Privatkunden

Geldbeutel-Jahresrückblick

Was ist im Portemonnaie passiert? Wichtiges aus 2020

Bei Sozialbeiträgen, bei Abgaben, bei Einkommen – im zu Ende gehenden Jahr hat sich finanziell einiges getan. Ein Rückblick.

Einiges ist 2020 teurer geworden als im Vorjahr. Aber in mancher Hinsicht landete auch wieder mehr im Portemonnaie der Verbraucher.

Krankenversicherung

Wer gesetzlich krankenversichert ist, muss generell 14,6 % seines Einkommens an Beitrag zahlen. Jede Krankenkasse kann für sich entscheiden, ob sie einen Zusatzbeitrag erhebt oder nicht. Im Ergebnis schwankt der Krankenkassenbeitrag, den Versicherte tatsächlich zu leisten haben, zwischen 14,6% und 17,3% des Einkommens. Im Durchschnitt lag der Zusatzbeitrag 2020 bei 1,1 Prozent. Das ist im Vergleich zu 2019 ein Plus von 0,2% – der Kassenbeitrag stieg also mitunter.

Übrigens: Eine Krankenkassenliste des GKV-Spitzenverbandes mit Angaben der Zusatzbeiträge finden Sie hier. Vergleichen Sie die Leistungen und die Zusatzbeiträge einzelner Kassen. Ein Wechsel kann sich unter Umständen rechnen.

Zum 1. Januar 2020 waren, wie alle Jahre, die Beitragsbemessungsgrenzen – also die maximale Höhe des monatlichen Einkommens, bis zu der Sozialbeträge zu zahlen sind – gestiegen. Wie sie konkret aussehen, können Sie bei uns nachlesen.

Arbeitslosenversicherung

Die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung sind ab dem 1. Januar 2020 um 0,1 Punkte auf 2,4% gesunken. Arbeitgeber und Arbeitnehmer teilen sich diese Abgabe und zahlen jeweils 1,2%. Die Beitragssenkung war befristet angesetzt – und zwar bis zum 31. Dezember 2020.

Altersvorsorge und Steuererklärung

Egal, ob es um die gesetzliche Rentenversicherung, um berufliche Versorgungswerke oder um die Rürup-Rente (Basisrentenvertrag) geht: Die Beiträge hierfür können Sie als Sonderausgaben von der Steuer absetzen. Der hierfür mögliche Beitrag stieg 2020 auf 25.046 Euro, bei Verheirateten auf 50.092 Euro. 90% hiervon können Sie in Ihrer Steuererklärung angeben. Die Grenze steigt bis zum Jahr 2025 auf 100%. Im Umkehrschluss werden ab dem Jahr 2040 Renteneinkünfte vollständig besteuert.

Renten

Die rund 21 Millionen Rentner in Deutschland bekommen seit dem 1. Juli 2020 mehr Geld. Die Rente stieg in Westdeutschland um 3,45% und in den neuen Bundesländern um 4,20%. Ost-Renten und West-Bezüge nähern sich damit weiter an. Beispiele: Für eine auf West-Beiträgen beruhende monatliche Rente von 1.000 Euro gibt es seit vergangenem Juli ein Plus von 34,50 Euro – insgesamt also 1.034,50 Euro. Eine Ost-Rente in gleicher Höhe stieg um 42 Euro auf 1.042 Euro. Weitere Infos gibt es hier.

Übrigens: Wegen der Corona-Pandemie und dem damit einhergehenden Konjunktureinbruch gehen Experten davon aus, dass die Rentner in den alten Bundesländern im nächsten Jahr mit einer Nullrunde rechnen müssen. In den neuen Bundesländern würden indes die Renten geringfügig um 0,72% steigen.

Pflegekosten

Erst ab einem Bruttojahreseinkommen von 100.000 Euro müssen erwachsene Kinder, deren Eltern pflegebedürftig sind und die Pflegekosten nicht selbst stemmen können, Unterhalt für Mutter oder Vater zahlen. Nach der seit 2020 geltenden Regelung ist dabei auch das Einkommen der Ehepartner der Kinder unerheblich. Im Jahr 2019 hatte ein Unterhaltspflichtiger Anspruch auf einen Selbstbehalt von 1.800 Euro. Bei verheirateten Kindern kam für den Ehepartner ein Betrag von 1.440 Euro pro Monat hinzu.

Mindestlohn

Der gesetzliche Mindestlohn ist 2020 auf 9,35 Euro brutto gestiegen, das ist ein Plus von 16 Cent im Vergleich zum Vorjahr. Für bestimmte Personengruppen gilt der Mindestlohn nicht. Das sind unter anderem Jugendliche unter 18 Jahren ohne abgeschlossene Berufsausbildung und Langzeitarbeitslose in den ersten sechs Monaten ihrer Beschäftigung nach dem Ende ihrer Arbeitslosigkeit. Der gesetzliche Mindestlohn soll bis Juli 2022 auf 10,45 Euro angehoben werden – aber nicht in einem Schwung, sondern in vier Schritten:

  • 09,50 Euro ab Januar 2021
  • 09,60 Euro ab Juli 2021
  • 09,82 Euro ab Januar 2022
  • 10,45 Euro ab Juli 2022

Daneben gibt es eine Reihe von Branchen-Mindestlöhnen. Sie gelten für alle Betriebe der jeweiligen Branche, unabhängig davon, ob sie tarifgebunden sind oder nicht. Einen Überblick darüber gibt es hier.

Kinderzuschlag

Der Kinderzuschlag steht Familien mit kleinem Einkommen als Unterstützung zu – zusätzlich zum Kindergeld. Der Kinderzuschlag liegt bei maximal 185 Euro pro Monat und Kind. Zusammen mit dem Kindergeld soll das zusätzliche Geld den Bedarf eines Kindes decken. Seit Januar 2020 gelten neue Regelungen für den Kinderzuschlag, wodurch mehr Familien Anspruch auf die staatliche Leistung haben. Wichtige Infos hierzu gibt es hier.

Sie wollen herausfinden, ob Sie Anspruch auf Kinderzuschlag haben? Das können Sie leicht hier herausfinden.

Strompreise

In Deutschland sind im zurückliegenden Jahr die Strompreise vielerorts gestiegen. In einem Marktbericht des Datenbankanalysten Enet musste 2020 ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden und einem Vertrag der Grundversorgung im Schnitt 5,9% mehr bezahlen als 2019. Für einen solchen Musterhaushalt liege der Aufschlag bei 57 Euro im Jahr.

Wer günstig Strom, aber etwa auch Gas beziehen will, sollte regelmäßig die Preise mehrerer Anbieter vergleichen. Ein Wechsel ist in aller Regel problemlos möglich.

Autor: ING