Das klassische Frühstück wird zum kleinen Luxusgut

Chart of the Week

2 min Lesedauer 30.09.2022

Die zweistelligen Inflationsraten sind da: Die Inflation ist in Deutschland nach einer ersten Schätzung des Statistischen Bundesamtes im September auf 10 Prozent geklettert. Im August 2022 hatte die Inflationsrate bei 7,9 Prozent gelegen. Der harmonisierte Verbraucherpreisindex, der für die Zinspolitik der EZB relevant ist, stieg sogar auf 10,9 Prozent. Einmal mehr waren im September Energiepreise mit 43,9 Prozent ausschlaggebend für die hohe Inflationsrate. Aber auch die Preise für Nahrungsmittel stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat mit 18,7 Prozent überdurchschnittlich stark an. Und das wirkt sich auch auf den heimischen Frühstückstisch aus.

Nach Diät- und Mode-Tipps wollen wir uns diese Woche dem Frühstückstisch widmen. Denn der Preisanstieg zeigt sich nicht nur auf der Energierechnung, im Café oder im Supermarkt, sondern auch morgens beim Frühstück. Ob Brot, Marmelade, Butter oder Eier – das klassische Frühstück ist allein im August gegenüber dem letzten Jahr durchschnittlich um 19 Prozent teurer geworden.

Besonders tief muss im Vergleich zum letzten Jahr für Quark ins Portemonnaie gegriffen werden, wie unser Chart der Woche zeigt: Gegenüber August 2021 sind die Preise für Quark um 55,9 Prozent gestiegen. Butter schlägt mit einem Plus von 49 Prozent zu Buche und mit etwas Abstand folgt Vollmilch mit 31 Prozent. Lediglich für Äpfel müssen 1,6 Prozent weniger aufgewendet werden als im letzten Jahr – ansonsten sind alle klassischen Frühstückskomponenten teurer geworden.

Das klassische Frühstück wird zum kleinen Luxusgut (%-Veränderung im August 2022 gegenüber August 2021)

Quelle: Genesis-Online/Destatis; ING Economic & Financial Analysis

Die Preisentwicklung beim klassischen Frühstück gibt einen Einblick, wie stark sich die Inflation auf die Verbraucher im tagtäglichen Leben auswirkt. Und ein Ende des Inflationsanstiegs ist derzeit nicht in Sicht: Nach und nach erreichen auch die hohen Gasgroßhandelspreise die Haushalte. Und auch von Seiten der Industrie geht einmal mehr Inflationsdruck aus: Mit einer Erzeugerpreisinflation von 45,8 Prozent im August im Jahresvergleich dürfte die Inflation noch höhere Niveaus testen. Erst im Frühjahr könnte sich die Lage entspannen, dann, wenn negative Basiseffekte einsetzen. Bis dahin werden ganz alltägliche Sachen immer mehr zum kleinen Luxusgut.

Autor: Inga Fechner