Reisebuchungen in der Corona-Krise

Reiseplanung in Pandemie-Zeiten: Corona-Versicherung und Frühbucher-Angebote

In Corona-Zeiten haben Reiseveranstalter ihre Policen um einen Zusatz erweitert oder spezielle Versicherungen aufgesetzt. Außerdem locken sie Fernweh-Geplagte mit Frühbucherangeboten.

Angesichts der anhaltenden Pandemie-Zeiten bieten Reiseveranstalter spezielle Corona-Versicherungen an. “Eine Reaktion auf die aktuellen Entwicklungen war zu erwarten”, sagt Tiana Preuschoff, Referentin Verbraucherrecht bei der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Pauschal könne sie diese Versicherungen nicht bewerten, denn die Angebote seien sehr unterschiedlich und beträfen diverse Risiken.

Oft geht es dabei um Stornierung, um Reiserücktritt. Die Verbraucherschützerin rät, die Bedingungen einer Reiserücktrittskostenversicherung genau zu studieren: “Denn viele Versicherer hatten ursprünglich die Leistung im Pandemie-Fall ausgeschlossen, haben aber mittlerweile Anpassungen vorgenommen”.

Viele Reiserücktrittsversicherungen greifen nicht

“Viele Reiserücktrittsversicherungen enthalten Klauseln, die Krankheiten, die von der WHO als Pandemie eingestuft werden, vom Versicherungsschutz ausschließen”, erklärt Katharina Lucà, Unternehmenssprecherin beim ADAC. Am 11. März 2020 hatte die Weltgesundheitsorganisation WHO Covid-19 als Pandemie eingestuft. “Bei einer Erkrankung am Coronavirus nach dem 11. März 2020 ist bei Versicherungen, die eine solche Klausel enthalten, daher kein versicherter Rücktrittsgrund mehr gegeben.”

Kein Verzicht auf eine Reisekrankenversicherung

Die ADAC Reiserücktrittsversicherung schließe eine Pandemie in ihren Verträgen nicht aus. “Das heißt, im Fall eines positiven Corona-Tests liegt eine Krankheit vor, die eine Reiseunfähigkeit auslöst”, erklärt Lucá. Wichtiger für Auslandsreisen sei aber die Auslands-Reisekrankenversicherung, sagt Verbraucherschützerin Preuschoff. Auch hier sollten die Bedingungen überprüft werden. Preuschoff warnt: “Einige Versicherer zahlen beispielsweise keine Behandlungen, wenn eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes vorliegt.”

Auch Fluggesellschaften bieten Extra-Schutz

  • Der größte Reiseveranstalter Tui etwa hat die Police Covid protectaufgesetzt. Dieser Versicherungsschutz ist kostenlos im Reisepaket enthalten und übernimmt die Behandlungskosten im Fall einer Covid-19-Erkrankung während des Urlaubs. Zudem werden Übernachtungskosten für eine Quarantäne im Urlaubsland und Umbuchungsgebühren sowie die Kosten eines neuen Flugtickets erstattet. Covid protect gilt auch bei einigen Tochtergesellschaften von Tui: Airtours, Ltur und Gebeco. Der Zusatzschutz gilt für jeden Urlaub mit der Abreise bis Ende April 2021.
  • Auch Fluggesellschaften wollen dem Verbraucher Sicherheit vermitteln: Die Lufthansa, Austrian Airlines und Swiss etwa haben mit AIG Europe Travel care aufgesetzt, mit einer Plus-Variante. Der Reisende ist bei einer Quarantäne am Zielort abgesichert, auch bei Reiseabbruch oder –rücktritt. Travel care Plus umfasst zudem etwaige Behandlungskosten und medizinische Notfallrücktransporte.

Gegen Corona-bedingte Risiken absichern

Generell sei ein Versicherungsschutz für bekannte Risiken sinnvoll, sagt Rechtsanwalt Paul Degott in Hannover. Der Verbraucher müsse genau wissen, was abgesichert sei. “Sonst besteht die Gefahr, man wiegt sich mit einer entsprechenden Versicherung in Sicherheit und ist im Schadensfall dann doch nicht abgesichert.” Alle Corona-bedingten Risiken sollten abgesichert sein, rät Degott. Das schließe sowohl die Quarantäne im Urlaubsland ein als auch ärztliche Behandlungskosten.

Veranstalter erweitern Frühbucherrabatte

Die Corona-Pandemie erschwert die Reiseplanung für viele Verbraucher wie nie zuvor. Wer von Fernweh geplagt ist und Geld sparen möchte, kann auf Frühbucherangebote setzen. Viele Reiseveranstalter haben diese in der Pandemie-Zeit erweitert. Zudem zeigen sie sich oftmals kulanter als sonst, wenn man umbuchen möchte.

Welche Frühbucherrabatte gibt es bei den Marktführern? Einige Beispiele:

  • Tui: Der Marktführer bietet noch bis zum 31. Januar Frühbucherrabatte, bei denen Sie bis zu 50 Prozent sparen können. Ein Tui-Cluburlaub kostet bei einer Buchung bis Ende Januar 20 Prozent weniger. Kinder bis 15 Jahren zahlen nichts für die Unterkunft, Jugendliche bis 21 Jahren bekommen 40 Prozent Rabatt.
  • Tui Cruises: Wer eine Kreuzfahrt machen möchte, bekommt 200 Euro Ermäßigung. Die Bedingungen für Umbuchungen oder Stornierungen haben sich allerdings nicht geändert.
  • Dertour, ITS, Jahn Reisen und Meiers Weltreisen: Der DER Touristik-Konzern hat wegen Corona kulante Umbuchungsbedingungen eingeführt. Geplante Reisen bis zum 30. April können bis 14 Tage vor Beginn kostenfrei storniert werden.
  • FTI: Damit Urlauber bei ihrer Planung flexibel bleiben können, hat der Reiseveranstalter auch eine kostenfreie Stornierung bis zwei Wochen vor der Reise beschlossen. Auch bei FTI ist der Stichtag der Frühbucherrabatte der 31. Januar und wird eventuell auf den 31. März ausgeweitet. Bei ausgewählten Reisen gibt es bis zu 40 Prozent Rabatt.

Verbraucherschützerin Preuschoff kann Angebote mit flexiblen Stornobedingungen oder der Möglichkeit der kurzzeitigen Umbuchung zwar grundsätzlich empfehlen. Aber: „Es ist möglich, dass ein Anbieter mit solchen flexiblen Bedingungen oder ‚kostenfreiem Storno’ wirbt, aber im Kleingedruckten einen großen Teil seiner Angebote davon ausnimmt.“

Autor: ING