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Kurzarbeit – das Mittel der Wahl

Chart of the Week

Kurzarbeit – spätestens seit der globalen Finanzkrise hat sich dieses Mittel zur Sicherung von Arbeitsplätzen in zahlreichen Ländern der Welt bewährt. Auch in der jetzigen Coronakrise sind bereits zahlreiche Arbeitnehmer in Kurzarbeit geschickt worden, um die Produktions- und Konsumverluste abzufedern.

 

Dabei variieren die Auszahlungen innerhalb Europas stark, wie unser Chart anhand von Daten des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts zeigt. Während hierzulande 60 % des Nettogehalts und bei mindestens einem Kind 67 % des Nettogehalts bezahlt werden, so werden in den Niederlanden und in Irland 100% des Gehalts während der Kurzarbeit weiterbezahlt. In Österreich gibt es zwischen 80 % und 90 % des Nettogehalts, während in Italien der Schweiz oder in Slowenien 80 % des Bruttogehalts ausgezahlt werden. Portugal, Spanien, Frankreich und Belgien rangieren mit maximal 70 % des Gehalts auf einer Stufe mit Deutschland.

Kurzarbeitergeld in verschiedenen europäischen Ländern (in % des bisher bezogenen Entgeltes)

Quelle: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI)

Dafür kann jedoch in den Ländern, in denen vergleichsweise weniger Kurzarbeitsgeld bezahlt wird, das Geld mit zwei Jahren in Spanien und 12 Monaten in Deutschland deutlich länger bezogen werden als in den Niederlanden oder Österreich, wo der Bezug zunächst auf drei Monate mit der Option auf eine Verlängerung um weitere drei Monate begrenzt ist. 

 

Doch auch wenn in Deutschland nicht das höchste Kurzarbeitsgeld bezahlt wird, so hatte das Programm in der Finanzkrise doch erhebliche positive Auswirkungen auf den Erhalt von Arbeitsplätzen. So waren in Deutschland nach Schätzungen eines Paper des Institute of Labor Economics 580.000 Personen mehr beschäftigt, als es ohne Kurzarbeitsprogramm der Fall gewesen wäre. In der Finanzkrise half das Kurzarbeitsgeld den Privatkonsum zu stabilisieren. Während die Wirtschaft vier Quartale hintereinander schrumpfte, blieb der Konsum in der gleichen Periode fast stabil. Es überrascht dann auch nicht, dass die Bundesregierung aktuell überlegt, das Kurzarbeitsgeld zu erhöhen.

 

Und auch dieses Mal dürfte sich das Mittel der Kurzarbeit bewähren. Bis zum 6. April haben bundesweit 650.000 Betriebe Anzeigen auf Kurzarbeit bei der Bundesagentur für Arbeit gestellt, was einem Anstieg um 40 % gegenüber dem Vergleichswert von vor einer Woche entspricht (470.000 Betriebe). Im Februar lag die Zahl der Kurzarbeitsanzeigen von Betrieben noch bei 1.900. Und diese Entwicklung dürfte sich im April weiter fortsetzen. Es ist davon auszugehen, dass der Rekord von 1,4 Millionen Menschen in Kurzarbeit in den kommenden Wochen wohl übertroffen wird. Es ist sicherlich kein Allheilmittel, aber Kurzarbeit ist auch 2020 das Mittel der Wahl und wird ein enorm wichtiger Baustein sein, um die Fallhöhe in der Corona-Krise zu begrenzen.

Autor: Inga Fechner