Ihr Geld im November 2021

Was ändert sich? – Was gibt es Neues? – Wo können Sie sparen?

Finanzen, Reisen und mehr: Verschaffen Sie sich einen Überblick, was im November ansteht. Für die Steuererklärung 2020 haben Sie übrigens, falls Sie sie selbst erstellen, nicht mehr viel Zeit.

Überbrückungshilfen verlängert, erleichterte Kurzarbeiterregeln bis zum Jahresende

Neue Lockerungen, neue Regelungen: Vorbei ist die Corona-Krise noch nicht. Was in Sachen Pandemie aktuell und wichtig ist.

  • Kein Geld mehr für Ungeimpfte in Quarantäne: Bei Verdienstausfällen wegen angeordneter Corona-Quarantäne erhalten die meisten Nicht-Geimpften spätestens vom 1. November an keine Entschädigung mehr. Das haben die Gesundheitsminister von Bund und Ländern vereinbart. Betroffen sind Menschen, für die es eine Impfempfehlung gibt und die sich auch impfen lassen können.
  • Corona-Arbeitsschutzverordnung verlängert: Das Bundeskabinett hat die Corona-Arbeitsschutzverordnung für Unternehmen und ihre Beschäftigten bis einschließlich 24. November 2021 verlängert. Seit 10. September sind Arbeitgeber verpflichtet, Beschäftigte über die Risiken einer Covid-19-Erkrankung und Impfmöglichkeiten zu informieren. Außerdem sind Beschäftigte von der Arbeit freizustellen, wenn sie ein Impfangebot wahrnehmen möchten. Ansonsten gelten bestehende Regeln weiter, etwa das Angebot von Schnell- und Selbsttests mindestens zweimal pro Woche. Homeoffice ist weiter eine Option, um Kontakte zu reduzieren. Weitere Infos gibt es hier.

  • Überbrückungshilfen: Unternehmen können die sogenannte Überbrückungshilfe III Plus, die es bisher für die Monate Juli bis September gab, bis Jahresende beanspruchen. Beantragen können sie Firmen, die coronabedingt einen Umsatzeinbruch von mindestens 30 % verzeichnen. Sie bekommen eine gestaffelte Fixkostenerstattung. Die Neustarthilfe Plus für Soloselbstständige wurde ebenfalls verlängert. Zusätzlich bis zu 4.500 Euro Unterstützung können für den Zeitraum Oktober bis Dezember Soloselbstständige erhalten, deren Umsatz durch die Pandemie weiter eingeschränkt ist. Weitere Infos gibt es hier.

  • Kurzarbeitergeld: Den vereinfachten Zugang zum Kurzarbeitergeld gibt es wegen der anhaltenden Corona-Pandemie noch bis zum Jahresende. Darauf hat sich die Bundesregierung verständigt und eine Änderung der Kurzarbeiterverordnung beschlossen. Von Kurzarbeit betroffene Beschäftigte erhalten mindestens 60 % des ausgefallenen Nettolohns, mit mindestens einem Kind sind es 67 %. Das Geld steigt stetig mit der Bezugsdauer – mit Kind gibt es maximal 87 %. Arbeitgebern werden bis zum Jahresende die Sozialversicherungsbeiträge voll erstattet. Zu den Erleichterungen zählt unter anderem eine geringere Zahl von Beschäftigten, die vom Arbeitsausfall betroffen sein müssen. Weitere Infos gibt es hier.

  • Weniger Firmenpleiten: In Deutschland hat es im ersten Halbjahr weniger Firmenpleiten gegeben als infolge der Pandemie erwartet. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen lag nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in den ersten sechs Monaten dieses Jahres mit 7.408 Fällen um 17,7 % unter dem Wert des Vergleichszeitraums von 2020. Auch das Niveau des nicht von der Corona-Krise beeinflussten ersten Halbjahres 2019 wurde um 22,9 % unterschritten. Gründe für die vergleichsweise niedrige Zahl an Firmenpleiten sind aus Sicht der Statistik-Fachleute die staatlichen Konjunkturhilfen für die Unternehmen. Zudem hatte der Staat die Pflicht zum Insolvenzantrag zeitweise ausgesetzt, falls dies auf Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit zurückzuführen war.

  • Geimpfte dürfen wieder in die USA reisen: Von November an können Personen aus dem Ausland mit einer Corona-Impfung wieder in die USA einreisen. Das war gut eineinhalb Jahre nicht möglich. Für die Reisebranche und die Wirtschaft Grund genug aufzuatmen. Das gilt auch für Privatleute, die lange Zeit von Angehörigen und Freunden getrennt waren und auf einen Aufenthalt in den USA verzichten mussten.

Reise nach Großbritannien? Reisepass nicht vergessen!

Wer aus Deutschland oder einem anderen EU-Land nach Großbritannien einreisen will, muss seit dem 1. Oktober einen Reisepass vorweisen. Bis dahin galt seit dem Brexit eine Übergangsphase, in der auch noch der Personalausweis ausreichte. Nunmehr dürfen nur noch EU-Bürger*innen, die ihren Wohnsitz in Großbritannien haben, mit einem Personalausweis einreisen.

