Privatkunden

Achtung Einbruch

So schützen Sie sich gegen Einbrecher

Im Winter wird besonders häufig in Wohnungen eingebrochen. Wie Sie sich schützen können und was Sie beachten müssen, damit die Hausratversicherung im Fall der Fälle zahlt.

Prime Time: Ein früher Samstagabend im Winter …

Laut polizeilicher Kriminalstatistik wird besonders häufig in der dunklen und kalten Jahreszeit von November bis April eingebrochen. Dabei spielt nicht nur das schützende Dämmerlicht eine Rolle, sondern auch die Tatsache, dass Einbrecher insbesondere nach Weihnachten auf fette Beute in deutschen Wohnungen spekulieren. Auf gekippte Fenster wie in den Sommermonaten können sie sich dann zwar nicht mehr verlassen, aber auf eine Gewohnheit, die ganzjährig gilt: In Deutschland geht man gerne am arbeitsfreien Samstag einkaufen. Genug Zeit für den Bruch. Denn der dauert laut Polizei selten mehr als ein paar Minuten. Eine Faustregel besagt: "1 Minute zum Einsteigen, 5 Minuten zum Stehlen, mehr nicht." Alles darüber hinaus ist für die Täter oft zu riskant.

Doch seit Corona können sich die Einbrecher nicht mehr auf diese Gewohnheiten verlassen. Durch Homeoffice & Co. haben sich unsere Alltagsroutinen deutlich geändert haben, wodurch auch die Zahl der Wohnungseinbrüche zurückgegangen ist. 

Schätze zwischen Socken – keine gute Idee!

Da viele Täter aufgeben und sich einem anderen Objekt zuwenden, wenn der Zutritt nicht innerhalb der ersten Minute gelingt, ist ein gründliches Nachdenken über die Einbruchsprävention wertvoller als überbordende Kreativität beim Verstecken von Wertgegenständen. Ist der Täter erst einmal im Haus, wird er versuchen, so schnell wie möglich Beute zu machen – und dabei nicht eben zimperlich sein. Durchwühlte Unterwäsche (ein gerne gewähltes, aber mittlerweile bekanntes "Versteck" für Schmuck und Bargeld) ist dabei oft das kleinere Problem. Richtig unangenehm wird es, wenn Einbrecher den Wohnraum beschädigen. Oft ist Wut über ausbleibende oder geringe Beute ein Motiv für aufgedrehte Wasserhähne oder mutwillig zerstörtes Mobiliar.

Tipps und Tricks, die vor dem Einbruch schützen

Deshalb gilt es, den Einbrecher möglichst schon am Betreten der Wohnung zu hindern. Dafür sollten insbesondere Fenster und Balkon- bzw. Terrassentüren aufgerüstet werden. Mechanische Sicherungseinrichtungen, die unsichtbar (z.B. durch eine Aufrüstung der Fenstergetriebe) oder für eine zusätzliche Abschreckung sichtbar (z.B. durch Anbringen einer abschließbaren Sicherheitsstange) eingebaut werden, schützen vor dem Aufhebeln. Eine insbesondere bei auf Kipp stehenden Fenstern beliebte und bewährte Methode. Einbruchsexperten machen dabei deshalb oft keinen Unterschied zu einem komplett offen stehenden Fenster. Fensterkippsicherungen können das Problem lindern, bieten aber keinen vollumfänglichen Schutz. Gitter für die Terrassentüren werden ebenfalls gerne empfohlen, wobei der Sicherheit Vorzug vor der Schönheit gewährt werden sollte. Ziergitter ohne Durchsägeschutz oder mit eher als symbolisch zu verstehenden Schließanlagen bieten keinen Schutz und sind von erfahrenen Tätern auch aus Entfernung zu erkennen.

Was viele nicht wissen: Wer seine Wohnung aufrüsten möchte, wird von den Landeskriminalämtern in der Regel kostenfrei vor Ort beraten und unterstützt. Die Experten erkennen nicht nur Schwachstellen, sondern vermitteln auch zu erfahrenen Handwerkern, die den Einbau von Sicherheitstechnik bis hin zur Alarmanlage übernehmen können.

Im Fall der Fälle: Hausratversicherung einschalten

Die Hausratversicherung wird von vielen als "Kann"-Versicherung und nicht als "Muss"-Versicherung wie zum Beispiel die Haftpflichtversicherung wahrgenommen. Im Falle eines Einbruchs ist sie aber die maßgebliche Versicherung, die Schäden ersetzen kann. Die Mehrzahl der Versicherungsgesellschaften bieten entsprechende Tarife an, Orientierung bieten die Vergleichstests von Finanztest. Ist der passende Tarif abgeschlossen, empfiehlt es sich, besonders wertvolle Gegenstände zu fotografieren und wenn möglich Kaufbelege zur Hand zu haben. Im Schadensfall muss der Versicherungsnehmer nachweisen, dass er die entwendeten Sachen tatsächlich besessen hat. Bei außergewöhnlichem Schmuck (zum Beispiel bei Familienerbstücken) helfen aussagekräftige Fotos der Polizei darüber hinaus bei der Fahndung. Natürlich entbindet eine Versicherung nicht von der Sorgfaltspflicht. Steigt der Einbrecher über ein gekipptes Fenster ein, leisten Versicherungen in der Regel nicht, es sei denn, der Vertrag sieht auch eine Leistung im Falle von grober Fahrlässigkeit vor. Nicht anzuraten ist es, den eigenen Hausstand absichtlich klein zu schätzen. Ist im Vertrag kein "Unterversicherungsverzicht" vereinbart, kann die Versicherung den Schadenersatz gegebenenfalls kürzen, wenn sich herausstellt, dass die Einrichtung mehr wert als angegeben ist. Das ist bitter, denn Hausratversicherungen ersetzen entwendete Gegenstände in der Regel zum Wiederanschaffungswert (aktueller Neupreis, auch wenn der Gegenstand z.B. gebraucht erworben wurde) und nicht zum Zeitwert.

Autor: ING