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Gibt es eine „Renaissance“ der individuellen Mobilität?

Chart of the Week

Im Zuge der Corona-Lockdowns sind nicht nur Autoverkäufe stark zurückgegangen, auch die Nachfrage nach städtischen Mobilitätskonzepten wie Carsharing oder E-Scootern hat deutlich abgenommen. Dafür ist das Interesse am Besitz eines eigenen Autos jedoch deutlich gestiegen, jedenfalls wenn man den Internetsuchanfragen glauben kann. Anzeichen für reine Langeweile oder vielleicht doch für strukturelle Änderungen in unserem Mobilitätsverhalten durch Covid-19? 

 

Tatsächlich zeigt sich aufgrund der Pandemie ein deutlich gestiegenes Interesse an einem eigenen Auto aus Angst vor Infektionen, während öffentliche Verkehrsmittel in den letzten Wochen gemieden wurden. Dasselbe Verhalten zeigte sich während der SARS-Episode im Jahr 2002/2003 beispielsweise in China – hier wurden aus Angst vor einer Ansteckung mit dem Virus deutlich mehr Pkw verkauft.

 

Zwar ist es in Bezug auf harte Daten noch zu früh, eine deutliche Trendumkehr zu sehen. Dafür wurden jedoch einige interessante Umfragen veröffentlicht, darunter eine Umfrage von Capgemini, die wir in unserem Chart der Woche aufgreifen. Gerade jüngere Altersgruppen, von denen 85 Prozent noch nie ein Auto besessen haben, überlegen jetzt, ein eigenes Auto zu kaufen. Dies gilt insbesondere für potenzielle Käufer in China und Indien, wie unser Chart der Woche zeigt. In Deutschland überlegen 38 Prozent, sich ein Auto anzuschaffen, während es in den Niederlanden nur 27 Prozent sind. Insgesamt zeigen 45 Prozent der Befragten unter 35 Jahren eine starke Präferenz für den Autobesitz, während der Prozentsatz aller Altersgruppen, die 2020 ein Auto kaufen möchten, mit 35 Prozent etwas niedriger ist. Darüber hinaus möchte die Hälfte der unter 35-Jährigen weniger häufig öffentliche Verkehrsmittel zugunsten ihres Autos nutzen, während 44 Prozent angeben, aus Gesundheits- und Sicherheitsgründen weniger Ride Hailing zu nutzen. 

Prozentsatz potenzieller Autokäufer unter 35 Jahren, die erwägen, 2020 ein Auto zu kaufen

Quelle: Capgemini

Sehen wir also eine Renaissance des Autos? Die jetzige Krise dürfte das Mobilitätsverhalten nachhaltig prägen und zumindest zu einer temporären Umkehr vom Gebrauch von Carsharing, E-Scootern, aber auch öffentlichen Verkehrsmitteln führen. Zumindest bis es einen Impfstoff gibt. Das bedeutet keine vollständige Abkehr vom Mobilitätswandel, der in den letzten Jahren beschrieben wurde, aber doch eine zeitliche Renaissance des eigenen Autos.

 

Die gesamte englischsprachige Studie zu Covid-19 und den langfristigen Auswirkungen auf die Automobilindustrie kann hier heruntergeladen werden: ING Think - Covid-19’s long term effects on the automotive industry

Autor: Inga Fechner