Entschädigung bei Insolvenz des Reiseveranstalters

Urlauberinnen und Urlauber sollen aus einem Sicherungsfonds entschädigt werden, wenn ihr Reiseveranstalter Insolvenz anmelden musste und Reisen abgesagt wurden. Der Rettungstopf steht vom 1. November an bereit. Bis Ende Oktober 2027 soll er von den Reiseveranstaltern mit rund 750 Millionen Euro gefüllt werden. Der Bundestag hatte für ein entsprechendes Gesetz grünes Licht gegeben. Abgesichert sind bei einer Insolvenz des Veranstalters alle Zahlungen auf den Reisepreis, die Unterkunft und die Rückreise. Mit einer staatlichen Garantie ist sichergestellt, dass Verbraucherinnen und Verbraucher bei stornierten Reisen auch dann eine Erstattung bekommen, wenn in dem Fonds nicht genügend Mittel vorhanden sind.

Kfz-Versicherung – Kündigung bis Ende November möglich

Zahlen Sie zu viel für Ihre Kfz-Versicherung? Das können Sie herausfinden, wenn Sie Leistungen und Preise mehrerer Anbieter vergleichen. Für das gleiche Modell werden oft unterschiedliche Versicherungsprämien verlangt. Sie möchten zu einer anderen Versicherung wechseln? Dann müssen Sie bis zum 30. November kündigen. Achten Sie beim neuen Anbieter aber nicht nur auf den Preis. Experten raten, die Leistungen und Tarife verschiedener Angebote genau zu prüfen.

Satte Rabatte im (Online-)Handel im November

Bald geht’s los, dann warten in Läden und Online-Shops wieder teils enorme Preisnachlässe. Mit den Sonderangebot-Aktionen wird – alle Jahre wieder – das Weihnachtsgeschäft eingeläutet.

  • Der Start ist am 11. November mit dem Singles-Day. Seit einigen Jahren gibt es diesen Einkaufstag im Online-Handel, seinen Ursprung hat er in China. Geboten werden Schnäppchen über Schnäppchen. Teilnehmende in Deutschland sind hierzu finden.

  • Dann kommt der Black Friday, eine Tradition aus den USA. Dort wird immer am vierten Donnerstag im November Thanksgiving begangen. Dieses Erntedankfest ist in Amerika ein Feiertag. Den Tag darauf, den Freitag, nehmen sich viele Menschen in den USA für ein langes Wochenende frei. Händler nutzen den Tag, um mit Sonderangeboten und Werbegeschenken Kundschaft zu locken – schließlich ist es bis Weihnachten nicht mehr weit. Auch in Deutschland ist der Black Friday, der in diesem Jahr auf den 26. November fällt, fest etabliert. Hiergibt es Infos, wer unter anderem dabei ist.

  • Auf den Black Friday folgt der Cyber Monday, der von Online-Shops aus der Taufe gehoben wurde. In diesem Jahr fällt er auf den 29. November. Auch an diesem Tag können auf der Schnäppchenjagd teure Produkte oft günstig gekauft werden. Einige Anbieter wie große Elektronikketten werben bereits dafür.

Übrigens: Automatische Verträge aus dem Internet sind rechtens

Nicht nur zugelassene Rechtsanwält*innen sind berechtigt, einen Vertragsgenerator im Internet zu betreiben. Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe entschied, dass das automatisierte Erstellen von Rechtsdokumenten über eine Software keine unerlaubte Rechtsdienstleistung ist (Az.: I ZR 113/20). Damit darf der juristische Fachverlag Wolters Kluwer, der über keine Zulassung zur Anwaltschaft verfügt, weiter den Generator Smartlaw anbieten. Die Internetseite war der Hanseatischen Rechtsanwaltskammer ein Dorn im Auge – sie wollte sie verbieten lassen. Über Smartlaw können sich Nutzer*innen Patientenverfügungen oder Mietverträge erstellen.

Denken Sie an die Abgabe Ihrer Steuererklärung

Wer seine Steuererklärung für 2020 selbst erstellt, muss sie bis zum 31. Oktober abgeben. Weil dies aber ein Sonntag ist, bleibt konkret bis zum 1. November 2021 Zeit, wie der Bund der Steuerzahler erklärt. Bei Bundesländern mit Feiertag am 1. November fällt die Abgabefrist erst auf den 2. November 2021. Diejenigen, die einen Steuerberater beauftragen, haben Zeit, ihre Steuererklärung bis zum 31. Mai 2022 beim Finanzamt einzureichen.

Chart of the Week: Das Ende der Fahnenstange?

Auf 4,1 Prozent lautete die Schnellschätzung des Statistischen Bundesamtes für die Inflation im September 2021 gegenüber dem Vorjahresmonat – der höchste Wert seit 1993. Aber auch für die Wohnungsmiete fand sich in der Pressemitteilung aus Wiesbaden eine Angabe – und die sorgte sicher für manchen verwunderten Blick: Seit Jahren debattiert Deutschland über den rasanten Anstieg bei Immobilienpreisen und Mieten – und ausgerechnet in einem Rekord-Inflationsmonat sollen die Mieten nur um 1,4 Prozent gegenüber dem September 2020 gestiegen sein? Mehr dazu im Chart of the Week.

Podcast: Arbeitskraft in limitierter Auflage

Dass Fachkräfte in gewissen Sektoren Mangelware sind, ist schon beinahe ein alter Hut. Doch aktuell ist das Angebot an Arbeitskraft wohin man blickt limitiert. Sowohl die Pandemie als auch strukturelle Faktoren spielen dabei nicht nur in Deutschland, sondern in fast allen westlichen Volkswirtschaften eine Rolle. Unser Chefvolkswirt Carsten Brzeski betrachtet im Gespräch mit Franziska Biehl globale Gemeinsamkeiten und Unterschiede und erklärt, warum die aktuelle Situation sich im nächsten Jahr durchaus in den Löhnen widerspiegeln dürfte. Jetzt reinhören!

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