Neue Preistreiber am Wohnimmobilienmarkt

Kein Ende in Sicht?

Im zweiten Quartal dieses Jahres wurde mit einer Preissteigerung von 10,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr der stärkste Anstieg für Immobilienpreise seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2000 verzeichnet. Entspannung ist allerdings noch nicht in Sicht. Im Gegenteil, insbesondere Neubauten dürften in den kommenden Monaten eine deutliche Preissteigerung verzeichnen, denn der Immobilienmarkt hat einen neuen Treiber: Bau(stoff)preise.

Hauspreisindex für Neubauten und Baukosten

Quelle: Destatis, ING Berechnungen

Neben einer Reihe altbekannter Faktoren wie den günstigen Finanzierungsbedingungen und einem unausgeglichenen Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage am Immobilienmarkt schlagen sich die in Folge der Corona-Pandemie stark gestiegenen Materialkosten nun ebenfalls auf die Immobilienpreise nieder. Im zweiten Quartal dieses Jahres stiegen diese um 6,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Die Baukosten, in welche die Material- neben den Arbeitskosten, einfließen, stiegen um insgesamt 4,3 Prozent. Getrieben werden die Preise anhand einer ganzen Reihe an Faktoren: Angefangen bei den anhaltenden Lieferkettenstörungen, die dafür sorgen, dass wichtige Rohstoffe verknappt und teuer sind, über gestiegene Gas- und Strompreise, welche die Produktionskosten der Vorprodukte in die Höhe schnellen lassen, bis hin zu einem Mangel an Arbeitskräften. Da wir nicht erwarten, dass sich diese Probleme schnell auflösen werden, ist ein Sinken der Baukosten in absehbarer Zeit unwahrscheinlich. Die aktuelle Steigerung wird sich auch im nächsten Jahr am Wohnimmobilienmarkt bemerkbar machen und spätestens im dritten Quartal 2022 dem (Neubau-)Wohnimmobilienmarkt einen erneuten Preisschub verpassen.

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Autor: Inga Fechner, Franziska Biehl