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Die Corona-Revolution: „König Cash“ wird langsam gestürzt

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COVID-19 hat in ganz Europa der Nutzung bargeldloser Zahlungsmöglichkeiten einen Schub verliehen – auch in Deutschland. Die Vorliebe für Bargeld hat in einem Maße abgenommen, für das es sonst wohl eine Generation gebraucht hätte.

 

Die Liebe der Deutschen zu ihrem Bargeld ist wohldokumentiert – nicht zuletzt durch unsere ING International Survey (IIS). Doch als Vorsorge gegen eine mögliche Ansteckung mit dem Coronavirus haben Verbraucher in ganz Europa zur Vermeidung physischer Kontakte ihre Bargeldnutzung heruntergefahren und setzen verstärkt auf die Zahlung per Karte oder Smartphone.

„Durch COVID-19 bin ich zögerlicher geworden, Bargeld zu benutzen“ (Differenz zu 100 Prozent: Antwort „größtenteils falsch“)

Quelle: ING International Survey

Unsere repräsentative Umfrage, die im Mai 2020 in 13 europäischen Ländern durchgeführt wurde, zeigt:

  • In ganz Europa ist die Bargeldnutzung klar zurückgegangen. Der Anteil der Befragten, der bestimmte Ausgabenarten üblicherweise bar bezahlt, sank von 2019 auf 2020 europaweit um 7 bis 14, in Deutschland um 8 bis 19 Prozentpunkte.
  • Corona schreckt auch die Deutschen von der Bargeldnutzung ab. Die Deutschen haben zwar immer noch eine größere Vorliebe für Scheine und Münzen als die Nachbarn, aber durch Corona greifen gut die Hälfte weniger bereitwillig zum Bargeld als bisher. Im Rest von Europa sind es mehr als zwei Drittel der Befragten.
  • Die Bargeldvorliebe ist eine Generationenfrage. So bezahlen z. B. nur 24 Prozent der 25- bis 34-jährigen Deutschen ihren regelmäßigen Lebensmitteleinkauf bar – für ältere Konsumenten sind es trotz Corona noch rund 40 Prozent.
  • „Cash is king“ gilt weiterhin für kleine Alltagsausgaben. Fast 60 Prozent der Deutschen geben hier Bargeld als ihre bevorzugte Zahlungsweise an. Für gelegentliche, mittelgroße Ausgaben ist das kontaktlose Zahlen auf dem Vormarsch (insgesamt rund 45 Prozent in verschiedenen Varianten) – und seltene Großausgaben möchte fast die Hälfte der Verbraucher am liebsten mit dem klassischen Einstecken der Karte und PIN-Eingabe zahlen.

 

Zum Download: unsere Studie „Die Corona-Revolution: ‚König Cash‘ wird langsam gestürzt“

Autor: Sebastian Franke