Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser

Damit bleibt Ihr Banking sicher und unsere Internetseite wird auch in Zukunft optimal dargestellt.

Mehr Informationen
Bitte installieren und nutzen Sie den aktuellen Chrome Browser

Damit bleibt Ihr Banking sicher und unsere Internetseite wird auch in Zukunft optimal dargestellt.

Mehr Informationen

Chart of the Week | 02.02.2018

Bröckelt die Fassade?

Wenn es um die Verlässlichkeit chinesischer Wirtschaftsdaten geht, sollte man diese immer mit ein bisschen Vorsicht genießen. Denn ob im Reich der Mitte die Berechnungen um Wirtschaftswachstum, Arbeitslosigkeit und Steuereinnahmen immer so rosig ausfallen wie berichtet, steht öfter zur Diskussion. Dieses Mal wird der Diskurs jedoch von China selbst angeheizt.

Denn in den letzten Tagen haben sich vermehrt chinesische Provinzen zu Wort gemeldet, welche einräumten, dass Daten zu Steuereinnahmen oder zum Wirtschaftswachstum in der Region nicht ganz der Wirklichkeit entsprochen haben. So hat z.B. die Industriestadt Baotou eingeräumt, dass ihre Steuereinnahmen für das Jahr 2017 deutlich niedriger seien als zunächst angegeben. In früheren Angaben hätten „fake additions“, also gefälschte Ergänzungen, die Zahl nach oben verzerrt. Und auch in Binhai sei das Bruttoinlandsprodukt für das Jahr 2016 um 1/3 geringer gewesen als zunächst angegeben.

Da die Verlässlichkeit chinesischer Daten nicht zum ersten Mal angezweifelt wird, wurden andere Indikatoren ins Leben gerufen, wie z.B. der „China Momentum Indicator“, der anhand des Stromverbrauchs, des Frachtaufkommens und des Kreditwachstums die Wirtschaftsaktivität der Volkswirtschaft misst. Nach einer längeren Schwächephase steht er wieder im Einklang mit der offiziellen BIP-Zahl, wie unser Chart der Woche zeigt. Und tatsächlich sehen auch wir die Wirtschaftseinschätzung für dieses Jahr positiv, unterstützt durch den Konsum von Gütern und Dienstleistungen, die Herstellung von High-Tech-Produkten, sowie durch Infrastrukturinvestitionen.

Schon seit einiger Zeit arbeitet die chinesische Regierung daran, weg von exportgetriebenem Wachstum und hin zu mehr innerem Wachstum zu kommen. Dazu passt auch, dass die Regierung den Fokus nun stärker auf qualitatives statt auf quantitatives Wachstum legt, Schulden abbauen und die Umweltverschmutzung bekämpfen möchte. Dass dieser Übergangsprozess jedoch kein einfacher ist, zeigen auch die Meldungen rund um „fake additions“. Vielleicht befindet sich auch die chinesische Datenerfassung in einer Phase des Übergangs. Die Fassade des starken chinesischen Wachstums mag aktuell vielleicht bröckeln, aber es ist ein kontrolliertes Bröckeln.

 

Ein Blick auf die Handelsbeziehungen zwischen China, Deutschland und den USA


Von der Entwicklung Chinas hat auch Australien profitiert