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Chart of the Week | 07.06.2019

Man muss kein Prophet sein...

Sommerpause. Wieder einmal liegt eine Fußballsaison hinter uns, die die Fans wahlweise jubeln oder verzweifeln ließ. Und wie schon in den letzten beiden Jahren wollen wir auch in diesem Sommer darauf schauen, was die Teams der Bundesliga aus ihren doch sehr unterschiedlichen Möglichkeiten gemacht haben. Unser Chart der Woche zeigt für die Spielzeiten seit 2007/08 die Endplatzierungen der Mannschaften mit dem jeweils höchsten und niedrigsten Kaderwert. Geld schießt keine Tore? Nun ja. Das größte Problem mit Geld ist bekanntlich, keines zu haben – das ist offenbar auch im Fußball nicht anders.

 

Nur zweimal in den letzten sieben Jahren gelang der Mannschaft mit dem geringsten Transfermarktwert der Klassenerhalt. Hatte letztes Jahr noch das Abschneiden von Hannover 96 Hoffnung gemacht – die Niedersachsen hatten mit dem günstigsten Kader als Aufsteiger immerhin Platz 13 belegt – reihte sich der 1. FC Nürnberg dieses Jahr wieder dort ein, wo man Mannschaften ohne viel „Spielerkapital“ leider erwarten muss, nämlich am Ende der Tabelle. Überraschen konnten dafür die Düsseldorfer – mit dem zweitniedrigsten Transfermarktwert hatte die Fortuna immerhin schon am 29. von 34 Spieltagen den Klassenerhalt in trockene Tücher gebracht.

Endplatzierungen der Mannschaften mit dem höchsten und niedrigsten Marktwert des Kaders, Fußball-Bundesliga seit 2007/08

Quelle: transfermarkt.de, ING Economic & Financial Analysis

Vergeblich hielt man hingegen am anderen Ende der Tabelle nach Überraschungen Ausschau. Auch wenn die Dortmunder Borussia zwischenzeitlich mit neun Punkten vor dem Rekordmeister aus München in Führung gelegen hatte, setzten sich im Endspurt der Saison doch die Erfahrung und individuelle Klasse durch, die den Bayern zumindest in der „Geldrangliste“ schon seit langem den unangefochtenen Spitzenplatz bescheren: Zum ersten Mal wies in dieser Saison eine Bundesligamannschaft einen Transfermarktwert von über einer Dreiviertelmilliarde auf. Der Bayern-Kader war damit fast 15 Mal so teuer wie der der Nürnberger.

 

Aber auch in sportlicher Hinsicht ist es schon etwas her, dass den Münchenern jemand ihre Führungsrolle in der Liga streitig machen konnte. Die letzten sieben Meistertitel gingen an die Isar. Nicht immer souverän, aber den einen oder anderen Ausrutscher kann man sich leisten, wenn sich auf die lange Sicht einer Saison die teuer bezahlte Qualität durchsetzt. Im DFB-Pokal hingegen ist für jede Mannschaft nach einer Niederlage Schluss – und dort gab es im gleichen Zeitraum immerhin drei Titelträger, die nicht Bayern München hießen. In Zeiten eines offenbar immer stärker planbaren Erfolgs scheint dieser Wettbewerb mit seinen oft zitierten „eigenen Gesetzen“ fast schon wie der letzte Hoffnungsschimmer für die Fußballromantiker.

 

Sepp Herberger sagte einst: „Die Leute gehen ins Stadion, weil sie nicht wissen, wie es ausgeht.“ Schön wär’s, ist man versucht zu sagen.

Autor: Sebastian Franke