zum 31. März 2021 verlängert. Konkret heißt das: Interessenten können die staatliche Förderung bei der KfW Bankengruppe online beantragen, wenn sie bis Ende März kommenden Jahres eine Baugenehmigung erhalten oder eine Immobilie kaufen.

  • Pro Kind bekommen Familien beim Hausbau oder Immobilienkauf einen Zuschuss von 1.200 Euro im Jahr über eine Laufzeit von zehn Jahren. Insgesamt geht es also um 12.000 Euro je Kind.
  • Bei zwei Kindern liegt die Förderung bei 24.000 Euro, bei drei sind es 36.000 Euro.
  • Voraussetzung, damit Familien das Baukindergeld in Anspruch nehmen können: Ihr zu versteuerndes Haushaltseinkommen darf bei einem Kind maximal bei 90.000 Euro pro Jahr liegen. Für jedes weitere minderjährige Kind dürfen 15.000 Euro hinzukommen. Weitere Infos können Sie hier nachlesen.

Krankenkassenbonus teilweise steuerfrei

Ein gesetzlich krankenversicherter Mann hatte von seiner Krankenkasse einen Bonus von 230 Euro für „gesundheitsbewusstes Verhalten“ bekommen. Pflichtgemäß gab er diese Summe in seiner Einkommensteuererklärung an. Das Finanzamt behandelte den Bonus als Beitragserstattung und kürzte den Sonderausgabenabzug. Dagegen erhob der Mann Klage – und bekam Recht. Schon das Sächsische Finanzgericht hatte entschieden, dass die Boni keine steuerpflichtigen Einkünfte seien. Somit minderten sie auch den Sonderabzug nicht. Dem schloss sich jetzt auch der Bundesfinanzhof an.

Steuerentlastung für Alleinerziehende

Wer alleinerziehend ist, wird in diesem und im kommenden Jahr steuerlich stärker entlastet. Durch das sogenannte Zweite Corona-Steuerhilfegesetz steigt der jährliche Freibetrag, den Alleinerziehende über die Steuerklasse II erhalten, um mehr als das Doppelte. Das bedeutet: Zu den bisherigen 1.908 Euro kommen 2.100 Euro hinzu – jeweils für 2020 und 2021. Alleinerziehende, die mehrere Kinder haben, erhalten einen weiteren Erhöhungsbetrag. Ab dem zweiten Kind kommen pro Kind 240 Euro hinzu. Um diese Entlastung in Anspruch nehmen zu können, müssen Alleinerziehende einen gesonderten „Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung“ mit der Anlage Kinder bei ihrem zuständigen Finanzamt stellen.

Noch in der richtigen Steuerklasse?

In vielen Fällen rechnet es sich für Ehepaare bzw. Lebenspartner, die Steuerklasse zu wechseln – das gibt mehr Geld auf dem Konto. Lohnen kann sich das zum Beispiel bei einer Gehaltsveränderung: Bei einem höheren Einkommensgefälle etwa zwischen Eheleuten kann das Paar erwägen, den Höchstverdiener in Steuerklasse III und den weniger Verdienenden in Steuerklasse V zu versteuern. Ein Wechsel der Steuerklassen ist mehrmals im Jahr möglich.

Erwartet ein Ehepaar ein Kind, kann es mit einem Steuerklassenwechsel das Elterngeld erhöhen. Maßgeblich für die Höhe des Elterngeldes ist immer das Nettogehalt vor der Geburt. Das bedeutet, dass der Elternteil, der die meiste Zeit nach der Geburt des Kindes zu Hause bleibt, in eine günstigere Steuerklasse wechseln sollte.

Für den Wechsel der Steuerklasse muss ein Antragsformular ausgefüllt und beim Finanzamt abgegeben werden.

Kfz-Versicherung auf den Prüfstand stellen

Es lohnt sich, die eigene Kfz-Versicherung regelmäßig auf den Prüfstand zu stellen. Für dasselbe Fahrzeug verlangen Anbieter unterschiedliche Versicherungsprämien. Autofahrer, die zu einer anderen Versicherung wechseln möchten, müssen ihrem bisherigen Anbieter bis zum 30. November kündigen. Verbraucher sollten beim neuen Anbieter aber nicht nur auf den Preis achten. Experten raten, die Leistungen und Tarife der Versicherungen genau zu prüfen.

Möglich ist etwa, dass in neuen Tarifen der sogenannte Rabattretter nicht mehr ohne Aufpreis ist. Der Rabattretter bietet Schutz, um nach einem Schaden nicht zurückgestuft zu werden.

Satte Rabatte im November

Schnäppchenjäger, aufgepasst: Bald locken Händler wieder mit teils enormen Preisnachlässen. Mit den Sonderangebots-Aktionen läuten sie, alle Jahre wieder, das Weihnachtsgeschäft ein.

  • Los geht’s mit dem Singles Day am 11. November. Seit einigen Jahren gibt es diesen Einkaufstag jeweils am 11.11. im Onlinehandel, seinen Ursprung hat er in China. Teilnehmende Händler in Deutschland finden Sie hier.
  • Weiter geht die Schnäppchenjagd am Black Friday. Er stammt aus den USA, wo immer am vierten Donnerstag im November Thanksgiving gefeiert wird. Dieses Erntedankfest ist in Amerika ein Feiertag. Den anschließenden Freitag nehmen sich viele US-Bürger für ein langes Wochenende frei. Händler nutzen den Tag, um Kunden mit Sonderangeboten und Werbegeschenken zu locken – schließlich ist es bis Weihnachten nicht mehr weit. Auch in Deutschland ist der Black Friday, der in diesem Jahr auf den 27. November fällt, fest etabliert. Hier gibt es Infos, wer unter anderem dabei ist.
  • Auf den Black Friday folgt der Cyber Monday, der von Onlineshops aus der Taufe gehoben wurde. In diesem Jahr findet er am 30. November statt. Auch an diesem Tag können Schnäppchenjäger teure Produkte oft günstig kaufen. Wer mitmacht? Das ist hier nachzulesen.

Podcast: Europa und die US-Wahlen

In der kommenden Woche wird in den USA gewählt. Ein Ereignis, dessen Ausgang weltweit mit Spannung erwartet wird – auch in Europa! Die transatlantische Beziehung wurde in den letzten Jahren auf eine harte Zerreißprobe gestellt – Handelsstreitigkeiten und politische Diskrepanzen prägten das Miteinander. Carsten Brzeski erklärt im Gespräch mit Franziska Biehl, welche Änderungen sich durch einen Sieg Joe Bidens ergeben könnten und wieso „America First“ ein Thema bleiben wird - unabhängig davon, ob das Oval Office neu besetzt wird, oder nicht. Jetzt anhören

Blick in die Finanzmärkte

Carsten Brzeski berichtet im Rahmen seiner monatlichen YouTube-Beiträge unter dem Motto „Neues über die Märkte, Neues aus der Wirtschaft“ über aktuelle volkswirtschaftliche Ereignisse und Entwicklungen, Entscheidungen der EZB sowie Trends an den internationalen Finanzmärkten. Neben dem Konjunkturausblick geht es in dieser Folge um einen Einblick zu den veränderten Umständen in der EZB.

Autor: ING