„Und was habe ich davon?“

Chart of the Week

Ihre Hoffnungen auf einen Aufschwung stützen Ökonomen vor allem auf die zusätzlichen Ausgaben für Infrastruktur und Verteidigung, die durch die Reform der Schuldenbremse ermöglicht werden. Viele Deutsche sind aber skeptisch, ob davon auch etwas bei ihnen ankommt.

Die Wirtschaft in Deutschland und dem übrigen Europa hat sich in den zurückliegenden Krisenjahren als bemerkenswert resilient erwiesen. Resilienz und Dynamik sind aber zwei Paar Schuhe – das Ausbleiben eines dramatischen Einbruchs der Wirtschaftsleistung ändert nichts daran, dass das die Entwicklung eher zäh und kräftiges Wirtschaftswachtum – zeitlich wie geographisch – allenfalls vereinzelt zu verzeichnen war.

Als möglichen Treiber für mehr Dynamik haben Ökonomen vor allem fiskalische Impulse ausgemacht. In ganz Europa wird diskutiert, wie man sich in sicherheitspolitischer Hinsicht unabhängiger von den USA machen kann – eine Erhöhung der Verteidigungsausgaben wird unerlässlich sein. Hinzu kommen Infrastrukturausgaben, wie sie beispielsweise in Deutschland durch die Anfang 2025 beschlossenen Ausnahmen von der verfassungsrechtlichen Schuldenbremse ermöglicht werden.

Viele Deutsche schauen pessimistisch in die ökonomische Zukunft

„Ich gehe davon aus, dass …“

Der Chart zeigt die Anteile, die zwei Aussagen zur Entwicklung von allgemeiner Wirtschaftslage und Arbeitslosigkeit jeweils zustimmen oder nicht zustimmen.
Quelle: ING Consumer Research

Wie eine repräsentative ING-Umfrage im Dezember 2025 zeigt, sind die Deutschen aber äußerst skeptisch, ob sich diese staatlichen Anstrengungen auch für sie selbst auszahlen werden.

  • Lediglich 12 bis 21 Prozent sind der Ansicht, dass ihre eigene finanzielle Situation von erhöhten staatlichen Ausgaben für Infrastruktur und Verteidigung profitieren wird, entweder über einen allgemeinen Aufschwung oder durch branchenspezifische Effekte.
  • Hingegen erwarten zwischen 33 und 57 Prozent negative Effekte auf ihre eigene finanzielle Situation – z. B.  aufgrund einer durch höhere Staatsausgaben angeheizten Inflation oder in Form von Steuerhöhungen bzw. Leistungskürzungen zur Gegenfinanzierung.
  • Auch unabhängig von ihrer eigenen Situation blicken die Deutschen eher skeptisch in die Zukunft. Nur 19 Prozent erwarten eine Verbesserung der allgemeinen Wirtschaftslage, 59 Prozent hingegen eine Zunahme von Arbeitslosigkeit.

 

Zum Download: unsere Studie „Und was habe ich davon?“

Autor: Sebastian Franke